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Hannover Aldi-Projekt an der Hildesheimer Straße ist geplatzt
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Discounter in Hannover: Aldi-Projekt an der Hildesheimer Straße ist geplatzt

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19:47 28.12.2020
Das ist der neue Planungsstand: Der Aldi bleibt hinten, vorn an der Hildesheimer Straße entsteht die neue Firmenzentrale der Kreissiedlungsgesellschaft (KSG).
Das ist der neue Planungsstand: Der Aldi bleibt hinten, vorn an der Hildesheimer Straße entsteht die neue Firmenzentrale der Kreissiedlungsgesellschaft (KSG). Quelle: Michael Thomas
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Hannover

Es waren große Pläne, die der Lebensmitteldiscounter Aldi und die Kreissiedlungsgesellschaft (KSG) der Region Hannover hatten. Auf einem ehemaligen Tankstellengelände an der Hildesheimer Straße 114 planten sie den Neubau eines Aldi-Marktes, der Firmenzentrale sowie Wohnungen. Aber jetzt ist das Projekt in dieser Form offenbar geplatzt.

Aldi will jetzt in dem alten Gebäude bleiben

In der jüngsten Sitzung des Stadtbezirksrats Südstadt-Bult teilte Bezirksbürgermeister Lothar Pollähne (SPD) auf Anfrage mit, dass das Projekt nicht verwirklicht werde. Die KSG baue ihre Firmenzentrale ohne Aldi-Markt und Wohnungen, Aldi werde zunächst in dem alten Gebäude bleiben, das auf dem hinter der Tankstelle liegenden Grundstück steht. Die Konsequenz dieser Entscheidung sei, dass der Lieferverkehr für den Aldi-Markt weiterhin durch die Mozartstraße fließe, zum Ärger der dortigen Anwohner. Nähere Angaben machte Pollähne nicht, er verwies auf eine der nächsten Bezirksratssitzungen.

Erst Ende September hatten Anwohner gegen den durch den Neubau für die Mozartstraße erwarteten Verkehr protestiert. Denn dort war für das geplante Neubauprojekt nicht nur, wie schon jetzt, die Anlieferung vorgesehen, sondern auch die Zufahrt zu einem Kundenparkhaus. Anwohner hatten befürchtet, rund 600 Autos täglich könnten wegen des Parkhauses durch die Mozartstraße rollen. „Wir sind über die Planungen entsetzt“, sagte eine Sprecherin der Anwohner in der Bezirksratssitzung vor drei Monaten. Sie forderte, die Planungen zu ändern.

Außerdem baten Bewohner des Areals die Stadt, ihnen einen Bürgeranwalt zur Verfügung zu stellen. Ein Mann bezeichnete es als widersprüchlich, wenn Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) einerseits plane, die Autos aus der Stadt zu verbannen, die Stadt dann aber in einer kleinen Straße so viel zusätzlichen Verkehr erlaube.

„Bauschmerzen wegen der Mozartstraße“

Im September hatten auch die Bezirksratsmitglieder ihre Ablehnung der aktuellen Pläne deutlich gemacht. Es sei „hochgefährlich“, wenn die Autos aus der Parkgarage dann direkt auf den Gehweg führen, sagte Grünen-Fraktionschef Oliver Kluck. Auch FDP-Bezirksratsherr Thomas Siekermann meinte, es müsse ein anderer Weg gefunden werden. Und Bezirksbürgermeister Pollähne fasste zusammen: „Alle haben große Bauchschmerzen mit einer Zufahrt über die Mozartstraße.“

Die Stadt wollte sich zu den jetzt geplatzten Plänen nicht äußern. Das Bauamt befinde sich noch in Gesprächen mit der Politik, aber auch mit der KSG sowie Aldi, sagt Sprecherin Michaela Steigerwald.

Um das Projekt hatte es bereits Ärger gegeben. Denn das Wohnungsunternehmen wollte in dem Gebäude zunächst keine Wohnungen bauen, das hatte für erhebliche Verärgerung bei den Mitgliedern des Bezirksrats gesorgt. Daraufhin hatte die KSG ihre Pläne geändert und einen neuen Entwurf mit 18 Mietwohnungen vorgelegt.

Von Mathias Klein