Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Hannover Aggressive Birkenpollen: So geht es Allergikern jetzt
Nachrichten Hannover Aggressive Birkenpollen: So geht es Allergikern jetzt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:30 23.04.2019
Ohne die Beiden geht nichts: Leonie Löffler (20) braucht jeden Tag ihre Tabletten und Augentropfen. Quelle: privat
Hannover

  Schnupfen, Husten und Augenjucken – Laut dem Robert-Koch Institut ist jeder siebte Deutsche und jedes zwölfte Kind vom Heuschnupfen betroffen – so auch die 20-Jährige Leonie Löffler. Sie reagiert auf alle Gräser, sowie auf Birke, Erle und Haselnuss allergisch. Wie auch bei tausenden Hannoveranern hat ihr das Mastjahr der Birke sehr zugesetzt. Alle zwei Jahre blüht die Birke besonderes kräftig und das sei durch den Wärmeschub noch begünstigt worden. „Ich habe durchgängig Atemprobleme“, beklagt Leonie, die von Januar bis August unter dem Heuschnupfen leidet.

Immunsystem reagiert auf körperfremde Eiweiße

Der Grund dafür: Das Immunsystem reagiert auf die körperfremden Eiweiße, die in den Pollen vorhanden sind. Wenn die Samen mit den Schleimhäuten an der Nase oder in den Augen in Berührung kommen, lösen sie die allergische Reaktion aus. „Am schlimmsten sind bei mir die Augen, sie schwellen dann so zu, dass ich nichts mehr sehen kann und jucken extrem“, so die 20-Jährige.

Doch nicht nur damit muss sich Leonie herum plagen. Wie die meisten der erwachsenen Pollenallergiker leidet sie zudem noch an der Kreuzallergie. Dabei reagiert der Körper neben den Blütensamen auch auf Lebensmittel wie reife Bananen, Äpfel und Tomaten. „Das kommt daher, weil sich die Strukturen stark ähneln und das Immunsystem sie nicht unterscheiden kann“, erläutert Allergologe Dr. Thomas Buck aus Hannover. Für Leonie sei das wirklich schlimm: „ Ich liebe Bananen und kann sie jetzt nicht mehr essen“, bedauert Leonie. Als sie fünf Jahre alt war, wurde bei ihr der Heuschnupfen festgestellt. „Früher habe ich es als Krankheit aufgezählt. Mittlerweile habe ich mich damit abgefunden und ignoriere es halt, so gut es geht.“ Doch das ist gar nicht so einfach – denn durch den Heuschnupfen hat sie zudem noch Asthma bekommen. 

„Halte mich von Bäumen fern“

In diesem Jahr sei es ab Januar für Leonie schon schlimm gewesen. „Ich halte mich so gut es geht vor Bäumen fern, gegen die ich allergisch bin“, berichtet sie. Auch Buck hatte in seiner Praxis in der letzten Woche vermehrt Pollenpatienten in der Sprechstunde, die zudem auch noch allergisches Asthma bekommen haben. „In schlimmen Jahren ist es wie eine Grippe. Dann bekomme ich zusätzlich noch Fieber und Husten“, so Leonie. 2016 musste sie aufgrund ihrer Allergie sogar alle zwei Tage zum Arzt, um sich Kortison spritzen zu lassen, weil ihre Atemwege so geschwollen waren. 

Abgase machen Pollen aggressiver

Vorbeugen kann man eine Pollenallergie nicht. Sie kann laut Allergologe Buck auch vererbt werden. Wenn ein Elternteil die Allergie habe, dann werden die Kinder zu 40 Prozent selbst Allergiker, erklärt Buck. Leonies Vater ist wie seine Tochter auch betroffen, dieser wohnt allerdings in ihrer Geburtsstadt Chemnitz. Es sei ein Unterschied, ob man auf dem Land oder in der Stadt lebt, weiß Buck. „Die Abgase machen die Birkenpollen zum Beispiel sehr viel aggressiver.“ Von Hausmittelchen rät der Mediziner allerdings ab: „Betroffene sollten lieber zum Arzt gehen und sich dann die richtigen Medikamente verschreiben lassen, um auch Nachfolgeerkrankungen schnell zu diagnostizieren.“

Von Laura Ebeling

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Sommerliche Temperaturen in Hannover: Doch wie lange bleibt das gute Wetter? Bis Mittwoch bleibt es warm in Hannover. Zum Vatertag steigt das Risiko für Schauer und Gewitter.

07.05.2018

Teilnehmer aus vier Nationen treffen sich zu einer Sport- und Kulturveranstaltung für mehr Toleranz am Maschsee. Es geht um klare Signale gegen Rassismus und Religionsfanatismus – bereits zum 13. Mal.

09.05.2018

Bauarbeiten an der A37 in Richtung Celle: Am Montag wird die Parallelspur am Autobahnkreuz Hannover-Kirchhorst zeitweise voll gesperrt. Es kann zu Behinderungen kommen.

06.05.2018