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Hannover Zehnte Folge: „Drache Kokosnuss“-Erfinder Ingo Siegner liest auf HAZ.de für Kinder
Nachrichten Hannover Zehnte Folge: „Drache Kokosnuss“-Erfinder Ingo Siegner liest auf HAZ.de für Kinder
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07:34 02.04.2020
Mit Papier und Bundstift sagt Rattenkind Eliot dem fiesen Coronavirus den Kampf an - mit einer extra für die HAZ angefertigten Zeichnung. Quelle: Ingo Siegner
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Hier liest Ingo Siegner den ersten Teil aus "Eliot und Isabella im Finsterwald"

Alle Folgen von „Der kleine Drache Kokosnuss“ und mehr: Hier finden Sie die bisherigen Folgen auf einen Blick

Vielleicht hat es mit Ingo Siegners untrüglichem Gespür für Themen zu tun, dass der neueste Band seines Kinderbuch-Bestsellers „Der kleine Drache Kokosnuss“ ausgerechnet im fernen China spielt, jenem Land also, in dem der Corona-Virus ausbrach. Im Mai soll das Abenteuer mit dem kleinen Kokosnuss, dem mit ihm befreundeten Stachelschwein Matilda und dem furchterregenden Drachen Long Long im cbj-Verlag bei Random House erscheinen. Mit der Lungenkrankheit, die derzeit die halbe Welt in Angst und Schrecken versetzt, hat das Bilderbuch aber rein gar nichts zu tun. Noch bevor es von Covid-19 im Dezember 2019 die ersten Meldungen aus China gab, war die Konzeption, die Geschichte, fertig. Siegner hatte sich schlicht von dem oft so „mächtig, geheimnisvoll, gefährlich, aber auch kultiviert“ wirkenden Reich der Mitte inspiriert gefühlt, seinen kleinen Helden einmal dorthin reisen zu lassen.

Corona-Virus lässt auch Siegner nicht unberührt

Die Auswirkungen des Corona-Virus lassen aber auch den 55-jährigen Kinderbuchautor nicht unberührt. Jeden Tag schaue er von seinem Fenster aus auf einen großen Spielplatz, sagt der Mann, der in einer schönen Altbauwohnung in der List lebt. Morgens sehe er dort Mütter mit ihren Babys sitzen, mittags Schulkinder, abends schaue er leidenschaftlichen Hobbyfußballern beim Kicken zu. Seit dem Spielplatzverbot der Stadt sei der Platz so gut wie leer. „Selbst wenn die Kinder zurzeit noch raus dürfen, können sie nicht so unbeschwert spielen wie sonst“, sagt Siegner. Weil die Stadt, in der er lebt, sich im Ausnahmezustand befindet, und weil er den Kindern in dieser seltsamen Zeit eine „schöne Abwechslung“ bieten will, liest Siegner ihnen im Internet auf HAZ.de künftig regelmäßig kostenlos etwas vor.

Der Band „Der Kleine Drache Kokosnuss und der Zauberschüler“, den Siegner besonders liebt, weil es so turbulent darin zugeht, wird komplett zu hören sein. Aber auch Auszüge aus seinen Büchern Eliot und Isabella im Finsterwald aus dem Verlag Beltz & Gelberg und und aus dem in Hannover spielenden Erdmännchen-Abenteuer „Gustav vor, noch ein Tor“ (Verlag Leuenhagen & Paris) wird es geben. Solidarität, Hilfe, nicht nur die des Staates, sondern die aller, sind dem Mann aus Hannover wichtig, der im Bilderbuchbereich eine atemberaubende Karriere hingelegt hat.

Gesamtauflage: 9 Millionen Exemplare

2002 erstmals unter dem schlichten „Der kleine Drache Kokosnuss – Vorlese-Bilderbuch“ erschienen, hat Ingo Siegners Kinderbuchbestseller mittlerweile allein in Deutschland eine Gesamtauflage von neun Millionen Exemplaren erreicht. Die Bücher erscheinen seinen Angaben zufolge in mehr als 20 Ländern, darunter Italien, Spanien, Griechenland, Türkei. Wer es sich wirtschaftlich leisten könne, solle sich überlegen ob er jetzt anderen Überbrückungshilfe leisten könne. Gerade für Künstler, Kleinveranstalter, könnten die kommenden Wochen den Ruin bedeuten. Wer beispielsweise Bücher kaufen wollte, sollte dies über die örtlichen Buchhändler tun, über deren Internetportale oder in Zeiten von Corona eingerichtete Lieferdienste.

Der kleine Drache Kokosnuss hat auf dem Bilderbuchmarkt eine ganz große Karriere gemacht. Quelle: Maximilian Arnhold

An Siegners eigenem Alltag ändert sich zur Zeit nicht so viel. Er arbeite sowieso von zu Hause aus, gehe viel spazieren und fahre Rad. Das gehe auch weiterhin. Mehr Zeit bleibt jetzt wohl auch für ein neues Abenteuer seiner Rattenkinder Eliot und Isabella. „Eliot und Isabella in den Räuberbergen“ soll im August erscheinen. Denn auch Siegner schränkt in diesen Tagen seine sozialen Kontakte ein: „Das halte ich für nötig, damit die Ausbreitung des Virus verzögert und das Gesundheitssystem funktionsfähig gehalten wird“, sagt der 55-Jährige.

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Von Jutta Rinas

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