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Hannover Der erste Integrationsbeirat in Hannover feiert zehnjähriges Bestehen – eine Bilanz
Nachrichten Hannover Der erste Integrationsbeirat in Hannover feiert zehnjähriges Bestehen – eine Bilanz
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10:19 12.10.2019
Sie wollen Integration fördern: Tatjana Toporik (links), Francisco Garcia Klänhammer und Pilar Cantoria-Zschan. Quelle: Nina Hoffmann
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Er vertritt die Interessen der Migranten und Migrantinnen, hilft bei der Lösung von Konflikten und unterstützt bei der Vernetzung: Der Integrationsbeirat Herrenhausen-Stöcken leistet seit zehn Jahren Integrationsarbeit. Gemeinsam mit Bürgern des Stadtbezirks haben die insgesamt 19 Mitglieder des Beirates ihre zehnjährige Arbeit mit Kaffee und Kuchen in der Bodelschwinghkirche gefeiert.

Viele Menschen mit Migrationshintergrund in Stöcken

„Gerade in Stöcken leben sehr viele Menschen mit Migrationshintergrund“, sagt Rita Heitsch vom Integrationsbeirat. „Das macht unsere Arbeit umso wichtiger.“ Mit 40,7 Prozent Einwohnern mit Migrationshintergrund führt Herrenhausen-Stöcken die hannoverschen Stadtbezirke an. Stadtweit haben 31,8 Prozent der Menschen einen Migrationshintergrund.

Heitsch lobt die vielen Projekte, die der Integrationsbeirat selbst ins Leben gerufen hat, darunter internationale Fest und gemeinsame Kochabende, bei denen Mitglieder des Integrationsbeirats Rezepte aus ihrer Heimat kochen. Die Entstehung des Gremiums konnte Heitsch anfangs noch als Stadtbezirksmanagerin begleiten, nach ihrem Ruhestand dann als Multiplikatorin. „Der Impuls für den Integrationsbeirat kam von der Stadt Hannover, die 2009 einen lokalen Integrationsplan aufgestellt hat“, erklärt sie. Nach diesem Plan sollte jeder Stadtbezirk einen örtlichen Integrationsbeirat zusammenstellen. Herrenhausen-Stöcken gründete 2009 den ersten Beirat mit dem Ziel, Integration zu fördern.

Wie wichtig Vernetzung und Unterstützung nach der Ankunft in einer neuen Umgebung ist, wissen viele der Mitglieder des Integrationsbeirates selbst. Elf der insgesamt 19 Mitglieder haben einen Migrationshintergrund. So auch Pilar Cantoria-Zschan, die ihre Heimat auf den Philippinen verließ, um als Krankenschwester in Deutschland zu arbeiten. „Integration funktioniert nie einseitig“, sagt Cantoria-Zschan, die aktuell auch die Kleiderkammer an der Bodelschwinghkirche leitet. „Es geht nicht darum, einfach nur die Sprache zu lernen, sondern einander gegenseitig zu akzeptieren und zu tolerieren.“ Mittlerweile lebt Cantoria-Zschan seit 39 Jahren in Deutschland. „Ich habe meinen Lebensmittelpunkt hier gefunden“, sagt die Leiterin der Kleiderkammer. „Wie schwierig das sein kann, weiß ich. Und deshalb möchte ich anderen dabei helfen.“

„Unterschiedliche Mentalitäten sind eine Herausforderung“

Hilfe bei Integration sei allerdings längst nicht selbstverständlich, meint Francisco Garcia Klänhammer, der seit 2010 dem Integrationsbeirat angehört. „Mein Vater war spanischer Gastarbeiter“, erzählt Garcia Klänhammer. „Er bekam damals keinerlei Unterstützung, und deshalb gab es gerade sprachlich sehr viele Missverständnisse.“ Damit Integration funktioniert, bräuchte es deshalb Hilfestellungen. „Es geht darum, Menschen zu zeigen, dass sie so wie sie sind, angenommen werden“, sagt er.

Doch nicht immer ist Integrationsarbeit einfach. „Der Beirat bringt viele verschiedene Menschen zusammen – das ist eine super Chance“, sagt Tatjana Toporik, die seit Beginn Mitglied des Integrationsbeirates ist. „Gleichzeitig treffen dann auch unterschiedlichste Mentalitäten aufeinander, das ist eine Herausforderung und kann auch mal in Streitereien münden.“ Am Ende würden sich aber alle immer wieder zusammenraufen – fast wie in einer Familie. „Das macht unseren Integrationsbeirat auf jeden Fall aus“, sagt Heitsch. „Der harte Kern ist zusammengewachsen – auch privat.“

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