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Hannover Polizei nimmt nach Prügeleien gesuchte Obdachlose fest
Nachrichten Hannover Polizei nimmt nach Prügeleien gesuchte Obdachlose fest
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13:48 30.07.2019
Die Stadt, die Polizei, die Bahn und Protec haben erst im Juni ein neues Sicherheitskonzept für den Bahnhof und die nähere Umgebung vorgestellt. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Der Hauptbahnhof Hannover ist am Wochenende und auch zu Beginn der neuen Woche einmal mehr seinem Ruf als sozialer Brennpunkt gerecht geworden: Die Bundespolizei ist dort am Freitag, Sonnabend und Sonntag wieder mehrfach wegen brutaler Schlägereien unter Männern aus der Obdachlosenszene im Einsatz gewesen. Dabei wurden auch zwei mit Haftbefehlen gesuchte Straftäter festgenommen. Erst am Wochenende zuvor hatte es auf dem Vorplatz der nahegelegenen Drogenhilfestation „Stellwerk“ eine schwere Attacke gegeben: Ein 59-Jähriger hatte mit einem Pflasterstein auf einen 28-Jährigen eingeschlagen. Am Montag ging die Serie der Festnahmen dann am Hauptbahnhof weiter.

Völlig betrunkener Mann beleidigt bei Festnahme Polizisten

Zunächst wurden Beamte der Bundespolizei am Freitagabend zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung am Ausgang Fernroder Straße gerufen. Dort war in die Schlägerei unter anderem ein 36-jähriger Obdachloser verwickelt. Die Streife überprüfte nach ihrem Einschreiten den gebürtigen Polen und stellte fest, dass er bereits wegen Leistungserschleichung mit Haftbefehl von der Staatsanwaltschaft gesucht wurde. Während seiner Überprüfung habe der mit einem Blutalkoholwert von rund 2,68 Promille völlig betrunkene Mann die Beamten beleidigt, teilte die Bundespolizei nun mit. Als der 36-Jährige anschließend in Polizeigewahrsam genommen worden sei, habe er zum Abschluss auch den verbotenen Hitlergruß gezeigt.

Obdachloser wehrt sich mit 4,65 Promille gegen Festnahme

Am frühen Sonntagmorgen konnte die Bundespolizei am Bahnhof schließlich einen weiteren mit Haftbefehl gesuchten Polen aus der Obdachlosenszene festnehmen. Und wieder war eine Prügelei Auslöser des Einsatzes: Der 35-jährige Obdachlose war mit einem Blutalkoholwert von 4,65 Promille am Ausgang nahe dem Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) mit anderen Männern in Streit geraten. Wieder verzeichneten die Beamten nach ihrem Einschreiten einen unerwarteten Ermittlungserfolg. Nach dem einschlägig polizeibekannten 35-jährigen obdachlosen Polen war bereits wegen gefährlicher Körperverletzung gefahndet worden. Zusammen mit einem Mittäter hatte der Pole im Oktober vergangenen Jahres einen Mann am Raschplatz verprügelt und dabei mehrfach gegen den Kopf des am Boden liegenden Opfers getreten. Bei seiner Festnahme und Verhaftung habe der Pole erheblichen Widerstand geleistet und sei gefesselt in eine Zelle gebracht worden, heißt es seitens der Bundespolizei.

Reisender entpuppt sich als obdachloser Mehrfachtäter

Etwas weniger spektakulär war es am Sonnabendnachmittag bei der Festnahme eines 45-jährigen Rumänen – ebenfalls ohne festen Wohnsitz – zugegangen. Ihn hatten Beamten wegen einer Leistungserschleichung kontrolliert. Der Mann war ohne ein gültiges Ticket in einem Zug gefahren. Bei seiner Überprüfung stellte die Bundespolizei fest, dass gegen den 45-Jährigen zurzeit ein Ermittlungsverfahren wegen Hausfriedensbruchs, Steuerhinterziehung und Schwarzarbeit läuft. Weil der Rumäne keinen Ausweis besitzt, keinen festen Wohnsitz hat und bei seiner Festnahme auch kein Bargeld bei sich hatte, wurde er in Gewahrsam genommen. In Absprache mit der Staatsanwaltschaft wurde ein beschleunigtes Verfahren eingeleitet.

Serie der Festnahmen von gesuchten Straftätern setzt sich am Montag fort

Am Montag wurden dann am Hauptbahnhof von Beamten der Bundespolizei erneut zwei verurteilte und gesuchte Straftäter festgenommen. Und wieder handelte es sich in einem Fall um einen Mann aus der Obdachlosenszene: Gegen Mittag erkannten Zivilfahnder einen 23-Jährigen aus Georgien, der bereits von der Staatsanwaltschaft Hannover wegen eines besonders schweren Diebstahls gesucht wurde. Die Beamten brachten ihn in die Justizvollzugsanstalt Hannover. Dort muss er nun laut Bundespolizei noch eine Freiheitsstrafe von 109 Tagen verbüßen.

Ebenfalls in eine Justizvollzugsanstalt – allerdings nach Hildesheim – wurde am Montag eine 46-Jährige Frau aus Hannover nach ihrer Festnahme am Bahnhof von Beamten gebracht. Die laut Bundespolizei drogenabhängige Frau war kürzlich wegen Hausfriedensbruchs zu einer Haftstrafe in Höhe von 20 Tagen verurteilt worden.

Kontrollzone am Raschplatz

Die Serie der Festnahmen der gesuchter Straftäter ist nicht ungewöhnlich: Der Hauptbahnhof Hannover ist ein Kriminalitätsschwerpunkt: 2018 gab es dort 3000 Gewalttaten. Damit es wieder sicherer wird, hat die Polizei im Rahmen des Sicherheitskonzeptes „Bahnhof.sicher“ seit Mai im hinteren Bereich des Gebäudes eine Kontrollzone eingerichtet. Dort können seitdem Menschen anlasslos überprüft werden. Gleichzeitig plant die Stadt im gleichen Umfang einen Verbotsbereich für gefährliche Gegenstände – darunter beispielsweise Baseballschläger und Äxte. Der Erlass soll nach der Sommerpause auf den Weg gebracht werden. Gleichzeitig wollen Ermittler, Bahn-Sicherheit und Protec 24 Stunden am Tag Präsenz zeigen.

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Die aktuellsten Polizeinachrichten aus Hannover lesen Sie hier in unserem Ticker.

Von Ingo Rodriguez

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