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Hannover Was Hannovers Händler zum Plastiktaschenverbot sagen
Nachrichten Hannover Was Hannovers Händler zum Plastiktaschenverbot sagen
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17:44 06.09.2019
Bundesumweltministerin Svenja Schulze will Plastiktüten komplett verbieten. Quelle: Sebastian Gollnow, dpa
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Hannover

Die Händler in Hannovers Innenstadt fühlen sich gut vorbereitet auf ein mögliches Verbot für Plastiktüten, das Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) plant. „Wir haben schon längst reagiert“, sagt der Geschäftsführer der City-Gemeinschaft, Martin Prenzler. Seit zwei Jahren gebe es eine Umstellung, die auch mit der Gebühr für Kunststofftragetaschen zusammenhänge. Auch bei Edeka-Wucherpfennig gibt es nach eigener Auskunft nur noch die nötigsten Plastikverpackungen.

Stabile Beutel sind begehrt

„Alle unsere Händler haben Papiertüten im Angebot“, sagt Prenzler. Außerdem seien stabilere Tragetaschen bei den Kunden beliebt, die dann weiterverwendet würden. Die Taschen mit dem Logo des Geschäftes würden eigentlich immer wieder verwendet, zum Beispiel als Strandtasche im Urlaub oder auch für andere Einkäufe.

Aus Sicht der City-Händler gebe es ausreichend Alternativen zu den Kunststofftragetaschen. „Wir weinen denen keine Träne nach“, betont Prenzler. Die Industrie- und Handelskammer konnte sich am Freitag zu einem Plastiktütenverbot nicht äußern.

Wucherpfennig setzt auf die Vernunft der Kunden

Auch Edeka-Wucherpfennig habe schon lange keine Pastikbeutel mehr im Angebot, berichtet Sprecher Thorsten Wucherpfennig. Und die Beutel für Obst und Gemüse sollen demnach in zwei Wochen durch Papiertüten ersetzt werden, obwohl diese deutlich schwerer und teurer seien als die Plastikbeutel.

Wucherpfennig setzt auf die Vernunft der Kunden. „Man muss ja die Bananen nicht unbedingt in einen Beutel zu packen“, sagt er. Außerdem gibt es Obstnetze, die zwar gekauft werden müssen, aber bei jedem Einkauf wieder verwendet werden können. Nur bei Wurst, Fleisch und Fisch könne nicht auf Plastik verzichtet werden. „Aber bei uns kann auch jeder eigene Behälter für Fleisch und Wurst mitbringen“, sagt Wucherpfennig.

Beutel an der Obsttheke bleiben erlaubt

Schulze bereitet ein Gesetz vor, das Plastiktüten vom kommenden Jahr an in Geschäften nicht mehr erlaubt. Von dem Gesetz sollen die dünnen, abreißbaren Plastikbeutel an den Obst- und Gemüsetheken ausgeschlossen sein. Dahinter steckt die Befürchtung, Händler würden Obst und Gemüse noch häufiger in Plastik verschweißen, was dazu führen könnte, dass Verbraucher dann mehr wegwerfen.

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) begrüßt das geplante Verbot: „Je weniger Wegwerfplastik in den Umlauf kommt, desto besser“, sagt er. „Plastiktüten werden oft nicht recycelt, sondern werden mit dem Hausmüll entsorgt und verbrannt oder landen in der Umwelt, wo sie verheerende Schäden in Umwelt und Natur anrichten können.“

Drei Milliarden Tüten an Obst- und Gemüsetüten

Die Grünen kritisierten, dass nicht auch die Tüten an der Obsttheke verboten werden. Statt Mehrwegalternativen zu fördern, schiebe Schulze die Verantwortung den Verbrauchern zu, erklärte die Grünen-Bundestagsabgeordnete Bettina Hofmann. Umweltverbänden geht das Gesetz nicht weit genug, weil Papiertüten keine bessere Ökobilanz hätten als Plastik. Der Naturschutzbund (Nabu) fordert deshalb eine gesetzliche Abgabe auf alle Einwegtaschen.

Nach Angaben des Bundesumweltministeriums wurden im vergangenen Jahr mehr als drei Milliarden der dünnen Tüten an den Obst- und Gemüsetheken verbraucht. Das entspricht durchschnittlich 37 Tüten pro Verbraucher im Jahr. Offenbar packen viele Supermarktkunden ihren Einkauf in die Obsttüten, seitdem Kunststofftragetaschen kostenpflichtig sind.

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