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Hannover Landgericht verurteilt Burgdorfer zu dreieinhalb Jahren Haft
Nachrichten Hannover Landgericht verurteilt Burgdorfer zu dreieinhalb Jahren Haft
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16:26 27.08.2019
Computerhändler Torsten W. (r.) mit seinem Anwalt Wolfgang Geffers. Quelle: Michael Zgoll
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Hildesheim

Ein Computerhändler aus Burgdorf muss für dreieinhalb Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Hildesheim verurteilte den 48-Jährigen am Dienstag wegen gewerbsmäßigen Computerbetrugs in 319 Fällen. Die Richter sahen es demnach als erwiesen an, dass der Angeklagte 2017 binnen eines Monats fast eine halbe Million Euro erbeutet hatte. Dafür nutzte Torsten W. eine Lücke im System eines Finanzdienstleisters. Die Anklage wegen Urkundenfälschung ließ das Gericht allerdings fallen.

Zwischen August und September 2017 hatte der 48-Jährige von vier eigenen Konten 319 Überweisungen auf das Geschäftskonto seines Ladens getätigt. Damals nutzte er für die bis zu 20 Buchungen pro Tag ein sogenanntes Telecash-Terminal eines Finanzdienstleisters, jedes Mal schwankten die Beträge zwischen 900 und 1500 Euro. Am Abend jedes Geschäftstages wurde die Summe gebündelt auf das Firmenkonto überwiesen.

Computerhändler erbeutet 437.621 Euro

Der Trick: Keines der vier anderen Konten war gedeckt. Der Finanzdienstleister benötigte allerdings stets einige Tage, um das herauszufinden. Bevor das Unternehmen das Geld zurückbuchen konnte, hatte W. es bereits weiterüberwiesen. Die Justiziarin des Finanzdienstleisters hatte vor Gericht eingeräumt, im Controlling sei diesbezüglich „wohl etwas schiefgelaufen“. Am Ende erbeutete W. 437.621 Euro. Weitere 160.000 Euro konnten rechtzeitig zurückgeholt werden.

Der Computerhändler begründete seine Betrügereien mit einer „emotionalen Ausnahmesituation“. Er hatte Stress mit Kunden, lebte in Scheidung, und sein Vater war gestorben. Außerdem hatte der 48-Jährige sich in eine Frau aus dem Kongo verliebt, die er wegen ausländerrechtlichen Schwierigkeiten nicht heiraten konnte. Also wollte W. von dem Geld falsche Papiere für sie kaufen. Dazu besorgte er sich einen falschen belgischen Ausweis und Führerschein. Darüber hinaus gaukelte der 48-Jährige vor, nach Afrika geflohen zu sein – in Wirklichkeit lebte er aber bis zu seiner Festnahme in Berlin.

Urteil ist rechtskräftig

„Das Urteil ist bereits rechtskräftig“, sagt Steffen Kumme, Sprecher des Landgerichts Hildesheim. Staatsanwaltschaft und Verteidigung akzeptierten das Strafmaß noch im Gerichtssaal. Die Strafverfolger hatten zuvor drei Jahre und zehn Monate Haft gefordert, W.s Anwalt laut Kumme „maximal drei Jahre“. Die fast 440.000 Euro werden zudem eingezogen. Die dreifache Urkundenfälschung sanktionierte das Gericht angesichts des deutlich schwerwiegenderen Betrugs nicht. Kumme: „Sie fiel letztlich nicht mehr ins Gewicht.“

Von Peer Hellerling

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