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Hannover Mehr Bürgerservice: Bauamt will 70.000 Akten digitalisieren – aber wer soll es machen?
Nachrichten Hannover Mehr Bürgerservice: Bauamt will 70.000 Akten digitalisieren – aber wer soll es machen?
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14:29 24.09.2019
Das Bauamt will effizienter werden, doch dafür müssen Zehntausende Akten eingescannt werden. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Immer wieder kritisieren Bauherren und unabhängige Gutachter, dass das hannoversche Bauamt zu langsam arbeitet. Verzögerungen bei den Bauanträgen gibt es aber nicht nur, weil freie Stellen nur mühsam besetzt werden konnten und die Nachwuchskräfte erst eingearbeitet werden müssen. Zeitraubend ist auch die Arbeitsorganisation: Stadtmitarbeiter tragen noch immer etliche Akten zwischen verschiedenen Standorten hin und her. Das soll sich durch die Digitalisierung der Bauanträge ändern. Doch der Gesamtpersonalrat braucht noch Bedenkzeit.

Software für digitale Bauanträge bereits beschafft

Die Stadtverwaltung hat bereits eine Software beschafft, über die die Dokumente digital eingereicht werden können. Auf diese Weise sollen die Bauanträge rascher und bürgerfreundlicher bearbeitet werden. Doch damit Bauherren ihre Angelegenheiten vollständig am Computer erledigen können, muss die Stadt erst eine Herkulesaufgabe stemmen: Zehntausende Bestandsakten müssen zuvor eingescannt werden. Wer diese Aufgabe übernehmen soll, ob eine externe Firma beauftragt wird oder die Stadtmitarbeiter selbst zum Scanner greifen, ist noch unklar.

Digitalisierung von Bestandsakten entscheidend für Bauantrag am Computer

70.000 Akten bewahrt das Bauamt an vier Standorten auf. Jeden Monat türmen sich weitere Papierstapel auf dem Berg. Eine Digitalisierung der Akten sei nötig, teilt Stadtsprecherin Michaela Steigerwald mit, „weil sie regelmäßig zur Bearbeitung von Bauanträgen hinzugezogen werden müssen, etwa bei baulichen Änderungen im Bestand.“ Nur so könne eine vollständige digitale Bearbeitung der Baugesuche gewährleistet werden. Sind die Akten eingescannt, können Architekten und Bauherren ihre Unterlagen am Computer von zu Hause aus einsehen.

Die Bauverwaltung will das Einscannen der Papierbögen am liebsten an ein externes Unternehmen vergeben, um die Mitarbeiter des Bauamts nicht zusätzlich zu belasten. Zudem sei der technische Aufwand angesichts großformatiger Baupläne in den Akten erheblich, sagt Sprecherin Steigerwald. Mit einer Ausschreibung wolle die Stadt einen „externen Dienstleister“ ermitteln. „Nur so kann eine beschleunigte Digitalisierung der großen Bestände sichergestellt werden“, sagt Steigerwald.

Gesamtpersonalrat will sich eigenes Bild machen

Der Gesamtpersonalrat der Stadt will sich zunächst ein eigenes Bild machen.„Wir fahren jetzt zusammen mit Bauamtskollegen nach Bremen und schauen uns an, wie die Aufgabe dort gelöst wurde“, sagt Dirk Janßen, stellvertretender Vorsitzender des Gesamtpersonalrats. In Bremen sei die Digitalisierung der Akten auch an ein externes Unternehmen vergeben worden. Das heiße aber nicht automatisch, dass die Personalvertreter in Hannover ebenfalls grünes Licht für diesen Weg geben, betont Janßen. „Wir befinden uns in einem konstruktiven Dialog mit der Bauverwaltung“, sagt er.

Die abwartende Haltung des Gesamtpersonalrats bei Vergaben an externe Unternehmen hat ihren Grund. Im Haustarifvertrag der Stadt Hannover verpflichtet sich die Verwaltung, keine selbst wahrgenommenen Aufgaben an andere Arbeitgeber zu übertragen (§ 4 Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung).

Die Zeit drängt

Die Stadt betont, dass noch nichts entschieden sei und man sich noch in der „Abstimmungsphase“ befinde. Doch die Zeit drängt. Schon im nächsten Jahr will die Stadt das digitale Baugenehmigungsverfahren für den Bereich Geschosswohnungen starten. „Danach soll das digitale Antragsverfahren auch auf alle anderen Bauaufsichtssachgebiete ausgedehnt werden“, sagt Steigerwald.

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