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Hannover Berufsorientierung wird besser verzahnt
Nachrichten Hannover Berufsorientierung wird besser verzahnt
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09:29 15.03.2018
Kornelia Haugg aus dem Bundesbildungsministerium sieht Schülern des Hölty-Gymnasiums Wunstorf bei ihrem Test am Computer zu. Quelle: Sven Sokoll
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Wunstorf

 Wie lässt sich der Prozess der Studien- und Berufswahl von Schülern so verbessern, dass es seltener zu Fehlentscheidungen und Abbrüchen kommt? Mit dem Ziel einer durchgehenden „Bildungskette“ hat das niedersächsische Kultusministerium mit der Bundesregierung und der Agentur für Arbeit Ende vergangenen Jahres eine Vereinbarung abgeschlossen. Im Wunstorfer Hölty-Gymnasium haben die drei Partner die Vereinbarung nun vorgestellt, weil dort ein wichtiges Element bereits erprobt wird: computergestützte Kompetenztests.

Länder teilen sich die Arbeit

Das Computerprogramm „Kompetenzanayse Profil AC“, entwickelt von der Firma MTO aus Tübingen, wurde zunächst in Baden-Württemberg eingesetzt. Derzeit arbeiten die Länder gemeinschaftllich daran, es ihren Schulen zur Verfügung zu stellen. Während für die Sekundarstufe I eine existierende Version aus Rheinland-Pfalz zum nächsten Schuljahr auch in Niedersachsen eingeführt werden soll, erarbeitet das Land Niedersachsen jetzt für alle ein Angebot für die Oberstufen.

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Die Module, an denen die Schüler dabei arbeiten können, umfassen ganz unterschiedliche Themenfelder wie Sozialverhalten, Anforderungen aus verschiedenen Berufsgruppen oder spezielle Hilfestellungen bei der Frage, ob eher ein Studium oder eine Ausbildung sinnvoll scheint. „Wir haben in Niedersachsen 300 Berufsberater, das würde niemals ausreichen, um die Entscheidung so intensiv vorzubereiten“, sagt Klaus Oks aus der Geschäftsführung der Regiondirektion Niedersachsen-Bremen der Agentur für Arbeit.

„Jeder der Partner hat zunächst eigene Perspektiven auf das Thema, aber nun ist es gelungen, die Programme gut aufeinander abzustimmen“, sagte Staatssekretärin Gaby Willamowius aus dem Kultusministerium. In dem langen Prozess der Studien- und Berufswahl müssten nicht nur in der Schule prüfbare Fähigkeiten, sondern auch andere Kompetenzfelder berücksichtigt werden. In den Verfahren sollen die Schüler sich nicht vorschnell auf bestimmte Berufsrichtungen festlegen, ihr Blick soll über den persönlichen Tellerrand hinaus gelenkt werden. Dazu trägt bei, dass teilweise die Kompetenzen nach den Definitionen der Bundesagentur mit den dazu passenden Berufsfeldern verknüpft werden.

„Alle Schulformen im Blick“

Die Vereinbarung umfasst aber noch weitaus mehr Punkte, die die Partner künftig gemeinsam umsetzen wollen. Für das Programm in Niedersachsen, das zunächst bis Ende 2020 gilt, stellt das Bundesbildungsministerium insgesamt 29 Millionen Euro zur Verfügung. „Es ist gut, dass dabei alle Schulformen im Blick sind, denn an den Gymnasien wird die Berufsorientierung noch nicht überall so intensiv betrieben wie hier“, betonte Kornelia Haugg, die in dem Ministerium die Abteilung für berufliche Bildung leitet.

Von Sven Sokoll

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