Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Hannover Grummeln über den neuen Üstra-Vorstand
Nachrichten Hannover Grummeln über den neuen Üstra-Vorstand
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 22.12.2017
Denise Hain und Volkhardt Klöppner bilden das neue Spitzenduo bei der Üstra.  Quelle: Rainer-Droese
Anzeige
Hannover

 Am Ende musste alles ganz schnell gehen. Der alte Üstra-Vorstand sollte  den Hut nehmen, rasch mussten zwei neue Chefs gefunden werden. Seit eineinhalb Wochen sind Manager Volkhardt Klöppner und die ehemalige Betriebsratsvorsitzende Denise Hain im Amt. In der Kommunalpolitik fragen sich manche, ob jetzt die richtigen Personen an der richtigen Stelle sitzen. „Musste man den Wechsel derart übers Knie brechen?“, fragt sich ein CDU-Ratspolitiker. Warum solle ein Manager, der noch nie beruflich mit Nahverkehr zu tun hatte, befähigt sein, ein Verkehrsunternehmen durch schwierige Zeiten zu führen? Auch Mitglieder der SPD stellen sich solche Fragen, geben sich aber achselzuckend selbst die Antwort. „Hauptsache, es kehrt Ruhe ein bei der Üstra“, sagt ein SPD-Regionspolitiker. Und Hauptsache, der neue Vorstandschef stamme nicht aus dem Üstra-Kosmos.

Volkhardt Klöppner kommt von außen. Er hat bisher für verschiedene Unternehmen mit unterschiedlichen Ausrichtungen gearbeitet. Er war für den Parfümeriehersteller Douglas tätig und in leitender Position bei der Tengelmann-Kette. Zudem hat er eine Hörgeräte-Firma aufgebaut. Der 49-Jährige ist in Hannover aufgewachsen und zur Schule gegangen – dieselbe Schule, die auch Aufsichtsratschef Ulf-Birger Franz (SPD) besuchte. In der Kommunalpolitik meinen manche, dass es womöglich diese persönliche Verbindung war, die am Ende den Ausschlag für Klöppner gab. 

Alte Chefs fristlos entlassen

Die neuen Üstra-Chefs, Volkhardt Klöppner und Denise Hain, haben bereits ihre Arbeit aufgenommen, ihre Vorgänger werden jetzt gewissermaßen vom Hof gejagt. André Neiß und Wilhelm Lindenberg können nicht mit einer Abfindung rechnen, ihnen steht die fristlose Kündigung bevor. Grund für den harten Schnitt ist dem Vernehmen nach der fehlgelaufene Kauf von Hybridbussen. Die Üstra hatte den Auftrag in die Wege geleitet, obwohl nicht klar war, ob die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) die Anschaffung finanziell unterstützt. Im nachhinein den Förderantrag einzureichen, ist nicht erlaubt. Tatsächlich will die LNVG auch nicht zahlen, sodass der Üstra ein Zuschuss von fast zwei Millionen Euro entgeht. 

Bis Neiß und Lindenberg tatsächlich ihren Hut nehmen, wird es noch ein paar Wochen dauern. Die LNVG will die Üstra zunächst anhören. An der Ablehnung des Zuschusses gebe es aber keine Zweifel, heißt es vonseiten der Landesbehörde. asl

Tatsächlich wurde die Stelle nicht öffentlich ausgeschrieben, weil die Zeit drängte. Das geht rechtlich in Ordnung, denn bei einem Vorstandswechsel darf es keine Vakanzen geben. Auf einen Stellenvermittler (“Headhunter“) wurde verzichtet. „Aufsichtsratschef Franz hat Ausschau nach geeigneten Kandidaten gehalten“, sagt SPD-Aufsichtsratsmitglied Silke Gardlo. Mit dem Kontrollgremium habe es immer wieder „Rückkopplungen“ gegeben.

Franz bestätigt gegenüber der HAZ, dass er mit Klöppner am Gymnasium Langenhagen im selben Jahrgang die Schulbank drückte. „Aber wir hatten 30 Jahre lang keinen Kontakt“, betont Franz. Dass die beiden womöglich nicht allzu enge Freunde waren, zeigt sich daran, dass Klöppner damals Mitglied der Jungen Union war (Nachwuchsorganissation der CDU) und Franz sich für die Jusos (Jugendorganisation der SPD) begeisterte. Inszwischen ist Klöppner parteilos. 

Dennoch ist die Kandidatensuche schnell auf Klöppner hinausgelaufen.  „Wir haben auch Gespräche mit anderen Bewerbern geführt“, sagt Franz. Ausschlaggebend für Klöppner sei gewesen, dass er sich als gestandener Manager auskenne mit Wettbewerb. „Wir wollten jemanden haben, der Erfahrung hat in Unternehmensführung“, sagt Franz. Im kommenden Jahr werde man einen dritten Vorstandsposten öffentlich ausschreiben. „Für die Stelle suchen wir jemanden mit Erfahrung im Nahverkehr“, sagt Franz

Klar ist für den Aufsichtsratschef auch, dass an einem Wechsel des Vorstands kein Weg vorbeiführte. Dem vormaligen Spitzenduo, André Neiß und Wilhelm Lindenberg, wird unter anderem vorgeworfen, bei einer dubiosen Auftragsvergabe nicht geanu hingeschaut zu haben. Die Leiterin für interne Kommunikation bei der Üstra soll der Werbeagentur ihres Mannes einen lukrativen Auftrag zugeschanzt haben.

Dabei handelt es sich um dieselbe Werbeagentur, für die die neue Personalchefin Denise Hain einst als Werbemodell „Dr. Amore“ posierte. Angetan mit Ärztekittel und Mundschutz, augenscheinlich aus Beständen des Regionsklinikums, ließ sie sich für eine sinnentleerte Werbegeschichte fotografieren. In der Kommunalpolitik ist die „Jungendsünde“ der inzwischen 39-Jährigen nicht gut angekommen, manche fragen sich, ob sie das Format für eine Personalchefin in einem Unternehmen mit mehr als 2000 Mitarbeitern hat. Zugespitzt formuliert: Ist Hain Teil des Problems oder Teil der Lösung? 

 Aufsichtsratschef Franz winkt ab. „Die erste große Aufgabe des neuen Vorstands wird sein, ein Compliance-System aufzubauen“, sagt Franz.  Mit anderen Worten: Klöppner und Hain sollen dafür sorgen, dass Mauscheleien bei der Üstra künftig keine Chance haben.

Von Andreas Schinkel

Hannover Kleintiere verbreiten sich - Invasion der Papierfischchen in Hannover

Sie sind etwas größer als Silberfischchen und verbreiten vor allem in Archiven Angst und Schrecken, weil sie Papier fressen: Papierfischchen werden jetzt immer öfter auch in Hannover nachgewiesen. Derzeit ist eine Wohnung in Bemerode befallen.

19.12.2017

Erst streiten sich die kleinen und die großen Fraktionen in der Region, dann wird es doch noch weitgehend weihnachtlich-friedlich. Am Schluss stimmt die Regionsversammlung dem Haushalt für 2018 zu. 

22.12.2017
Hannover Zwischen Wettbergen und Ronnenberg - Zwei Unfallopfer schweben weiter in Lebensgefahr

Nach dem schweren Unfall auf der Bundesstraße 217 zwischen Wettbergen und Ronnenberg schweben zwei Menschen weiter in Lebensgefahr.  Insgesamt mussten nach dem Unfall sechs Schwerverletzte versorgt werden, darunter zwei Kinder. 

20.12.2017