Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Hannover Diese Hannoveraner arbeiten an Heiligabend
Nachrichten Hannover Diese Hannoveraner arbeiten an Heiligabend
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:11 24.12.2017
Die beiden Krankenschwestern Katja Stuiber (l.) und Carolin Wiebe arbeiten an Heiligabend im Clementinenhaus. Quelle: Katrin Kutter
Anzeige
Hannover

 Katja Stuiber und ihre Kollegin Carolin Wiebe hatten im Herbst die Wahl: Entweder sie schieben an Weihnachten oder Silvester Dienst auf der Gastroenterologie-Station im Clementinenhaus. Die Gesundheits- und Krankenpflegerinnen haben sich für die erste Alternative entschieden. „Irgendwer muss es ja machen“, meint Katja Stuiber.

Sie wird Heiligabend bis 21 Uhr im Dienst sein, danach muss sie noch Richtung Lehrte nach Hause fahren. „Mein Mann kocht, es gibt Wildschwein“, sagt Stuiber. Gemeinsam mit den drei Söhnen wird er den Festbraten vermutlich schon probiert haben, wenn sie von der Schicht kommt. „Aber dann wird noch ein bisschen zusammen gefeiert.“ Stuiber findet ihren Weihnachtsdienst nicht schlimm. „Man kann ja zeitlich auch mal umdisponieren, Geschenke beim Frühschoppen auspacken – oder eben erst am 25. Dezember.“

Carolin Wiebe muss dieses Mal an Heiligabend nur bis 16 Uhr bleiben. „Dann fahre ich zu meinen Eltern nach Sehnde und setze mich gewissermaßen an den gedeckten Tisch“, meint sie. Es sei gar nicht so schlecht, wenn andere das Fest vorbereiteten. „Hier auf Station feiern wir auch ein bisschen, wenn die Zeit bleibt.“ Es habe schon mal Raclette gegeben, und der Stations-Kühlschrank ist über die Feiertage ohnehin immer gut gefüllt. Im Clementinenhaus gibt es auch eine Weihnachtsandacht für Mitarbeiter und Patienten. „Allerdings ist das Haus über die Feiertage nicht gerade voll belegt“, sagt Wiebe. Mit einem vollen Haus gehe es erst danach wieder los.

Grundsätzlich nähmen die Kollegen beim Dienstplan Rücksicht aufeinander, betont Wiebe. „Mitarbeiter mit kleinen Kindern sollten entlastet sein“, sagt auch Stuiber. Und einen Vorteil hat der Feiertagsdienst ohnehin: die Sonderzulage, die das leere Vorweihnachtskonto ein wenig wieder aufzufüllen hilft.

Auf der anderen Seite der Bar

Jörg Hammann arbeitet an Heiligabend als Barmann im Hotel Luisenhof. Quelle: Katrin Kutter

Am Abend des 24. Dezember steht Jörg Hammann an der Bar – allerdings gewissermaßen auf der falschen Seite. Er gehört nicht zu den Familienvätern, die sich vor Kirchgang und Festessen noch einen Drink gönnen. Hammann mixt diese Drinks. Seit knapp 30 Jahren ist der Südstädter Barkeeper in Kastens Hotel Luisenhof. Und an Heiligabend hat er Dienst. Wie so oft in den vergangenen Jahren.

„Für mich ist das kein Problem, das gehört einfach zum Job“, meint der 54-Jährige. Dem 24. Dezember sieht er daher gelassen entgegen. Um 12 Uhr mittags beginnt seine Schicht, gegen 22 Uhr ist Feierabend. „Wir haben hier viele Stammgäste an der Bar, da wird schon einiges los sein – in familiärer Atmosphäre“, glaubt Hammann. Mit einigen Gästen werde er vielleicht auch auf Weihnachten anstoßen, sein persönliches Fest indes beginnt erst nach Feierabend. „Meine Frau und ich haben eine kalte Platte vorbereitet. Wenn ich nach Hause komme, wird gegessen. Alles Weitere holen wir am 25. Dezember nach.“ Kinder haben die Hammanns nicht, und Neffen und Nichten seien dem Weihnachtsbaum-Alter entwachsen.

Im Hotel wechseln sich die Mitarbeiter beim Weihnachtsdienst ab. „Kollegen mit kleinen Kindern werden entlastet, dafür haben Muslime an Heiligabend ja meist nichts weiter vor“, sagt Hammann. Der gelernte Hotelfachmann ist bereits seit 39 Jahren in der GastronomieWeihnachten hat er nicht immer im Dienst verbracht. Bei Silvester sieht das anders aus. „In 39 Jahren habe ich nur einmal zum Jahreswechsel keine Cocktails gemixt“, erzählt Hammann. Auch das Jahr 2018 wird er daher traditionell an der Hotelbar verbringen. Aus seiner Sicht auf der richtigen Seite.

Ganz entspannt am Steuer

Nicole Wegener arbeitet an Heiligabend als Busfahrerin. Quelle: Katrin Kutter

Busfahrerin Nicole Wegener kennt das Feiertagsgeschäft schon. „In den vergangenen Jahren habe ich immer an Weihnachten gearbeitet, mal an Heiligabend, mal an den beiden Weihnachtsfeiertagen“, sagt die 47-jährige Mutter von vier Kindern. Es mache ihr Spaß, weil an diesen Tagen generell auf den Straßen weniger Verkehr herrsche und die Fahrgäste entspannter seien. „Es ist einfach ein nettes Miteinander im Bus, ganz ohne Stress.“

Eine Schicht dauert vier bis sieben Stunden und ist damit etwas kürzer als sonst. Wer zu welcher Zeit auf welcher Linie am Steuer sitzt, wird kurzfristig entschieden. Wenn der Dienst an Heiligabend nicht so lange dauert, wartet die Familie mit der Weihnachtsfeier auf die Busfahrerin. In der Vergangenheit haben die Wegeners die Feierlichkeiten aber auch schon am 25. Dezember nachgeholt. Wichtig sei nicht der Zeitpunkt, sondern die Gemeinsamkeit. „Meine Familie weiß, dass ich leidenschaftlich gern Bus fahre“, sagt Wegener. Zudem trage sie mit ihrer Arbeit dazu bei, dass die Menschen zueinander kommen – sehr wichtig an Weihnachten.

Von sub/se

Die Region Hannover bekommt für den Ausbau des Radwegenetzes 4,3 Millionen Euro vom Bundesumweltministerium. Damit kann sie in den kommenden drei Jahren zehn Strecken finanzieren.

27.12.2017

Nur einmal im Jahr kommt das Event-Orchester zusammen, um in Kirchrode und im Henriettenstift in der  Südstadt Patienten und Besucher auf Heiligabend einzustimmen. Der Auftritt hat Tradition – die Zuhörer sind gerührt.

27.12.2017

Stammgäste bereiten den Wirten des Klein-Kröpcke an Heiligabend eine ganz besondere Überraschung. Denn die Betreiber geben die Kneipe zum Jahreswechsel in neue Hände.

Bärbel Hilbig 24.12.2017