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Hannover Jagau will sich für Radio Leinehertz einsetzen
Nachrichten Hannover Jagau will sich für Radio Leinehertz einsetzen
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00:22 29.03.2019
Bei Radio Leinehertz modierieren auch Ehrenamtliche. Quelle: Philipp von Ditfurth
Hannover

Es gibt noch eine kurze Frist für Radio Leinehertz. Eigentlich sollte das Bürgerradio seinen Sendebetrieb bereits am Montag einstellen. Nun haben sich die Radiomacher mit der Niedersächsischen Landesmedienanstalt (NLM) darauf geeinigt, dass sie noch bis zum 31. März um 24 Uhr am Mikrofon bleiben dürfen. Danach ist Schluss, denn ab dem 1. April hat Leinehertz keine Sendelizenz mehr und erhält von der NLM auch keine weitere Förderung. Möglicherweise gibt es aber neue Hoffnung für die Mitarbeiter und die Fans des Senders: Regionspräsident Hauke Jagau hat angekündigt, sich für den Fortbestand einzusetzen.

Radio Leinehertz verliert die Sendelizenz

Finanziell ist die Region bereits bei dem Bürgerradio engagiert: Sie gehört zu den Gesellschaftern der verantwortlichen 106,5 Rundfunkgesellschaft gGmbH. „Wir sind im engen Kontakt mit den anderen Gesellschaftern und prüfen, welche Möglichkeiten es gibt, den Sender zu erhalten“, ließ Jagau auf Anfrage verlauten. Details nannte er nicht. Das Aus für Radio Leinehertz war am Dienstag auch Thema im Regionsausschuss. Nach HAZ-Informationen wurde dort besprochen, dass die Region einen niedrigen fünfstelligen Betrag übernehmen will, um die Schulden des Senders zu begleichen und so die Basis für einen möglichen Neuanfang zu bereiten.

Die Entscheidung, ob es diesen geben wird, liegt allerdings bei der NLM. Diese hatte vor einer Woche verkündet, die Zulassung des Bürgerradios zu widerrufen. Als Grund wurden finanzielle Versäumnisse genannt. Die Verantwortlichen des Senders hätten nicht vollständig nachweisen können, wofür die öffentlichen Fördergelder eingesetzt wurden, hieß es. Strittig ist eine Summe von rund 36.000 Euro. Der jährliche Förderbetrag der NLM liegt bei rund 280.000 Euro. Daraufhin hatte der Sender angekündigt, Insolvenz anzumelden.

„Die Zeit drängt, die Beschäftigten und die Azubis des Senders sitzen auf heißen Kohlen“, sagt Bruno-Adam Wolff, Fraktionschef der Gruppe Region in der Regionsversammlung, die sich für den Erhalt von Radio Leinehertz einsetzt. Betroffen von dem Lizenzentzug sind nach Angaben des Senders ein Dutzend hauptamtliche Mitarbeiter und etwa 150 Ehrenamtliche. Ob und wann möglicherweise eine neue Lizenz für einen Bürgersender in Hannover vergeben wird, ist offen. Laut Branchenkennern wird ein solcher Prozess mindestens ein Jahr dauern. Weder Leinehertz noch die NLM wollten auf Anfrage eine Stellungnahme abgeben.

Freiwilligen-Zentrum ist auch betroffen

„Der Verlust von Radio Leinehertz wäre eine Katastrophe“, sagt Almut Maldfeld, Geschäftsführerin des Freiwilligen-Zentrums, das auch zu den Gesellschaftern des Bürgerradios zählt. Sie wirft der NLM vor, dem Sender Fehler aus der Vergangenheit vorzurechnen, ohne Perspektiven für die Zukunft zu berücksichtigen. Einmal im Monat war das Freiwilligen-Zentrums mit der Sendung „Hannover braucht dich“ bei Leinehertz vertreten. „Mit dieser Sendung haben wir für die ehrenamtliche Arbeit geworben“, sagt Maldfeld. Für sie ist unstrittig, dass es weiterhin ein Bürgerradio geben muss. „Das ist unerlässlich für eine Stadt, die Kulturhauptstadt werden will.“

Ähnlich sieht es Peter Maurer-Ebeling, Geschäftsführer des Fernsehsenders h1, der mit Leinehertz kooperiert hat und künftig das einzig verbliebene Bürgermedium in Hannover wäre. Radio Leinehertz sei in der Bevölkerung gut angekommen und werde von der Politik geschätzt, sagt er. Offenbar sei es dem Team bei allem Einsatz aber nicht gelungen, die finanziellen Probleme in den Griff zu bekommen. Bereits 2017 wurden zwei Geschäftsführer fristlos entlassen, nachdem es über Jahre Fehler bei den Abrechnungen gegeben haben soll. „Das war wohl eine große Wunde, die nur schlecht verheilt ist.“

Von Juliane Kaune

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