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Hannover Endlich eine eigene Oberstufe im Stadtteil
Nachrichten Hannover Endlich eine eigene Oberstufe im Stadtteil
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00:21 31.08.2018
Die IGS Bothfeld führt jetzt auch bis zum Abitur. Die eigene Oberstufe wurde genehmigt. Quelle: Gabriel Poblete Young
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Bothfeld

Die Integrierte Gesamtschule (IGS) Bothfeld bekommt eine eigene Oberstufe, die zum nächsten Sommer mit der Einführungsstufe an den Start gehen soll. Das sei nicht nur für die Schule an sich, sondern für den Stadtteil insgesamt eine gute Nachricht, sagt Schulleiter Rainer Kamphues. Nach dem positiven Bescheid des Landes müssen nun die Detailplanungen der Stadt beginnen. Im Juni hatte sich der Schulausschuss der Stadt einstimmig dafür ausgesprochen, für die IGS Bothfeld eine Oberstufe bei der Landesschulbehörde zu beantragen. Auch für die IGS Südstadt wurde eine Oberstufe beantragt, hier steht die Entscheidung des Landes aber noch aus.

Bislang müssen Jugendliche aus dem 20.500 Einwohner zählenden Bezirk immer in andere Bezirke fahren, wenn sie eine Oberstufe besuchen wollen, nach Groß-Buchholz zur Käthe-Kollwitz-Schule, nach Misburg zum Kurt-Schwitters-Gymnasium oder in die List zur Leibnizschule. Schulelternratsvorsitzende Sabine Kluth freut sich, dass ihr Sohn später quer durch die Stadt pendeln, sondern weiterhin wohnortnah zur Schule gehen kann. „Kurze Wege sind immer besser.“ Auch Bezirksbürgermeister Harry Grunenberg (SPD) sagt über die Genehmigung der Oberstufe: „Das ist eine hervorragende Nachricht.“ Seit der Schulgründung hätten nicht nur Eltern und Lehrer, sondern auch die Kommunalpolitiker dafür gekämpft.

Festen Platz in Hannovers IGS-Landschaft

Die IGS Bothfeld besteht seit fünf Jahren und hat sich längst einen Platz in Hannovers Gesamschullandschaft erobert – zwischen den ersten wie IGS Linden und IGS Roderbruch, die es schon seit 45 Jahren und länger gibt, und denen der mittleren Generation, der IGS List und der IGS Vahrenheide/Sahlkamp. Zur Geburtstagsfeier kam sogar Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD).

Schulleiter Kamphues legt Wert darauf, dass die IGS zwar keine „Stadtteilschule“ im klassischen Sinne sei, weil ja weiterführende Schulen – anders als Grundschulen –keine Bezirksgrenzen kennen, sondern grundsätzlich allen Schülern aus der Stadt offen stehen. Es sei aber eine Schule, die sehr wohl fest im Bezirk verankert Die meisten der knapp 690 Schüler kämen aber aus Bothfeld, Buchholz und Isernhagen-Süd. Durch die Lage am Hintzhof habe die Schule ihren familiären, heimeligen Charakter bewahrt, meint auch Elternvertreterin Kluth.

Mehr Anmeldungen als Plätze

Schon im dritten Jahr nach Gründung habe es mehr Anmeldungen als Plätze gegeben, berichtet Kamphues, für ihn auch ein Beleg dafür, dass das Gründungsteam von Anfang an auf das richtig Profil gesetzt hatte. Auch die Schülerschaft sei so gemischt zusammengesetzt wie es in einer Gesamtschule sein sollte, mit ungefähr gleichviel Schülern auf Haupt- und Realschul-, aber auch auf Gymnasialniveau.

Als Niedersachsen erste Kulturschule hat die IGS Bothfeld aber schon aus der gesamten Stadt Familien angelockt, die diesen Schwerpunkt für wichtig erachten. „Unser Ziel ist, dass alle Schüler eine umfangreiche kulturelle Bildung erfahren“, sagt Kampues. Zum einen gebe es deshalb die Kooperationen mit der Kestnergesellschaft, dem Landesmuseum, dem Kulturtreff Bothfeld, der St. Nicolai-Kirche, der Stadtteilbibliothek, aber auch kreative Unterrichtsmethoden in allen Fächern.

Ein weiterer Hauptschwerpunkt sei die Berufsorientierung, betont der Schulleiter. Die Schüler absolvieren zwei Praktika, Besuche im Berufsinformationszentrum und auf Ausbildungsmessen gehören zum Schulalltag, Berufsberater analysieren mit den Jugendlichen ihre Stärken. Um die Zukunft ist Schulleiter Kamphues genauso wenig bange wie Elternvertreterin Kluth. Die IGS Bothfeld werde auch weiter Erfolgsgeschichte schreiben – bald auch mit Oberstufe.

Kommentar: Verdientes Geburtstagsgeschenk

Lange gekämpft und endlich gewonnen. Lehrer, Eltern und Schüler der Integrierten Gesamtschule (IGS) Bothfeld wollten für ihre Schule immer eine eigene Oberstufe. Nun bekommen sie sie auch. Die Leistungsstärke der Schüler, auch das Konzept der Kulturschule haben das Land überzeugt. Es ist ein verdientes Geschenk zum fünften Geburtstag der Schule.

Für überzeugte Gesamtschulanhänger gehört zu jeder IGS auch zwangsläufig eine Oberstufe, denn Eltern wollen den Bildungsweg für ihre Kinder so lange wie möglich offenhalten. Ein Standort, der nur bis zur zehnten Klasse führt, hat da schlechte Karten. Das ist auch ein Grund, warum die IGS Südstadt, die von Gymnasien umgeben ist, so vehement für eine eigene Oberstufe streitet.

Nicht für alle Schulen muss aber unbedingt die Oberstufe am eigenen Standort die beste Lösung sein. Manchmal sind Verbünde sinnvoller, wie die gemeinsame Oberstufe der Gesamtschulen Büssingweg, List und Vahrenheide/Sahlkamp. Manchmal kann auch die Kooperation von Gesamtschule und benachbartem Gymnasium wie zwischen IGS Stöcken und Goetheschule eine Alternative sein – auch wenn immer mehr Schüler ihr Abitur machen und die Zahl der Oberstufenschüler in der Stadt wächst. Sie wird aber nicht ins Unendliche wachsen, und der Wettlauf um diese Klientel hat längst begonnen. So bangen beispielsweise die beruflichen Gymnasien mehr und mehr um ihre Zukunft.

Eine Oberstufe sollte so groß sein, dass sie den Schülern auch eine vernünftige Profilwahl ermöglicht. Ist dies nicht der Fall, sind Verbünde vorzuziehen – im Sinne der Schüler. Denn um sie sollte es gehen.

Von Saskia Döhner

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