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Hannover Brückensanierung dauert 20 Monate länger
Nachrichten Hannover Brückensanierung dauert 20 Monate länger
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13:57 23.10.2018
Die Brücke an der Hindenburgschleuse ist nach wie vor unpassierbar. Quelle: Bernd Haase
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Hannover

 Seit Mai 2016 wird die Brücke im Zuge der Straße „An der Schleuse“ in Anderten grundsaniert. Die Arbeiten sollten eigentlich schon im vergangenen Januar abgeschlossen sein, aber dieser Termin ist verstrichen, ohne dass Straße und Brücke wieder freigegeben werden konnten. Das für das Projekt zuständige Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Braunschweig rechnet nun mit einer Fertigstellung im Herbst 2019. Einer der Gründe ist, dass Sanierungskonzept und Bauzeit anhand der historischen Bestandszeichnungen ermittelt wurden. „Es hat sich dann aber gezeigt, dass die Brücke nicht so gebaut wurde, wie in diesen Zeichnungen dargestellt war“, sagt Hartmut Dost, Bereichsleiter für das Wasserstraßenbauwesen.

Die Betonbrücke über den Kanal an der Nordseite der Hindenburgschleuse ist wie die Schleuse selbst im Jahr 1928 fertiggestellt worden und steht ebenfalls unter Denkmalschutz. Sie dient als Straßenverbindung innerhalb Andertens über den Kanal, außerdem führt die Route zwischen Hannover und Lehrte des regionalen Freizeitradwegenetzes über das Bauwerk. Die jetzige Grundsanierung ist die erste überhaupt.

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Dass bei historischen Bauwerken Entwurfs- und Bestandszeichnungen nicht ganz mit dem übereinstimmen, was später auch hingestellt worden ist, kommt nach Angaben von Dost häufiger vor. „Ein solches Ausmaß, in dem das bei der Schleusenbrücke der Fall ist, haben wir allerdings noch nie gehabt“, erklärt der Fachmann. Aufgefallen sei dies aber erst bei den Abbrucharbeiten, bei denen die Bauarbeiter immer wieder Überraschungen erlebt hätten – etwa bei der Anordnung der Brückenentwässerung. Dazu komme, dass die Bausubstanz insgesamt erheblich schlechter sei als die Vorerkundungen dies vermuten ließen.

„Dadurch haben sich die Abbrucharbeiten verlängert. Außerdem musste die Planung komplett neu erstellt werden, was ebenfalls viel Zeit in Anspruch nimmt“, sagt Dost. Weil nun auch noch der Winter vor der Tür steht und wichtige Arbeiten zur Abdichtung der Brücke nicht vorgenommen werden können, ruht die Baustelle. Erst im Frühjahr 2019 geht es an der Schleuse weiter, im Herbst 2019 könnte die Brücke dann wieder passierbar sein.

Damit dauert die Sanierung doppelt so lange wie zuvor gedacht. Was sie kostet, ist noch nicht klar. Die veranschlagten 2,1 Millionen Euro, soviel steht fest, werden allerdings nicht ausreichen.

Von Bernd Haase