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Hannover Zoll Hannover stellt wachsende Nachfrage nach Crystal Meth fest
Nachrichten Hannover Zoll Hannover stellt wachsende Nachfrage nach Crystal Meth fest
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18:29 28.03.2019
Die Zollfahnder befürchten, dass sich der Konsum von Crystal Meth auf in der Region weiter ausbreiten wird. Quelle: Symbol
Hannover

Die gefährliche Droge Crystal Meth ist auch in der Region Hannover auf dem Vormarsch. Das geht aus der Bilanz des Zollfahndungsamts Hannover für das Jahr 2018 hervor, die am Mittwoch von der Behörde veröffentlicht wurde. War Crystal Meth bislang hauptsächlich in Tschechien und den angrenzenden Bundesländern verbreitet, ist das Rauschgift nach Erkenntnissen des Zolls jetzt auch aus den Niederlanden zu haben. „Deshalb ist zu befürchten, dass sich der Konsum weiter ausbreiten wird“, sagt Jörg Meier vom Zollfahndungsamt Hannover. Als Schlüsselfigur bei der Einfuhr von Crystal Meth aus den Niederlanden gilt nach Angaben des Zolls ein Mann aus dem Raum Hannover. Er soll in Verbindung mit Sicherstellungen der Drogen an der Autobahn 2 bei Wunstorf und weiteren Funden stehen.

Der größte Schlag gegen die Rauschgiftschmuggler gelang den Fahndern im November 2018. Bei Razzien im Stadtgebiet Hannover stellten sie 5,4 Kilo Crystal Meth, 27,8 Kilo Ecstasy, 15 Kilo Amphetamine, zehn Kilo Haschisch und zwölf Kilo Marihuana sicher. Zusätzlich beschlagnahmten sie Streckmittel und 67 200 Euro in bar.

Das ist Crystal Meth

Die Modedroge Crystal Meth gilt vor allem deswegen als sehr gefährlich, weil sie in sehr kurzer Zeit zur Abhängigkeit führt. Konsumiert wird sie zunächst, weil das Mittel die Leistungsfähigkeit und die Konzentration steigert. Bei längerem Konsum schädigt das Methylamphetamin die Nervenzellen im Gehirn. Abhängige können nicht schlafen, verspüren weder Hunger noch Durst und auch keine Schmerzen. Es folgt ein schneller körperlicher Verfall, die Wangen fallen ein, die Zähne aus.

Die Droge wird in der Regel geraucht oder geschnupft. Der Stoff ist seit langer Zeit als Aufputschmittel in Gebrauch. Im Zweiten Weltkrieg erhielten deutsche Soldaten Pervitin, umgangssprachlich auch „Panzerschokolade“ genannt, um leistungsfähiger zu werden. Das Mittel enthielt Methylamphetamin.

In der hannoverschen Drogenszene spielt die gefährliche Droge Crystal Meth aus Sicht der Experten derzeit noch keine Rolle. „Weder in unseren Beratungsstellen noch im Treffpunkt am Bahnhof, wo unter Aufsicht Drogen konsumiert werden können haben wir bislang Hinweise auf Crystal Meth“, sagt Stephanie Schünemann vom Suchthilfeträger Steps in Hannover. Gäbe es in der Beratungsstelle Drobs oder im Stellwerk am hannoverschen Hauptbahnhof Anzeichen dafür, dass die Droge sich in Hannover ausbreiten würde, würden die Fachleute sofort Alarm schlagen. „Wir arbeiten seit Jahren eng mit der Stadt, der Region und der Polizei zusammen und könnten auch deshalb solche Entwicklungen erkennen“, sagt Schünemann.

Ermittler stoßen auf professionelle Strukturen

Insgesamt haben die rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Zollfahndungsamts Hannover im vergangenen Jahr 650 Verfahren gegen insgesamt 858 Beschuldigte eingeleitet. Darunter waren 17 umfangreiche Verfahren im Bereich der Organisierten Kriminalität. Nach Erkenntnissen des Zolls handelt es sich bei diesen Tätern oft um Familienclans, die sich nach außen stark abschotten und zunehmend gewaltbereit seien. „Wir treffen auf professionell agierende Täter, die ihre Begehungsweisen laufend verändern“, sagt Thomas Lieske, der Leiter des Zollfahndungsamts.

Die Banden der Organisierten Kriminalität bekämpfen die Ermittler immer häufiger dadurch, dass sie das Vermögen der Kriminellen einziehen. Im vergangenen Jahr waren das Wertgegenstände im Wert von rund 7,5 Millionen Euro. Darunter befanden sich neben Grundstücken und Bargeld, auch Luxusautos und sogar eine Motorjacht im Wert von 70 000 Euro.

Von Tobias Morchner

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