Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Hannover Klimakiller Nummer eins? Flughafen-Chef Hille wehrt sich in Talkshow gegen „Kesseltreiben“
Nachrichten Hannover Klimakiller Nummer eins? Flughafen-Chef Hille wehrt sich in Talkshow gegen „Kesseltreiben“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:31 08.08.2019
Hannovers Flughafenchef Raoul Hille (rechts) im Gespräch mit Grünen-Chef Robert Habeck und TV-Moderatorin Dunja Hayali. Quelle: privat
Anzeige
Hannover

Drastische Worte hatte Hannovers Flughafen-Chef Raoul Hille in der vergangenen Woche zur Klimadebatte gefunden: „Blutdruck“ bekäme er, wenn er nur das Wort Flugscham höre. Auf den Plakaten der Fridays-for-Future-Demonstrationen und in der Klimadebatte gebe es „ein Kesseltreiben gegen den Flugverkehr als Klimakiller Nummer eins – das ist nicht sachgerecht“, ärgerte sich Hille am Mittwochabend erneut in der ZDF-Talkshow „Dunja Hayali“. Doch bei der Gelegenheit konnte er seinen Ärger erstmals gewissermaßen mit dem obersten Kesseltreiber diskutieren: Grünen-Chef Robert Habeck saß ihm gegenüber.

Habeck: „Unsinniges Verhalten nicht mehr belohnen“

Krachten nun also Flieger und Flugschämer aufeinander? Nein, der Grünen-Chef wollte sich gar nicht streiten, sondern suchte gewissermaßen den Schulterschluss mit Hille. Jeder hier im Raum sei schon mal geflogen, sagte Habeck. „Wir sind alle Profiteure dieses Systems. Aber wir sind als Gesellschaft damit gegen die Wand gefahren.“ Deshalb müssten jetzt gemeinsam Verbesserungen gesucht werden. Da ginge es nicht darum, mit dem Finger zu zeigen und Schuldige zu suchen.

Nur drei Prozent aller CO2-Emissionen weltweit gingen auf den Flugverkehr zurück, gerade einmal 0,3 Prozent in Deutschland auf innerdeutsche Flüge – zudem könnte die Bahn die Passagiermenge gar nicht aufnehmen, meinte Hille. Mag sein, meinte Habeck. Aber bevor man die großen Brocken in der Klimapolitik anpacke, sei es doch das einfachste Mittel, „unsinniges Verhalten nicht mehr zu belohnen“. Und genau das sei die Subventionierung von Inlandsflügen: Unsinn.

Hille: „Wo die Bahn gute Verbindungen hat, fliegen wir nicht.“

Nicht Verbote, Verbesserungen seien der Weg, um die Menschen aus dem Flugzeug in die Bahnen zu holen, meinte Hille: Mehr Flughäfen bräuchten Bahnanschlüsse. Und: „Wo die Bahn eine gute und sichere Alternative ist, da fliegen wir nicht mehr.“

Schnell und pointiert war das Gespräch, denn es warteten noch eine Vertreterin der Kohlebranche und ein Schweine-Landwirt aus Uelzen darauf, mit Habeck diskutieren zu können. Am Ende blieb die Erkenntnis: Eigentlich wollen alle das eine: mehr Klimaschutz, weniger Emissionen. Nur die Frage, wie man dort hinkommt und ob man dabei noch fliegen darf, die wurde an diesem Abend nicht abschließend geklärt.

Von Heiko Randermann

Auf dem Kaufland-Parkplatz in der Rundestraße prallen ein Auto und eine Fahrradfahrerin zusammen, der genaue Unfallhergang ist fraglich. Die Radlerin fuhr auf dem Fußweg in falscher Richtung und wird verletzt – die Autofahrerin aber klagt auf Schadensersatz. Schuld tragen wohl beide Seiten.

08.08.2019

Salsa-Tanz am Westufer, Modenshow an der Maschseequelle und mehrere Bootstouren für Kinder auf dem See: Das ist das Programm am Donnerstag auf dem Seefest.

08.08.2019

Bei einem Unfall auf der Landesstraße 190 in der Wedemark ist am Mittwochabend eine 41-Jährige schwer verletzt worden. Sie hatte bei einem Wendemanöver zwischen Scherenbostel und Mellendorf einen Lastwagen übersehen.

08.08.2019