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Hannover Falscher Polizist flüchtet mit Beute im Wert von 120 000 Euro
Nachrichten Hannover Falscher Polizist flüchtet mit Beute im Wert von 120 000 Euro
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17:37 15.01.2019
Hannover. Polizeikontrollen in der Innenstadt. In der Nacht von Sonnanbend auf Sonntag führte die Polizeiinspektion Mitte einen Gewaltpräventionseinsatz in der City durch. Abzeichen, Aufnäher, Logo der Polizei Niedersachsen Quelle: Uwe Dillenberg
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Hannover

Dreiste Betrüger sind derzeit in Hannover mit einer neuen Masche auf Beutezug. Sie geben sich als Polizisten aus und suchen gezielt nach Opfern, die ein Bankschließfach besitzen. Dadurch umgehen sie, dass Mitarbeiter eines Geldinstituts misstrauisch werden könne, wenn Kunden größere Beträge am Schalter abheben. Auf diese Art haben Täter am Montag bei einem Senioren in der Calenberger Neustadt reiche Beute gemacht. Sie gaben sich als Polizisten aus und nahmen dem Mann seine gesamten Ersparnisse ab, die in einem Schließfach gelagert waren – 50 000 Euro in bar und Goldmünzen im Wert von 70 000 Euro. Die Täter konnten mit der Beute entkommen.

Gegen Mittag setzten sich die Trickbetrüger telefonisch mit dem späteren Opfer in Verbindung. Sie gaukelten dem Senior vor, Polizisten zu sein und tischten ihm eine seltsame Geschichte auf. Die Ersparnisse des Mannes und seiner Ehefrau seien bei der Bank nicht mehr sicher. Er solle sein Geld und seine Wertgegenstände vom Geldinstitut abholen, erklärten die Täter ihrem Opfer.

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Der Angerufene ließ sich von der Geschichte überzeugen. Er holte seine gesamten Ersparnisse und die Münzen aus seinem Bankschließfach ab. Gegenüber den angeblichen Beamten erklärte er, er wolle alles selber bei einer Polizeidienststelle abgeben. Die Trickbetrüger gingen auf den Vorschlag ein und gaben an, sie würden einen Streifenwagen schicken, der den Senior zur nächsten Wache fahren werde. Als der Mann in Begleitung seiner Ehefrau vor die Tür ihrer Wohnung in der Gerberstraße getreten waren, stürmte ein Mann auf das Ehepaar zu, entriss dem Mann den Beutel mit den Wertsachen und flüchtete. Dann geriet er ins Straucheln und stürzte zu Boden, rappelte sich aber wieder auf und rannte davon.

Die Kripo sucht dringend Zeugen, insbesondere zwei Mädchen, die alles mit angesehen und sich anschließend um die Senioren gekümmert haben. Der gesuchte Trickbetrüger ist 1,70 bis 1,80 Meter groß und hat eine kräftige Statur. Er ist vermutlich Südländer, hat einen Vollbart und dunkle Haare. Bei der Tat trug er einen dunklen Parka. Hinweise nimmt der Kriminaldauerdienst unter der Nummer (05 11) 1 09 55 55 entgegen.

Die Polizei rät, bei Anrufen von angeblichen Beamten besonders misstrauisch zu werden, wenn nach einem Bankschließfach gefragt wird. Die Behörde rät älteren Menschen auch, sich nicht im Telefonbuch eintragen zu lassen oder sich aus den Büchern wieder streichen zu lassen. „Die Täter suchen die Telefonbücher gezielt nach alt klingenden Vornamen ab, um ihre Opfer zu finden“, sagt Polizeisprecher Philipp Hasse.

Von Tobias Morchner

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