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Hannover Esprit schließt größtes Geschäft in Hannover – Miete zu hoch
Nachrichten Hannover Esprit schließt größtes Geschäft in Hannover – Miete zu hoch
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09:52 01.02.2019
Die Fenster sind verklebt: Der bisher größte Esprit-Standort in der Innenstadt ist geschlossen. Quelle: Frank Wilde
Hannover

Rückschlag für den Textilhandel in der Innenstadt: Die Modemarke Esprit hat ihren ältesten Standort aufgegeben. Seit 2004 war das Unternehmen auf zwei Etagen im ehemaligen Woolworth-Haus ansässig. Jetzt ist der Mietvertrag ausgelaufen – und der Vermieter wollte bei einer Verlängerung offenbar mehr Geld. Die Summe sei für Esprit „nicht darstellbar“ gewesen, sagt ein Unternehmenssprecher. Seit dem 19. Januar ist Esprit geschlossen, die Scheiben sind verklebt.

Immer weniger Textilhandel in Hannovers City

Damit setzt sich der Rückgang des Textilangebots in der Innenstadt fort. Es ist zwar weiterhin das Segment mit der größten Verkaufsfläche, aktuell sind es etwa 27 Prozent. Noch im Vorjahr aber waren es mehr als 28 Prozent gewesen.

Das Ratinger Unternehmen Esprit mit derzeit 140 Filialen in Deutschland hat schon länger Probleme, die Konkurrenz von Billighändlern wie Primark macht ebenso zu schaffen wie der Online-Wettbewerb, dazu wurden Branchenbeobachtern zufolge auch Trends im Modemarkt verschlafen. Weil angeblich keine Überschüsse mehr erwirtschaftet werden, hat Firmenchef Anders Kristiansen eine Sanierung angekündigt, die Stellenabbau und Filialschließungen zur Folge haben soll. Der Rückzug aus dem Georgstraßen-Geschäft habe damit aber nichts zu tun, sagt der Esprit-Sprecher – man wolle gerne eine weitere Filiale in Hannover eröffnen, wenn Standort und Mietpreis zusammenpassten.

Mieten in der Shoppingstadt Hannover steigen beständig

Allerdings steigen die Mietpreise in Hannovers 1A-Handelslagen beständig. Zwar ist die Summe für absolute Spitzenlagen leicht gesunken von 200 auf 180 Euro pro Quadratmeter monatlich, doch die Durchschnittsmiete klettert Jahr für Jahr. Sie lag laut Immobilienmarktbericht im vergangenen Jahr erstmals über 150 Euro pro Quadratmeter. Geschäftsstandorte in den besten Lagen Hannovers sind begehrt, die Konkurrenz treibt die Preise.

Wer in das leerstehende Esprit-Geschäft mit 1300 Quadratmetern Verkaufsfläche einziehen soll, war nicht zu erfahren, noch haben auch keine Umbauarbeiten begonnen. Die Immobilie war zusammen mit dem sogenannten Drachentöterhaus ab 2002 vom Düsseldorfer Unternehmen Centrum erworben und modernisiert, danach dann aber an Anleger verkauft worden. Zu den weiteren Mietern im Haus zählt unter anderem die Kette Fitness-First.

Esprit bleibt in der Ernst-August-Galerie und der Bahnhofstraße

Esprit betreibt seine beiden kleineren Geschäfte in der Bahnhofstraße (900 Quadratmeter) und der Ernst-August-Galerie (300 Quadratmeter) weiter. Im Hauptbahnhof bewirtschaftet zudem ein Franchisenehmer einen Esprit-Store. Wie viele Mitarbeiter aus der Großfiliale Georgstraße ihren Job verloren haben, wollte in der Zentrale niemand sagen.

Preisanstieg auch bei Büromieten

Nicht nur bei den City-Ladenmieten sind die Preise gestiegen, auch in Büroimmobilien ziehen sie kräftig an. Allein im vergangenen Jahr hat der Quadratmeter-Spitzenpreis in Innenstadtlagen um 1,70 auf 17 Euro zugelegt, am Cityrand und an Ausfallstraßen waren es durchschnittlich 13,50 Euro. Die Durchschnittsmieten lagen jeweils 5 bis 6 Euro niedriger. Trotz Neubaus hat sich in Hannover die Leerstandsquote seit 2013 halbiert, sie liegt jetzt bei etwa 3 Prozent. Im Umland sank sie auf fünf Prozent. Die Daten basieren auf der Aktualisierung des Immobilienmarktberichts, die Region und Stadt am Mittwoch vorgelegt haben.

Bei den Wohnimmobilien liegt die Durchschnittsmiete im Neubau mittlerweile bei 12,50 Euro pro Quadratmeter, für neue Eigentumswohnungen mussten durchschnittlich 3950 Euro ausgegeben werden. Die Stadtbevölkerung ist in fünf Jahren um 17.300 Menschen auf 541.800 gewachsen, zeitgleich wurden aber nur 3855 Wohnungen neu gebaut. Um den Druck auf dem Wohnungsmarkt zu lindern, soll ein Wohnungsbauprogramm helfen.med

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