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Hannover Bierfest in Hannover: Braumeister präsentieren ihre Hopfen-Kreationen
Nachrichten Hannover Bierfest in Hannover: Braumeister präsentieren ihre Hopfen-Kreationen
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17:12 09.06.2019
Kolya Gigla (li.), Chef der Mashsee-Brauerei, zapft eines seiner frisch-hopfigen Biere. Quelle: Andreas Schinkel
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Hannover

Als er das Schimpfwort „Saupark-Rüpel“ hörte, war klar, dass daraus ein Bier entstehen musste. „Ein Bier mit erdiger Note, kantig und nach Wald schmeckend“, sagt Dennis Schulte. Er ist Chef einer kleinen Brauerei in Springe – dort, wo es den Saupark gibt und wo allzu sportliche Autofahrer als solche bezeichnet werden: Saupark-Rüpel. Auf dem Etikett seines Wald-Biers prangt ein Keilerkopf mit abgebrochenen Stoßzähnen und struppigem Fell. Die Brauerei trägt den Namen 405er. „Das ist die Höhe des Deisters“, sagt Schulte und füllt ein neues Glas mit dem wohlschmeckenden Rüpel-Bier.

Sonne und gemütliche Rockmusik

Nicht nur Kuriositäten aus dem Deister hat das Bierfest rund um die Marktkirche zu bieten. Mehrere hannoversche Brauereien, aber auch internationale Bierproduzenten, etwa aus den USA, präsentieren am Pfingstwochenende ihre Kreationen. Dazu dröhnt gemütliche Rockmusik aus den Lautsprechern. Das sonnig, milde Wetter trägt seinen Teil dazu bei, dass etliche Besucher über den Platz schlendern und sich durch die Biersorten probieren. Nur am Freitagabend mussten die Braumeister ihre Stände abdichten, um den heftigen Gewitterregen abzuhalten.

Brauereichef Schulte hat einmal klein angefangen, als Mitglied des Vereins Hobbybrauer Hannover. „Dort habe ich meine ersten Erfahrungen mit dem Bierbrauen gesammelt“, sagt der IT-Experte. Seinen Freunden haben die selbstgebrauten Biere so gut geschmeckt, dass sich Schulte entschloss zu expandieren. Er entwickelte eigene Rezepte, die er bei der befreundeten Brauerei Robens in Springe herstellen ließ. „Ich mache das aber nur nebenberuflich“, sagt Schulte.

Immer mehr Kleinbrauereien entstehen

Die Craft Beer Welle schwappt noch immer durch Deutschland. Ungewöhnliche Biere mit Geschmacksrichtungen jenseits des Einheits-Pilseners erfreuen sich noch immer großer Beliebtheit. „Aber viel Geld lässt sich damit nicht verdienen“, sagt Kolya Gigla von der Mashsee-Brauerei aus der Südstadt. Immer mehr Kleinbrauereien entstehen, aber der Markt wachse nicht mit, sodass die Stücke vom Kuchen immer kleiner werden, sagt er.

Kolya Gigla (li.), Chef der Mashsee-Brauerei, zapft eines seiner frisch-hopfigen Biere. Quelle: Andreas Schinkel

Entscheidend sei jetzt, das Reinheitsgebot zu erweitern. „Warum sollte ich einem Bier keine natürlichen Stoffe hinzufügen dürfen?“, fragt er sich. Für sein Lebkuchen-Bier musste Gigla eine Ausnahmegenehmigung beantragen. „Entscheidend ist doch, immer wieder Neues zu erfinden“, sagt er.

50 Euro Kosten für Heim-Brauanlage

Manchmal hilft ein Blick tief in die Vergangenheit, um Neues zu erschaffen. Matthias Digwa hat zusammen mit seinem Bruder ein Bier auf den Markt gebracht, das nach einem 200 Jahre alten Rezept von Curd Broyhan gebraut wird. „Es hat einen leichten, süßsauren Geschmack und hält sich wochenlang frisch“, sagt Digwa. Seine Brauerei „Das Freie“ befindet sich auf einem Gutshof in Rethmar bei Sehnde. Digwas Bruder hatte die Idee, eigenes Bier zu brauen, aus den USA mitgebracht, dem Eldorado der Craft Beer Szene.

„Im Grunde reicht eine Ausrüstung für 50 Euro, um eigenes Bier zu brauen“, sagt Gero Kleindienst, vom Hobbybrauer-Verein Hannover. Beim Bierfest ist der Verein mit eigenem Stand und 33 verschiedenen Biersorten vertreten – vom klassischen Pils bis zum Rauchbier mit Schinkenaroma.

Gero Kleindienst vom Verein Hobbybrauer Hannover präsentiert auf dem Bierfest 33 selbst gebraute Biere. Quelle: Andreas Schinkel

„Zutaten wie Malz und Hopfen kann man über das Internet bestellen“, sagt Kleindienst. Inzwischen kaufe der Verein größere Mengen der benötigten Rohstoffe direkt von den Erzeugern. „Und bei Bedarf helfen uns befreundete Brauereien wie die Mashsee-Leute“, sagt er.

Von Andreas Schinkel

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