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Hannover Schließfächer in Hannover aufgebrochen: Noch nicht alle Opfer informiert
Nachrichten Hannover Schließfächer in Hannover aufgebrochen: Noch nicht alle Opfer informiert
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09:30 14.07.2019
Die Polizei ermittelt wegen aufgebrochener Bankschließfächer. Quelle: Symbolbild: Daniel Reinhardt/dpa
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Hannover

Viele offene Fragen: Wenige Tage nach dem Aufbruch von rund 50 Schließfächern in zwei Sparkassenfilialen in der List und Linden-Nord lassen sich der Gesamtwert der gestohlenen Gegenstände und das Ausmaß der Schäden immer noch nicht endgültig einschätzen. Inwieweit das Geldinstitut nicht versicherten Kunden bei der Regulierung der Schäden hilft, ist ebenfalls noch nicht geklärt. Auch die Polizei tappt weiterhin im Dunkeln. Derzeit wird auch wegen eines ähnlichen Raubes nahezu zeitgleich in der Nähe von Hamburg ermittelt. Für Schließfachkunden hat die Sparkasse inzwischen eine Telefon-Hotline eingerichtet.

Zehn betroffene Kunden noch nicht erreicht

„Von den vermutlich 50 betroffenen Kunden haben wir bis auf zehn Geschädigte inzwischen alle informiert“, sagt Sparkassensprecher Stefan Becker. Weil die Kunden telefonisch benachrichtigt würden, sei es schwer, alle Opfer sofort zu erreichen. Darüber hatten sich einen Tag nach dem Bekanntwerden der Vorfälle in den Sparkassenfilialen an der Ferdinand-Wallbrecht-Straße und an der Limmerstraße auch schon betroffene Kunden beschwert. „Wir haben aus der Zeitung davon erfahren und uns daraufhin bei der Bank informiert“, berichtet eine Frau der HAZ. Ihre Familie habe mit insgesamt sieben Personen ein Schließfach genutzt. „Wir haben einen Schaden in sechsstelliger Höhe, der sich zum Teil auch nachweisen lässt“, sagt die Kundin.

Keine Einbruchsspuren zu finden

Ebenso wie dieser Familie hat die Sparkasse inzwischen allen betroffenen Kunden ausführliche Gespräche angeboten. „Wir müssen nun erst einmal alle entstandenen Schäden und Verluste sichten“, sagt der Sparkassensprecher. Bislang hatte die Bank den Gesamtschaden grob auf eine sechsstellige Summer beziffert. In den beiden betroffenen Filialen gibt es insgesamt 700 Schließfächer. Noch ist aber nicht einmal zweifelsfrei klar, wie viele Fächer wirklich leergeräumt wurden. Denn: Die Fächer wurden laut Sparkasse nicht gewalttätig, sondern vielmehr mit einer Art Dietrich oder Generalschlüssel geöffnet. In den Räumen seien keinerlei Verwüstungs- oder Einbruchsspuren zu sehen gewesen. Deshalb hatte die Sparkasse die Kartenlesegeräte an den Eingängen sowie die Bewegungsprotokolle auswerten müssen, um anhand verdächtiger Daten die betroffenen Filialen zu ermitteln. Die Tat war am vergangenen Montag von einem Kunden bemerkt worden. Anschließend sei viel Ermittlungsarbeit notwendig gewesen, bis die Vorfälle den Kunden hätten gemeldet werden können.

Methode der Einbrecher ist noch nicht bekannt

Derzeit geht die Sparkasse aber davon aus, dass von den insgesamt 35 Schließfachanlagen des Instituts nur die beiden in Linden-Nord und in der List leergeräumt wurden. Die Eingangsbereiche sind über eine Magnetstreifenkarte und einen fünfstelligen Pin-Code gesichert. Wie die Räuber die Sicherheitselektronik geknackt und die Zugangsdaten ausgespäht haben, sollen kriminaltechnische Untersuchungen zeigen. Solange die Methode der Einbrecher nicht geklärt ist, können die Räume der Anlagen vorerst nur noch von Sparkassenmitarbeitern geöffnet werden. „Wir haben unsere Kunden über eine eingerichtete Telefon-Hotline informiert, um möglichst rund um die Uhr den Zugang zu ermöglichen“, sagt Sprecher Becker.

Sparkasse prüft Schadensregulierungen individuell

Ob die Sparkasse nicht versicherte Kunden bei der Schadensregulierung unterstützt, wird im Gespräch mit dem Sprecher nicht deutlich. „Wir müssen individuell schauen, welche Verluste sich dokumentieren und nachweisen lassen und wer wie versichert ist“, sagt der Sprecher. Je nach individueller Gesamtlage sei dann eine mögliche Regulierung zu prüfen. Klar ist nur: „Bei der Eröffnung eines Schließfaches werden Versicherungen für die Wertgegenstände mit verkauft. Der Kunde muss sich aber selbst darum kümmern“, sagt Becker. Das sei auch bei anderen Banken nicht ungewöhnlich. „Darauf weisen in den Räumen der Schließfachanlagen große Schilder hin. Das ist den Kunden bekannt.“

Polizei untersucht Zusammenhänge mit Tat bei Hamburg

Nicht bekannt ist dagegen, ob die Vorfälle mit dem nahezu zeitgleichen Aufbruch von Schließfächern einer Filiale der Sparkasse Harburg-Buxtehude in Buchholz in der Nordheide in einem Zusammenhang stehen. Polizei und Sparkasse in beiden betroffenen Städten sind nach eigenen Angaben im Austausch miteinander. Nach HAZ-Informationen sollen die Methoden der jeweiligen Täter aber voneinander abweichen.

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Von Ingo Rodriguez

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