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Hannover Der Klimawandel setzt Hannovers Straßenbäumen zu
Nachrichten Hannover Der Klimawandel setzt Hannovers Straßenbäumen zu
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16:46 03.06.2019
Der Klimawandel begünstigt Baumkrankheiten. Bedroht sind unter anderem Platanen. Quelle: Haase
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Hannover

Mehr als 46.000 Bäume säumen Hannovers Straßen, vor allem Linden, Eichen und Ahorn – doch die Zusammensetzung der Arten wird sich langfristig ändern. Der Klimawandel mit seinen wie zunehmend heißen Sommern, langen Trockenperioden und heftigen Regenfällen setzt den heimischen Arten zu. Sie altern schneller, sind anfällig für Schädlinge und Krankheiten. Die Stadt geht schon jetzt dazu über, robustere Arten wie die nordamerikanischen Amberbäume zu pflanzen. Der Austausch der heimischen Baumarten wird sich fortsetzen. „Eine umfassende Anpassungsstrategie im Bereich der Stadtbäume soll in den kommenden Jahren erarbeitet und umgesetzt werden“, heißt es im aktuellen Bericht über Hannovers Straßenbäume, den die Verwaltung am Montag im Umweltausschuss vorgelegt hat. Debattiert wurde noch nicht über den Bericht, die Gruppe Linke/Piraten hat die Diskussion vertagt.

Klimawandel begünstigt Baumkrankheiten

Straßenbäume werden nicht alt. Das liegt unter anderem am Nährstoffmangel im Boden. Zudem begünstige der Klimawandel eine Reihe neuer Baumkrankheiten, berichtet die Stadtverwaltung. Betroffen sind Platanen, Eschen und Kastanien. „Auch Schadinsekten, etwa die Kastanienminiermotte, befallen meist geschwächte und gestresste Bäume“, heißt es in dem Bericht.

Noch ist der größte Teil der hannoverschen Straßenbäume gesund. Mehr als 87 Prozent der Bäume weisen keine gravierenden Schäden auf, jedoch sind immerhin rund 10 Prozent nur „eingeschränkt vital“. Das bedeutet, dass die Krone einen deutlich kleineren Umfang hat, weniger Blätter an den Bäumen hängen und viele abgestorbene Äste aus den Stämmen ragen. Ein Prozent der Straßenbäume stirbt ab. Die Zahlen bewegen sich in etwa auf dem Niveau des Vorjahres, aber im Trend geht es Hannovers Bäumen immer schlechter. „In den vergangen zwei Jahren hat der Anteil der vitalen und der noch befriedigend vitalen Bäume um 1,1 Prozent abgenommen“, heißt es in dem Bericht.

300 Bäume durch Stürme beschädigt

Auch die drei Stürme in den vergangenen beiden Jahren haben ihre Spuren im Straßenbaumbestand hinterlassen. Insgesamt wurden mehr als 300 Bäume beschädigt, 111 davon so schwer, dass sie gefällt werden mussten. Mehrere Großbaustellen, etwa der Neubau der Conti-Zentrale an der Hans-Böckler-Allee, sind ebenfalls dafür verantwortlich, dass etliche Bäume weichen mussten. Die Stadt ersetzt die Pflanzen, häufig sogar am gleichen Standort. „Von den 842 in den letzten zwei Jahren gefällten oder ausgetauschten Straßenbäumen wurden beziehungsweise werden 613 sofort oder später am gleichen Standort ersetzt“, heißt es in dem Bericht.

Grünflächenamt stockt Personal auf

Unterm Strich ist die Zahl der Straßenbäume in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gestiegen. Im Vergleich zum Jahr 1990 stehen jetzt 14.000 zusätzliche Bäume am Straßenrand. Die Zahl der Mitarbeiter im Grünflächenamt ist aber nicht im selben Verhältnis mitgewachsen. Kümmerte sich 1990 ein einzelner Mitarbeiter rechnerisch um 95 Bäume, ist er jetzt für 152 zuständig. Gleichzeitig erhöht sich der Pflegebedarf. So mussten während der langen Dürre im vergangenen Jahr etliche Straßenbäume von Stadtbediensteten gewässert werden.

Daher stockt die Verwaltung ihr Personal auf, um aktuell 35 neue Stellen, die derzeit besetzt werden. Die Grünen begrüßen das Vorgehen. „Wir müssen in Personal investieren, wenn wir durch eine Vielzahl von Bäumen das Stadtklima erträglich machen wollen“, sagt Grünen-Umweltpolitiker Mark Bindert.

Von Andreas Schinkel

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