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Hannover Wenn der Arzt zum neuen Schultergelenk rät
Nachrichten Hannover Wenn der Arzt zum neuen Schultergelenk rät
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16:53 11.06.2019
Patient Lutz Käsemann (links) hat sich von Tomas Smith, Chefarzt im Diakovere Annastift, die Schulter operieren lassen. Quelle: Bärbel Hilbig
Hannover

Wann muss ein Schultergelenk tatsächlich operiert werden? Patient Lutz Käsemann ging lange davon aus, um den schmerzhaften Eingriff herumzukommen. Vor sieben Jahren hatte sich der Veranstaltungsmanager die linke Schulter ausgekugelt. Eine gerissene Sehne wurde bereits damals genäht. Doch bei dem Unfall war auch Knorpel auf den Gelenkflächen und Bindegewebe beschädigt worden. Der Knochen begann an den Rändern der Gelenkpfanne zu wuchern, die Knorpelschicht zersetzte sich durch die Reibung weiter. Als die Arthrose Ende 2018 zu schmerzhaft wurde, suchte Käsemann Rat bei Tomas Smith, Chefarzt für Schulter-, Knie- und Sportorthopädie im Diakovere Annastift.

„Ich war Freistil geschwommen und dachte, mein Arm fällt ab“, erzählt der 55-jährige Käsemann. Selbst das Autofahren wurde für den Geschäftsmann zur Qual. Physiotherapie brachte keine Erleichterung mehr. „Manche Menschen können mit Verschleißerscheinungen lange leben. Sie sind zwar schlecht beweglich, haben aber keine starken Schmerzen“, sagt Smith. Wenn der Knochen nicht wuchert oder auch bei betagten Menschen, die sich nicht mehr viel bewegen wollen, rät er zu anderen Behandlungsformen. „Es hängt vom Leidensdruck und dem Anspruch des Patienten ab.“

Bei Käsemann empfahl sich eine Operation. Smith entfernte die Knochenwucherungen und setzte dem Patienten ein neues Schultergelenk ein. Käsemann hat nun einen künstlichen Oberarmkopf aus Edelstahl und auf der Gegenseite eine ausgekleidete Gelenkpfanne. Das Oberarmkopf-Implantat ist mit vier Trägerfüßen im Armknochen verankert und wächst dort ein. Anders als früher meist üblich bekam Käsemann kein Implantat, das mit einem langen Stiel tief in den Oberarm führt. „Diese schaftfreie Lösung ist schonender. Dafür muss aber die Knochenqualität gut sein, damit das Implantat hält“, erläutert Smith. Allerdings ist für die Operation ein spezialisierter Chirurg erforderlich. Schulteroperationen gibt es in Deutschland nur rund 20.000 im Jahr, an der Hüfte lassen sich 200.000 Patienten operieren.

Patient Käsemann steht nun noch eine längere Genesungszeit mit Physiotherapie bevor. Im Beruf packt er oft selbst mit an, wenn sein Team eine Veranstaltung vorbereitet. Er hofft, wieder schmerzfrei Sport treiben zu können. „Ich will das machen, was ich auch vorher konnte.“

Von Bärbel Hilbig

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