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Hannover Das plant die Stadt, wenn Hannover 2025 Kulturhauptstadt wird
Nachrichten Hannover Das plant die Stadt, wenn Hannover 2025 Kulturhauptstadt wird
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20:22 10.09.2019
Vor dem Rathaus zeigt die Stadt ihre Plakatkampagne für die Kulturhauptstadt. Quelle: Stefan Arndt
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Hannover

Hannover will Kulturhauptstadt Europas 2025 werden. Die Stadtspitze ist sich sicher, es zumindest in die nächste Bewerberrunde zu schaffen. In die Karten schauen lässt sich das Kulturhauptstadtteam kaum, schon allein um den Konkurrenten keinen Vorteil zu verschaffen. Doch ein paar Vorhaben deuten sich bereits an. Hier ein Überblick:

Die Agora: Kunst- und Debattierforum für alle

Wie ein Gemälde von Salvador Dalí wirkt der Entwurf für die Agora, einen Versammlungsort in Hannover. Quelle: Stadt Hannover

Herzstück der Bewerbung soll die Agora sein – als Metapher für die Ideenschmiede Hannover, aber auch als physischer Ort: Mitten im Zentrum soll laut Bewerbungsmappe (Bid Book) eine Hauptagora entstehen, die man sich wie ein kleines Dorf aus verschiedenen Bauten vorstellen müsse. In der Mitte soll ein „Produktionshaus stehen, in dem experimentelle Formate entwickelt werden, für die bisher die Räume fehlen“.

Ein neuer Konzertsaal, von dem immer wieder mal die Rede war, ist das sicher nicht. Eher ein House of Music, in dem Stadt und Region ihre Aktivitäten rund um das Hören bündeln können. Oder eben die variable Spielstätte für alle Kunstdisziplinen, die Kunstfestspiel-Intendant Ingo Metzmacher vorgeschlagen hat.

Offen ist derzeit, ob es überhaupt ein Gebäude ist, das dauerhaft stehen bleibt: Im Bid Book sind ausschließlich „temporäre Bauten“ erwähnt. In der Bewerbung haben Neubauten aber ohnehin derzeit nichts zu suchen: Sie könnten eher im Kulturentwicklungsplan Erwähnung finden, der die langfristige Strategie für die Kultur der Stadt unabhängig vom Kulturhauptstadt-Projekt festlegt. Er wird gerade parallel zur Bewerbung erarbeitet und soll wohl im März 2020 vorgestellt werden.

Der Cityring: Rennstrecke für neue Mobilität

Der Cityring soll zum Experimentierfeld für neue Mobilität werden. Quelle: Stadt Hannover

Die autogerechte Stadt mit ihren mehrspurigen Straßen gehört der Vergangenheit an, finden die Kulturhauptstadt-Macher in Hannover. Wie eine Verkehrswende aussehen könnte, wollen sie auf dem Cityring präsentieren. „Hier werden neue Urbanitäts- und Mobilitätskonzepte prozesshaft geplant und erprobt“, heißt es etwas sperrig in der Bewerbung.

Was bedeutet das? Soll die Strecke rund um die Innenstadt zu einer Rennbahn für Elektroroller, Lastenräder und Inlineskater werden? Das bleibt unklar. Fest steht für Wirtschafts- und Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette (Grüne), dass der Cityring im Kulturhauptstadtjahr nicht dauerhaft gesperrt werden kann. „Wir dürfen den Verkehr in Hannover nicht zum Erliegen bringen“, sagt sie.

Die Idee geht zurück auf einen Vorschlag der Grünen. Sie regten im vergangenen Jahr an, den Cityring als Bühne für die Kulturhauptstadt zu nutzen. Über die mehrspurige Strecke wurde in den vergangenen Jahren ohnehin viel diskutiert. Stadtbaurat Uwe Bodemann schlug vor, die Straße um eine Spur zu verengen, um mehr Platz für andere Verkehrsteilnehmer zu schaffen. Der damalige Kämmerer Marc Hansmann (SPD) protestierte aus Kostengründen – das Vorhaben wurde auf Eis gelegt.

Die Werbekampagne: Wahlwerbung für Kultur

Mit solchen Plakaten will die Stadt auf ihre Kulturhauptstadtbewerbung aufmerksam machen. Quelle: Foto: Heidrich

Nach der Präsentation im Rathaus soll das Thema Kulturhauptstadt in der Stadt sichtbarer werden. Plakate und andere Marketingkampagnen sollen das Interesse der Bürger wecken – und auch den Jurymitgliedern auffallen, die jetzt beginnen, die Bewerberstädte unter die Lupe zu nehmen. Den Anfang machen Poster und Postkarten, die unter dem sympathischen Motto „Deine Stimmung für Kulturhauptstadt“ an Wahlplakate erinnern und die einzelnen Themen mit Fragen wie „Wohin weht der Wind of Change“ anreißen.

Die provokanten Plakate im Überblick:

Provokante Plakate vor dem Rathaus – bei der Präsentation der Bewerbung Hannovers als Kulturhauptstadt haben die Macher Poster gezeigt, die an Wahlplakate erinnern und deren Botschaften sich in den Köpfen der Bürger verhaken sollen. Hier zeigen wir die Motive.

Angedacht ist auch Werbung in Bus und Bahn – unter anderen in den Zügen der Straßenbahnlinie 5, die an allen historischen Gartenanlagen der Stadt hält und sie künftig als „Green Line“ besser erkennbar verbinden soll. Erwähnt werden im Bid Book auch mögliche weitere Linien etwa für die Museen oder für Hannovers Kunst im öffentlichen Raum.

Weithin sichtbar wäre auch ein Kunstprojekt auf dem Müllberg in Lahe: „Der Berg liegt direkt in der Einflugschneise von Hannovers Flughafen und an der Autobahn“, heißt es in der Bewerbung: „Die Botschaft ist klar: Wir nehmen Müll und Nachhaltigkeit sehr ernst. Zugleich haben wir so viel mehr Aufmerksamkeit als mit irgendeiner Werbung.“

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