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Hannover Das war der Blutmond über Hannover
Nachrichten Hannover Das war der Blutmond über Hannover
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20:12 21.01.2019
Der "Blutmond" neben der Kuppel des Neuen Rathauses. Quelle: Moritz Frankenberg
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Hannover

Andreas David ist zufrieden – zumindest, was die Ausrüstung betrifft. Der Astro-Fotograf hat die halbe Nacht auf dem Stemmer Berg im Calenberger Land zugebracht, um die totale Mondfinsternis, den so genannten Blutmond, zu fotografieren. „Die Ausrüstung hat funktioniert“, sagt David. Ob aber die Bilder gut geworden sind, kann er noch nicht sagen. „Die Nacht war schwierig. Es hat sich immer wieder Nebel vor den Mond geschoben“, sagt der Astrofotograf. Man müsse sehen, wie sich die Bilder nachher am Computer darstellten.

Mit Reisemontierung und Thermo-Kleidung

Um die Mondfinsternis gut ins Bild zu bekommen ist David nicht nur mit einem Stativ, einer Kamera mit 400-Millimeter-Objektiv und Fernauslöser angereist, sondern hat auch eine Objektivheizung und eine Reisemontierung mitgebracht. Letztere zieht automatisch mit der Laufbahn des Mondes mit, so dass die Kamera nicht immer neu von Hand ausgerichtet werden muss. Auch gegen die Kälte hat David sich gewappnet: „Vier Hosen und vier Oberteile, davon zwei Thermo“, sagt der Astrofotograf. Das hat gereicht: „Mir ist warm.“

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Zu einer Mondfinsternis kann es nur bei Vollmond kommen. Sonne, Erde und Mond liegen bei dieser Finsternis genau auf einer Linie. Das Schauspiel begann gegen 4.34 Uhr, als der Vollmond langsam in den Kernschatten der Erde rückte. Um etwa 5.41 Uhr war der Mond vollkommen im Kernschatten verschwunden - das war der Beginn der totalen Mondfinsternis. Die Strahlen der Sonne werden in der Atmosphäre der Erde gebrochen. Da nur das langwellige rötliche Licht zum Mond gelangt, schimmert dieser rötlich.

Nächste totale Mondfinsternis erst 2028

Etwa eine Stunde lang konnte der „Blutmond“ bestaunt werden. Da der Mond gerade auf einem besonders erdnahen Abschnitt seiner in etwa elliptischen Bahn ist, erschien er zudem besonders groß.

Bis zur nächsten totalen Mondfinsternis müssen die Norddeutschen jetzt etwas Geduld haben. Erst in der Silvesternacht 2028 soll der Blutmond hier wieder aufgehen.

Von Heiko Randermann