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Hannover Das wird diese Woche wichtig
Nachrichten Hannover

Das wird diese Woche in Hannover wichtig

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06:03 29.06.2020
Sedar Somuncu, Stephan Weil und der Zoo: Das wird diese Woche in Hannover wichtig. Quelle: Stratenschulte, Frankenberg, Steffen/dpa
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Hannover

Auf dem Höhepunkt der Coronakrise hatte der niedersächsische Landtag nicht viel zu melden – die mitunter ruckartige Weichenstellung in der Pandemie oblag der Landesregierung. Mittlerweile (und auch nach einer Klage der Opposition vor dem Staatsgerichtshof) nimmt sich das Kabinett mehr Zeit, den Abgeordneten seine Corona-Politik zu erklären. So auch in dieser Woche.

Ministerpräsident Weil erklärt im Landtag Rekordschulden

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil will am Dienstag im Landtag eine Regierungserklärung zur Coronakrise halten. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa

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Am Dienstag eröffnet Ministerpräsident Stephan Weil die Sitzung im Landtag mit einer Regierungserklärung zur Corona-Krise. Die Zeit der Lockdown-Maßnahmen ist weitgehend vorbei, nun geht es um die Wiederbelebung der Wirtschaft und natürlich um die immensen Kosten, die die Krise dem Land beschert hat. Über acht Milliarden Euro will die Regierung in diesem Jahr mehr an Krediten aufnehmen als noch vor einem halben Jahr geplant. Bei einem Gesamtetat von fast 35 Milliarden Euro ein ordentlicher Schluck aus der Pulle. Die Zeit der rot-schwarzen Null – in Niedersachsen ist sie erstmal vorbei.

Prozess gegen Stalker und Mörder von Sophie N. beginnt

Freunde und Bekannte stellten im Januar Blumen und Kerzen vor das Gebäude, in dem Sophie N. getötet wurde. Quelle: Peer Hellerling

Am 11. Januar starb die 23-jährige Sophie N. in ihrer Wohnung in der Südstadt, mutmaßlich erstochen von ihrem Ex-Freund. Zwei Jahre lang hatte der 35-Jährige der Flugbegleiterin nachgestellt, sie belästigt und bedroht und sie anschließend heimtückisch ermordet – so steht es in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft. An diesem Freitag beginnt der Prozess vor dem Landgericht Hannover gegen den Mann aus Sachsen-Anhalt.

Bauausschuss berät Velorouten

Anfang Juni stellte Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay das geplante Velorouten-Netz der Stadt vor. Quelle: Irving Villegas

Zwölf Velorouten aus dem Stadtzentrum in die Vorstädte und ein gut ausgebauter Cityring sollen den Fahrradverkehr in Hannover flüssiger machen – und mehr Menschen dazu bewegen, für ihre täglichen Strecken das Rad zu nutzen. Für diesen ehrgeizigen Plan, den Fahrradaktivisten als „Weichenstellung für eine echte Verkehrswende“ lobten, will die Stadt zehn Millionen Euro in die Hand nehmen. Am Mittwoch berät der Bauausschuss der Stadt die Pläne von Oberbürgermeister Belit Onay. Sollte das Gremium grünes Licht geben, gilt eine Zustimmung im Rat anschließend als sicher.

Somuncu auf der Autokulturbühne

Der „Hassias“ ganz freundlich: Der Comedian Serdar Somuncu tritt am Mittwoch auf der Autokulturbühne in Hannover auf. Quelle: Felix Kästle/dpa

Durch seine Auftritte in der „Heute Show“ und seinen eigenen Sendungen ist Comedian Serdar Somuncu bundesweit bekannt. Mit seiner Paraderolle des GröHaZ (Größter Hassias aller Zeiten) wollte der 33-Jährige Anfang des Jahres auf Tournee gehen – doch die Corona-Pandemie ließ sich nicht weghassen und so musste Somuncu die ursprünglichen Pläne begraben. Am Mittwoch haben Fans in Hannover die Chance, den wortgewaltigen Kölner live zu erleben, auf der Autokultur-Bühne auf dem Schützenplatz. Tickets gibt es unter anderem im HAZ-Ticketshop.

Prozess um Dormero-Fenstersturz startet am Donnerstag

Aus einem Fenster im vierten Stock des Dormero-Hotels soll der 34-Jährige im Februar seine Lebensgefährtin gestoßen haben. Sie erlitt schwere Verletzungen. Quelle: Michael Wallmüller

Die Tat sorgte im Februar für Entsetzen: Ein 34-Jähriger soll seine 23-jährige Freundin aus dem Fenster im vierten Stock des Dormero-Hotels an der Hildesheimer Straße gestoßen haben. Die Frau erlitt schwere Verletzungen und musste notoperiert werden. Am Donnerstag wird nun der Prozess gegen den Mann vor dem Landgericht in Hannover eröffnet, die Ermittler werfen ihm versuchten Totschlag vor. Offenbar ging der Tat ein heftiger Beziehungsstreit voraus. Mann und Frau wohnten gemeinsam in einem Zimmer und arbeiteten auch beide im Hotel.

Spannende Geschichten um einen barocken Kraftkerl

Das Museum August Kestner zeigt „Prunk! August der Starke und das Porzellan“. Quelle: Nancy Heusel

Im Englischen heißt Porzellan schlicht „china“ weil über Jahrhunderte das wertvolle weiße Material eben nur aus China zu beziehen war. Bis – der Legende nach durch einen Zufall –vor rund 300 Jahren ein findiger Apotheker im Dienste des Sachsenkönigs August des Starken die Porzellanformel fand. Porzellan aus Meißen bei Dresden wurde zur Weltmarke. Wer die Geschichte des barocken Kurfürsten, der angeblich 121 Kilo wog und 354 Kinder gezeugt haben soll, und des weißen Goldes genauer kennen lernen möchte, dem sei die Ausstellung „Prunk! August der Starke und das Porzellan“ im Museum August Kestner am Trammplatz 3 empfohlen. Dienstags bis sonntags öffnet die Ausstellung um 11 Uhr und schließt um 18 Uhr, mittwochs um 20 Uhr.

Lesen Sie auch: Wie August der Starke Porzellanfabrikant wurde

Wie geht es weiter mit dem Zoo?

Das Eisbärenbaby Nana ist die Attraktion des Zoos – doch wegen der Corona-Beschränkungen können nicht so viele Besucher kommen wie vom Zoo erhofft. Quelle: Peter Steffen/dpa

Die Coronakrise macht dem Zoo Hannover zu schaffen: Rund 5,9 Millionen Euro Verlust wird der Tierpark in diesem Jahr voraussichtlich wegen der Pandemiebeschränkungen einfahren. Denn nur 3500 Besucher dürfen derzeit pro Tag eingelassen werden –in normalen Zeiten wären sonst an guten Tagen auch mal 10.000 bis 12.000 gekommen. Am Donnerstag will der Finanzausschuss der Region nun entscheiden, wie es mit dem Zoo weitergehen soll. Denn neben den Verlusten stehen auch Investitionen an: Bis Herbst 2021 soll die Show-Arena im Zoo durch ein „Zoologicum“ ersetzt werden. Kostenpunkt: 2,9 Millionen Euro.

Ausstellung zu 100 Jahre Radio

Die ersten Radioprogramme vor 100 Jahren wirken heute wie tastende erste Versuche, doch der Siegeszug des neuen Mediums war nicht aufzuhalten. Und das Radio behauptet sich auch in Internetzeiten. Die Geschichte des Radios von der Röhre über den Transistor bis zum Internetradio zeichnet das Museum für Energiegeschichte(n) in der Humboldtstraße 32 nach. Das Museum ist von Dienstag bis Freitag von 12 bis 16 Uhr geöffnet.

Von red