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Hannover SUV in der City: Hannover streitet über große Geländewagen
Nachrichten Hannover SUV in der City: Hannover streitet über große Geländewagen
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20:45 09.09.2019
In den Parkhäusern wird es immer enger, weil die Autos immer größer werden – auch in Hannover ist das ein Problem. Manche Parkhaus-Betreiber stellen sich mit größeren Parkbuchten darauf ein. Quelle: Imago
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Hannover

Zu groß, zu breit, zu schwer und umweltschädlich obendrein – Geländelimousinen, sogenannte Sport Utility Vehicles (SUV), haben keinen guten Ruf. Auf dem Lande mögen sie noch als nützliche Fahrzeuge durchgehen, doch in Großstädten werden sie nicht selten als unsinnige Angeberkarossen abgestempelt. Die Debatte über Sinn und Unsinn von Geländewagen in Innenstädten ist jetzt neu entfacht worden. Auslöser ist ein tödlicher Unfall am Freitagabend in Berlin, bei dem ein SUV-Fahrer in eine Gruppe von vier Fußgängern raste. Sollte die Zahl der SUVs in Innenstädten begrenzt werden? Wäre es sogar ratsam, die Zufahrt der Geländelimousinen in Citybereiche zu verbieten?

SPD: Straßen und Parkplätzen nicht den Autos anpassen

Die Ratspolitiker in Hannover machen sich darüber Gedanken, halten sich aber mit Forderungen nach Verboten zurück. „Wir können niemandem vorschreiben, was er für ein Auto kauft“, sagt SPD-Verkehrsexperte Lars Kelich. Gleichzeitig müsse aber die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben. „Es kann nicht sein, dass die Stadtverwaltung den Ausbau ihrer Infrastruktur an immer breiter werdende Autos anpasst“, sagt Kelich. Wer sich ein großes Auto kaufe, müsse auch die Konsequenzen tragen.

CDU: Breitere Parkplätze dort, wo es möglich ist

Die CDU ist anderer Ansicht. Dort, wo Straßen umgebaut werden und neue Parkplätze entstehen, solle die Stadt die Stellflächen verbreitern, meint CDU-Verkehrsexperte Felix Semper. „Auch die Modelle Polo und Golf werden immer breiter“, sagt Semper. Von Verboten für SUVs hält auch er nichts.

Die Grünen geben sich zurückhaltend. „Wir werden die Innenstadt nicht für Geländelimousinen sperren können“, sagt Grünen-Umweltpolitiker Mark Bindert. Das könne organisatorisch nicht funktionieren. Entscheidend sei vielmehr, den öffentlichen Nahverkehr so attraktiv zu machen, dass die Menschen aufs Auto verzichten.

Die FDP sieht in den immer breiter werdenden Autos ein Problem. „Parkplätze werden zu schmal, Baustellenumführungen ebenfalls“, sagt FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke. Im Grunde müssten auf Bundesebene Gespräche mit der Autoindustrie geführt werden, um den Trend zu bekämpfen.

2,30 Meter breite Parklücken für 2,10 Meter breite Autos

Auch in Hannovers Parkhäusern wird es immer enger. Sie sind in den Sechzigerjahren entstanden und auf die Maße alter VW-Käfer und Golfs zugeschnitten. 2,30 Meter waren die Parklücken damals breit, ein mittlerer SUV misst aber 2,10 Meter. „Wir haben uns auf die breiteren Autos eingestellt“, sagt Karsten Klaus, Chef von Hanova Gewerbe, die sieben Innenstadtparkhäuser betreibt.

23 extra große Flächen an der Windmühlstraße

Dort, wo es baulich funktioniert und wirtschaftlich sinnvoll sei, habe man XXL-Parkplätze eingerichtet. So stehen im Parkhaus Windmühlstraße insgesamt 23 extra große Parkplätze mit einer Breite von bis zu drei Metern zur Verfügung.

Der heute übliche Standard für Parkbuchten beträgt inzwischen 2,50 Meter. „Bei der Sanierung der Raschplatz-Tiefgarage haben wir alle Plätze auf diesen Standard ausgerichtet“, sagt Klaus. Entscheidend sei auch, wie die Autos abgestellt werden. Klaus empfiehlt, in Parkhäusern rückwärts einzuparken. Das sei meist deutlich leichter und exakter möglich als vorwärts.

Polizei empfiehlt: Außenspiegel einklappen

Aus Sicht der Polizei gibt es in Hannover kein „grundsätzliches SUV-Problem“. „Deswegen haben wir derzeit auch keine speziellen Projekte, die sich mit dieser Thematik befassen“, sagt Behördensprecher André Puiu. Auf der Marienstraße hatte die Polizei vor drei Jahren eine Aufklärungskampagne gestartet, weil auf der schmalen Fahrbahn etliche Außenspiegel parkender Autos abgefahren wurden. Die Polizei riet damals, die Spiegel nach dem Abstellen des Fahrzeugs einzuklappen. Ein ähnliches Projekt hatte die Behörde auch an der Hildesheimer Straße ins Leben gerufen. „Diese Projekte richteten sich aber nicht ausschließlich gegen SUVs, sondern gegen alle größeren Fahrzeuge wie Transporter oder Ähnliches“, sagt Puiu.

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