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Hannover Schulleiter einig: Baut eine IGS – noch vor einem weiteren Gymnasium
Nachrichten Hannover Schulleiter einig: Baut eine IGS – noch vor einem weiteren Gymnasium
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17:03 10.11.2019
„Das hätte man vorhersehen können“: Michael Bax, Leiter der Leonore-Goldschmidt-Schule im Mühlenberg und Sprecher der Gesamtschulen, wirft der Stadt eine verfehlte Schulplanung vor. Quelle: Moritz Frankenberg
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Hannover

So viel Einigkeit unter den Leitern der verschiedenen Schulen von der Grundschule bis zum Gymnasium ist neu in Hannover – darum entfaltet ihr gemeinsamer Brief an die Schulpolitiker im Rat eine besondere Wucht. In einem dringenden Appell fordern sie von der Stadt eine schnelle Lösung und ein Umschwenken in der Planung für neue Schulgebäude in Hannover. „Die Schulen sind voll!“, heißt es in dem Brief, den die Sprecher von Grundschulen, Real- und Oberschulen, Förderschulen, Gymnasien und Integrierten Gesamtschulen gemeinsam unterschrieben und an die Mitglieder des Schulausschusses geschickt haben.

Das Problem ist bekannt

Das Problem ist bekannt und zeigt sich vor allem in den weiterführenden Schulen, die nicht Gymnasien sind. Bereits seit dem vergangenen Schuljahr hatten vor allem die elf Integrierten Gesamtschulen (IGS), die drei Oberschulen und zum Teil auch die sechs Realschulen in Hannover zu wenig Platz für zu viele Schüler. „Einzelne Schulen wurden bereits jetzt – und in Zukunft wird sich die Situation kontinuierlich verschärfen – angewiesen, Schülerinnen und Schüler aufzunehmen, obwohl keine Schulplätze vorhanden waren.“ Es gebe keinerlei Aufnahmekapazitäten mehr, und doch drängen Schüler, die aus anderen Kommunen nach Hannover ziehen, Geflüchtete und dazu jedes Jahr Hunderte Kinder und Jugendliche aus den Gymnasien und Realschulen in Gesamt- und Oberschulen. Die wissen inzwischen nicht mehr, wo sie ihre Schüler unterbringen sollen. „Sollen wir die auf den Schützenplatz stellen oder den ganzen Tag Fußball spielen lassen?“, fragt Michael Bax, Leiter der Leonore-Goldschmidt-Schule in Mühlenberg.

Die Stadt tut schon etwas, aber aus Sicht der Schulleiter nicht genug: Unter anderem die IGS Südstadt wird derzeit saniert und erweitert. Quelle: Villegas

Mit Sorge blicken die Unterzeichner auf den kommenden Sommer und das nächste Schuljahr. „Es gibt Pläne für ein neues Gymnasium und eine neue Integrierte Gesamtschule“, sagt Bax. „Die sind dann in vier bis fünf Jahren so weit. Wir brauchen aber eine Antwort für den Sommer 2020“, fordert der Sprecher der Gesamtschulen. „Da wir damit rechnen müssen, dass auch – wie in den letzten Jahren – in diesem Schuljahr voraussichtlich wieder eine vergleichbare Anzahl von Schülerinnen und Schüler die Gymnasien und Realschulen verlassen müssen, gleichzeitig die Gesamtschulen und Oberschulen in den Jahrgängen sechs bis neun voll sind“, müssten schneller als bisher geplant weitere Schulplätze in der Landeshauptstadt geschaffen werden, heißt es im Brief.

„Komplett verpennt“

Die Schulformsprecher werfen Schuldezernentin Rita-Maria Rzyski und den Schulpolitikern im Rat verfehlte Prioritäten in der Planung vor. „Das hat die Stadt komplett verpennt“, sagt Bax. Die Unterzeichner des Briefs fordern die Stadt darum auf, Abstand von dem ohnehin umstrittenen Plan zu nehmen, zunächst ein 18. Gymnasium zu bauen und erst danach eine zusätzliche IGS. Nur das würde „den tatsächlichen Bedarf der benötigten Schulplätze ab dem Jahrgang sieben“ abbilden.

Eine Sprecherin der Stadt sagte, auch die Verwaltung sehe den dringenden Bedarf. Allerdings sei der Bedarf an den Gymnasien ebenfalls dringend. Es sei daher „nicht sinnvoll, die Planungen für das Gymnasium wieder ruhen zu lassen“. Vielmehr müsse „die Planung für die Errichtung einer weiteren IGS dringend parallel aufgenommen werden“. Die Drucksache sei bereits auf dem Weg.

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Von Karl Doeleke

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