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Hannover „Das Kerzenlicht gibt Hoffnung“
Nachrichten Hannover „Das Kerzenlicht gibt Hoffnung“
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19:58 17.12.2017
Rabinner Benjamin Wolff (li.) und Bürgermeister Klaus Dieter Scholz entzünden die Kerzen auf dem Chanukka-Leuchter auf dem Opernplatz. Quelle: Frank Wilde
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Hannover

 Mit einer feierlichen Zeremonie ist auf dem Opernplatz von Bürgermeister Klaus Dieter Scholz und Rabbiner Benjamin Wolff ein riesiger Chanukka-Leuchter entzündet worden. „Chanukka ist ein fröhliches Fest“, sagt Scholz. Es verbinde die Religionen, das sei ein gutes Zeichen in diesen Zeiten, in den das Gewand der Religion auch für Terror missbraucht werde.

Doris Schröder-Köpf (SPD), die Landesbeaufragte für Migration und Telhabe, übte scharfe Kritik an den antisemitischen Ausschreitungen in Berlin während einer israelkritischen Demonstration. Wenn gesetzliche Regelungen nicht ausreichten, müssten notfalls die Gesetze verschärft werden, sagte sie. Und war damit politisch auf einer Linie mit Noch-Bundesinnenminster Thomas de Maizière (CDU). Wie im Judentum spiele auch im Christentum das Entzünden des Kerzenlichtes eine große Rolle, sagte Schröder-Köpf, es stehe für Hoffnung. Auch wenn die Tradition des Advetnskranzes nur bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurückreiche und nicht Tausende Jahre alt sei wie das jüdische Chanukka, Licht vertreibe Dunkelheit. Ohne das gegenseitige Verständnis füreinander, ohne Toleranz könne man in unserer Gesellschaft nicht leben, sagte die SPD-Politikerin. Das müssten alle lernen, die schon lange hier lebten, genauso wie diejenigen, die neu hinzukämen.

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Die Lichter auf der großen Menora stünden auch für Wärme und für ein Miteinander in „dieser verwirrenden Zeit“, sagte Michaela Michalowitz, CDU-Abgeordnete in der Regionsversammlung. Sie erinnerte an die seit 36 Jahren bestehende Partnerschaft zwischen der Region und Unter-Galiläa und die zahlreichen Austauschfahrten zwischen Jugendlichen. Unter den Zuschauern, die selbst Kerzen entzündeten, waren auch viele Kommunalpolitiker wie Henning Hofmann (SPD) und der parteikritische Ratsherr Tobias Braune, der zum Jahresende aus der AfD austreten will.

Mit dem Chanukka-Fest erinnern die Juden an den Sieg der Makkabäer über die hellenistischen Besatzer und die erneute Einweihung des Tempels in Jerusalem im Jahr 165. Es symbolisiert auch die Religionsfreiheit.

Von Saskia Döhner

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