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Hannover Extremer Hebammenmangel – hilft eine neue Zentrale?
Nachrichten Hannover Extremer Hebammenmangel – hilft eine neue Zentrale?
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19:07 19.08.2019
Viele Schwangere haben Schwierigkeiten eine Hebamme zu finden. Mit der Hebammenzentrale in der Region soll das jetzt besser werden. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
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Hannover

Der Mangel an Hebammen in der Region ist immer noch dramatisch. Drei bis fünf schwangeren Frauen täglich muss Hebamme Christina Aust bislang eine Absage für eine Betreuung erteilen. Immer häufiger riefen Frauen auf der Suche nach einer Hebamme für die Geburtsvorbereitung direkt nach Bekanntwerden der Schwangerschaft an, sagt sie. Sogar Notfälle im Wochenbett meldeten sich, so eine Frau mit Stillproblemen mit schwerkrankem Säugling – eine Hebamme, die ihr helfen konnte, hatte sie nicht.

Rund 300 Hebammen in der Region unter einer Adresse

Künftig will Aust für all diese Fälle effektiver Hilfe finden. Aust leitet die erste Hebammenzentrale der Region Hannover, eine Kooperation der Region mit Pro Familia Niedersachsen und dem niedersächsischen Hebammenverband, die am Montag offiziell ihre Arbeit aufgenommen hat. Angesiedelt ist sie bei Pro Familia in der Dieterichsstraße 25, Herzstück ist aber eine Website (www.hebammenzentrale-region-hannover.de), die die Angebote der rund 300 Hebammen in der Region künftig bündeln soll. Es sei wichtig, dass werdende Mütter jetzt die Möglichkeit hätten, unter einer Adresse Hilfe zu suchen, betonten Elke Zach (SPD) und Michaela Michalowitz (CDU), die gesundheitspolitischen Sprecherinnen ihrer Fraktionen in der Regionsversammlung.

Hier gibt es Notfallsprechstunden für Schwangere ohne Hebammen

Schwangere Frauen, die keine Hebammen gefunden haben und Unterstützung brauchen, können sich an die folgenden Notfall-Sprechstunden und ambulanten Wochenbettbetreuungen wenden.Medizinische Hochschule Hannover: Hebammensprechstunde – Schwangerschaft und Wochenbett – telefonische Voranmeldung: (0511)5326056

Hebammenpraxis Südstadt: Hebammensprechstunde, ambulante Wochenbettbetreuung. Keine Terminvereinbarung nötig. www.hannover-hebammenpraxis.de

Perinatalzentrum Hannover Elternschule Neu-Bethesda: Wochenbettambulanz. Telefonische Anmeldung 0178/7314204

Familienhebammenzentrum Hannover: Offene Sprechstunde und Sprechstunde mit telefonischer Anmeldung: www.fhz-hannover.de.

Hebammenpraxis am Deister: Hebammensprechstunde, telefonische Voranmeldung. www.hebammenpraxisamdeister.de jr

Per Suchfunktion sollen Schwangere eingeben können, wann sie eine Hebamme suchen. Dazu sollen sie sich über die Angebote, sei es in der Geburtshilfe, im Wochenbett, zur Stillzeit oder zum Ersten Lebensjahr, orientieren können. Parallel dazu registrieren Hebammen sich mit freien Zeiten und Angeboten. 360.000 Euro gibt die Region für die kommenden drei Jahre. Die Hebammenzentrale werde beitragen, die angespannte Versorgungssituation von Schwangeren in der Region deutlich zu entschärfen“, sagt Cora Hermenau, Gesundheitsdezernentin der Region.

Internet oder Telefonsprechstunde

Aber auch Frauen, die über die Internetseite nicht fündig werden, sollen Hilfe bekommen. Montags bis freitags sechs Stunden lang gibt es in der Zentrale künftig unter der Nummer (05 11) 30 18 57 98 eine telefonische Sprechstunde, die Aust mit zwei weiteren Hebammen betreut. „Wir können dann versuchen, ob wir wenigstens eine Betreuung durch mehrere Hebammen hinbekommen“, sagt Aust. In den Schwangerschaftsberatungen von Pro Familia meldeten sich immer mehr Frauen mit speziellen Sorgen: Frauen, die ein muttersprachliches Angebot suchten, Frauen in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften, mit Beeinträchtigungen, sagt Pro-Familia-Landesgeschäftsführerin Uta Engelhardt. „Es ist wichtig, dass sie sich konkret an jemanden wenden können.“

30- bis 40 Anrufe pro Schwangere

Wie groß die Not ist, betont Veronika Bujny, Vorsitzende des Niedersächsischen Hebammenverbandes 30 bis 40 Anrufe müssten Schwangere oft machen, bevor sie eine Hebamme fänden, sagt sie. Hinzu komme, dass in naher Zukunft viele ältere Hebammen in Rente gingen: „Dieser Notstand schlägt auf werdende Eltern zurück.“ Wichtig sei es auch, die universitäre Ausbildung für Hebammen, die sogenannte Akademisierung, voranzutreiben. Gerade die Landeshauptstadt brauche ein attraktives Angebot, dass junge Hebammen in Niedersachsen halte.

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Von Jutta Rinas

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