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Hannover Das sind die Stars im Zoo Hannover
Nachrichten Hannover Das sind die Stars im Zoo Hannover
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00:15 12.04.2015
Elefantenkuh Jenny (Zweite von links) machte deutschlandweit Schlagzeilen. Quelle: Archiv/ Zoo Hannover
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Hannover

Das Schicksal von Jenny rührte ganz Deutschland. Die Elefantenkuh aus dem Zoo Hannover erwartete ein Kalb, doch es starb noch im Mutterleib. Um Jenny das Leben zu retten, setzten Veterinäre der Tierärztlichen Hochschule sie im Februar 1985 unter Vollnarkose und holten den leblosen Nachwuchs in einer Notgeburt auf die Welt. Weil nie zuvor etwas Vergleichbares gemacht wurde, berichteten Zeitungen aus der gesamten Republik darüber und auch über den Genesungsverlauf der Mutter.

Spenden und Briefe gingen beim Zoo ein; die Üstra schickte eine Straßenbahn mit dem Aufdruck „Gute Besserung Jenny“ durch die Stadt. Die Elefantenkuh erholte sich und gehörte fortan zu den Publikumslieblingen in Hannover.

Denkmal für Knautschke

Knapp 2200 Tiere, verteilt auf 211 Arten, leben laut aktuellem Inventurbericht im Zoo an der Eilenriede. Nur wenige sind als Individuen Stars. „Man kann sie als Tierpersönlichkeiten bezeichnen“, sagt der zoologische Leiter Klaus Brunsing. Zu einer solchen wird ein Zootier in der Regel, wenn es lange in einem Tierpark lebt und wenn sich wie bei Jenny eine besondere Geschichte erzählen lässt.

In der Nachkriegszeit war Knautschke das berühmteste Zootier Deutschlands überhaupt, weil der Flusspferdbulle in Berlin den Durchhaltewillen einer ganzen Stadt symbolisierte. In den letzten Kriegstagen war das Becken der Flusspferde von einer Bombe zerstört worden; Knautschkes Mutter wurde dabei tödlich verletzt. Ihr anderthalbjähriger Sohn überlebte, weil Tierpfleger ihn mehrmals täglich mit Wasser übergossen und unzählige Berliner von ihren kargen Essensrationen etwas abzwackten, um es in den Zoo zu bringen.

Als Knautschke 1988 starb, setzte man ihm ein lebensgroßes Denkmal aus Bronze. An Ruhm kam ihm später höchstens noch der Eisbär Knut gleich, den sein Pfleger Thomas Dörflein 2007 mit der Flasche aufgezogen hatte. Knut allerdings wurde vor allem deshalb ein Star, weil die Medien viel hochtouriger drehten als zu Knautschkes Zeiten.  In der 150-jährigen Geschichte des Zoos hat es auch immer Tierpersönlichkeiten gegeben. Dabei haben sich die Kriterien, unter denen der Tierbestand ausgewählt wurde, drastisch verändert. „Am Anfang musste man nehmen, was man von den Tierhändlern bekommen konnte. Am begehrtesten waren exotische Tiere“, sagt Brunsing.

Noch Mitte des vergangenen Jahrhunderts hätten sich Tierparks vor allem als Ort zoologischer Sammlungen verstanden – „es ging darum, möglichst viele Tiere zu zeigen“. Heute stehen die Zucht, oft verbunden mit dem Artenschutz und dem Erhalt bedrohter Tierarten, sowie die Umweltbildung im Fokus. Das kann aber nicht heißen, dass ein Zoo dieser Tage eine moderne Form der Arche Noah ist. Er braucht zahlendes Publikum, und das kommt nur, wenn im Tierbestand eine gewisse Grundausstattung vorhanden ist.

Außenseiter mit Kultstatus

„Ohne Affen, Elefanten, Großkatzen, Bären, Giraffen und Pinguine geht es nicht“, zählt Brunsing auf. Es ist kein Zufall, dass die Lieblinge der Zoogänger häufig unter diesen zu finden waren und sind – neben diversen Elefanten wie Jenny beispielsweise Schimpanse Maxi, Giraffenbulle Schorse oder die Pinguine Käpt’n Flint und Helmut. Letzterem verhalf der Umstand zum Ruhm, dass Angela Merkel, damals zwar noch nicht Kanzlerin, aber schon CDU-Chefin, im Jahr 2002 während eines Hannover-Besuchs eine Patenschaft für ihn übernahm. Trotzdem haben es auch Außenseiter zu Kultstatus unter den Besuchern gebracht.

Stellvertretend für viele steht Seychellen-Riesenschildkröten-Männchen Bert. Der baubedingte Auszug von ihm und seinen sechs Artgenossen aus dem Zoo vor acht Jahren wird immer noch von vielen Besuchern bedauert.  Um Elefantenkuh Jenny wurde es später wieder ruhiger. Sie bezog 2009 einen gemütlichen Alterssitz im irischen Belfast. Dort starb sie, in Hannover weitgehend unbeachtet, hochbetagt im Jahr 2013.

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