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Hannover Droht Kaufhof am Rande der Altstadt die Schließung?
Nachrichten Hannover Droht Kaufhof am Rande der Altstadt die Schließung?
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00:15 09.11.2017
Von Conrad von Meding
Quelle: Franson
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Hannover

Wenn die österreichischen Karstadt-Eigentümer alle Kaufhof-Filialen übernehmen, könnten auch in Hannover unruhige Zeiten bevorstehen. Zwei Kaufhof-Häuser gibt es in der Innenstadt und je ein großes Haus von Karstadt und Karstadt Sports. Fachleute rechnen damit, dass bundesweit an Mehrfachstandorten Filialen geschlossen werden - und nach übereinstimmender Meinung dürfte es in Hannover den Kaufhof-Standort am Rande der Altstadt zwischen Oster- und Schmiedestraße treffen.

Allerdings gibt es auch beruhigende Stimmen. „Hannover ist eine erstklassige Einkaufsstadt mit hoher Kundennachfrage“, sagt Monika Dürrer vom Handelsverband: „Alle Schließungsgerüchte sind nur im Konjunktiv.“ Auch Martin Prenzler von der City-Gemeinschaft sagt: „Wenn eine Filiale unrentabel wäre, dann wäre sie längst geschlossen worden.“

International hat der Poker um Kaufhof begonnen. Die Signa-Holding aus Wien hat der kanadischen HBC rund 3 Milliarden Euro für alle Kaufhof-Standorte bundesweit geboten. Der Deal wird jetzt geprüft, offiziell gibt es noch keine Bestätigung.

In Hannover hat sich die Kaufhauslandschaft in den vergangenen Jahren ohnehin verändert. Das Karstadt-Technikhaus in der Bahnhofstraße wurde 2006 geschlossen, 2009 das Bettenhaus in der Schillerstraße und 2010 das Heim- und Technikhaus in der Packhofstraße. Die Flaggschiffe der beiden Handelsriesen (Kaufhof am Ernst-August-Platz, Karstadt am Schillerdenkmal) gelten als unantastbar. Karstadt Sports in der Großen Packhofstraße bedient erfolgreich ein Nischensegment, die Filiale gehört zu einer eigenständigen Tochtergesellschaft der Signa und dürfte akut nicht gefährdet sein. Der Kaufhof-Standort in Altstadt-Nähe dagegen wird schon seit Jahren als möglicher Schließungskandidat bei einer Verschmelzung gehandelt. Auch deshalb, weil das Grundstück als ideal für andere Nutzungen gilt.

Sehr begehrte City-Lage

„Immer wenn etwas über eine mögliche Schließung dort in der Zeitung steht, dann flattern beim Baudezernenten Anfragen von Immobilienentwicklern zu Grundrissen und Fundamentlage auf den Tisch“, sagt ein Insider. Gegenüber der Marktkirche ließen sich viele Konzepte verwirklichen. Am wahrscheinlichsten gilt, dass im Erdgeschoss Geschäfte und oben Wohnungen etabliert werden, dazwischen vielleicht Freizeitnutzungen oder Büros.

City-Gemeinschaftsmanager Prenzler aber vermutet, dass es nach einer Verschmelzung der beiden Traditionsmarken nicht sofort Standortschließungen gibt. „Zunächst einmal wird man bei Wareneinkauf, Logistik und Prozessoptimierung Synergien schaffen“, sagt er. Hannover als Einkaufsstadt mit mehr als 300.000 Quadratmetern Verkaufsfläche in der City sei attraktiv für die Konzerne, „da gibt man nicht einfach so einen Standort auf“.

Dass die Kaufhäuser trotz Konkurrenz aus Internet und Shopping-Galerien eine Zukunft haben, da sind sich Prenzler und Dürrer sicher. „In den letzten Jahren hat es gute Entwicklungen gegeben“, sagt Dürrer: „Die Kaufhäuser versuchen mit Kreativität und neuen Ideen, Kunden zurückzugewinnen.“ Ob es am Ende für drei oder vier Standorte in Hannover reiche, werde ohnehin in Konzernzentralen entschieden: „So lange die Häuser Kunden anlocken, werden sie sicherlich eine Zukunft haben - auch unter dem Dach einer Gesellschaft.“

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