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Hannover 300 Biker feiern Gedenkgottesdienst
Nachrichten Hannover 300 Biker feiern Gedenkgottesdienst
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15:13 28.06.2019
Mit Musik, Ausfahrt und Gottesdienst: Beim Bikertreffen kommen Motorradfahrer aus der Region Hannover sowie dem Umland am Georgsplatz zusammen, um gemeinsam der Unfallopfer der vergangenen Saison zu gedenken. Quelle: Ingo Rodriguez
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Hannover

Schwarze Lederkluft, blitzendes Metall, Rockmusik, fachsimpelnde Biker und schwere Maschinen: Der Georgsplatz in Hannovers Innenstadt hat sich am Sonntag in einen riesigen Motorradparkplatz verwandelt. Rund 300 Biker waren aus der Region Hannover sowie dem Umland angereist, um an der 16. Auflage des traditionellen Motorradgottesdienstes (MoToGo) teilzunehmen. Bei dem alljährlichen Treffen mit anschließendem Konvoi zu einem Abschlussgottesdienst kommen die Biker zusammen, um der tödlich verunglückten Motorradfahrer des vergangenen Jahres zu gedenken. Es seien in der Region Hannover 14 Biker in der vergangenen Saison ums Leben gekommen, sagte der katholische Pfarrer Heinrich Plochg aus der List zum Auftakt. Er hatte zuvor eine Liste mit allen Namen und dem Alter der Unfallopfer an einem zentralen Platz vor der Bühne und den Ständen am Georgsplatz aufgehängt: Das jüngste Todesopfer war 23, das älteste war 83, unter ihnen war nur eine Frau.

Pfarrer fordert gegenseitige Rücksichtnahme

Pfarrer Heinrich Plochg (links) und Pastor Andreas Hausfeld rufen die tödlich verunglückten Motorradfahrer beim Treffen und später beim Abschlussgottesdienst auf einer Liste in Erinnerung. Quelle: Ingo Rodriguez

Der leidenschaftliche Motorradfahrer Plochg initiierte die MoToGo-Aktion vor 15 Jahren. „Am Georgsplatz treffen sich die Biker aus Hannover, Hildesheim und Hameln sowieso seit 30 Jahren an jedem Freitag“, begründete er die Standortwahl. Es gehe nicht nur um das Gedenken. „Es ist auch eine Verkehrsveranstaltung und Demonstration, denn unser Hobby ist nicht einfach“, sagte Plochg. Es müsse immer wieder für gegenseitige Rücksichtnahme geworben werden. „Oft sind Biker als Raser verschrien, dabei werden etwa zwei Drittel der Unfälle von Autofahrern verschuldet, die Motorradfahrer übersehen“, sagte der Pfarrer.

Der 54-jährige Ingo Moranz war mit seiner Frau Heike aus Neustadt angereist. Ob die Angst immer mitfahre? „Angst nicht, aber viel Respekt“, sagte der Biker. „In jedem Jahr erlebe ich mindestens einen Schreckmoment, in dem mich ein Autofahrer fast weggeputzt hätte“, sagte Moranz. Er komme regelmäßig zum MoToGo, um derer zu gedenken, die weniger Glück gehabt hätten.

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  • 30.06.19 11:15
    Nächster Halt: Schützenplatz. Die Üstra ist heute mit ihrem Null-Emissions-Sonderbus unterwegs.
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Harmonische Szenerie ohne Motorengeheul

Das Treffen lieferte einen eindrucksvollen Beweis dafür, dass Motorradfahrer zurückhaltend und sanftmütig sein können, wenn es die Situation erfordert. Protzige Auftritte oder Motorengeheul? Fehlanzeige. Im Hintergrund sorgte die Gruppe Sugarplumfairy für Musik. Klönende Biker mit einem Pott Kaffee und belegten Brötchen prägten die harmonische Szenerie. Mit dabei waren auch Quad- und Rollerfahrer sowie der evangelische Pastor Andreas Hausfeld.

Der Georgsplatz gleicht bei der Veranstaltung einem Motorradparkplatz. Quelle: Ingo Rodriguez

Biker bitten in der Kirche um unfallfreie Saison

Die Biker waren aber auch gekommen, um himmlischen Beistand für eine unfallfreie Saison zu erbitten. Nach dem zwanglosen Beisammensein starteten sie deshalb gegen 14 Uhr im Konvoi auf eine rund 14 Kilometer lange Rundfahrt durch die Stadt. Ihr Ziel: die St.-Joseph-Kirche in Vahrenwald. „Beim Gottesdienst herrscht immer andächtiges Schweigen unter den Bikern, wenn die Liste der Unfallopfer mit Namen, Alter und der Unfallursache verlesen wird“, berichtete Pfarrer Plochg zuvor. Für jedes tödlich verunglückte Unfallopfer werde eine Kerze angezündet.

Jedes fünfte Unfallopfer ist ein Biker

Der katholische Pfarrer Heinrich Plochg aus Hannover-List hat vor dem Motorradgottesdienst (MoToGo) beim Auftakttreffen am Georgsplatz auch einen Bericht des Statistischen Bundesamtes vorgestellt. Daraus gehe hervor, dass im vergangenen Jahr bundesweit etwa jedes fünfte tödlich verunglückte Unfallopfer ein Motorradfahrer gewesen sei, sagte der Pfarrer. Demnach sind im Jahr 2018 in ganz Deutschland insgesamt 3265 Menschen ums Leben gekommen. „699 davon waren Biker“, berichtete Plochg. Laut Polizei gehören zu hohes Tempo, fehlende Streckenkenntnis sowie Selbstüberschätzung zu häufigen Unfallursachen. Der Pfarrer konnte das teilweise nachvollziehen: „Oft werden von Motorradfahrern weite Ausfahrten gemacht in Gegenden mit unbekannten Strecken. Dann kann es schon vorkommen, dass man sich auf fremden Terrain überschätzt.“

Auch Quadfahrer nehmen an der Gedenkaktion teil. Quelle: Ingo Rodriguez

Von Ingo Rodriguez

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