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Hannover Ökumenische Essenausgabe braucht neue Räume
Nachrichten Hannover Ökumenische Essenausgabe braucht neue Räume
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16:00 24.09.2019
Ökumenische Essenausgabe für Wohnungslose wird obdachlos: Elke Walpert-Niemann, Stefanie Ganser, Rainer Müller-Brandes, Christine Tursi und Elisabeth Griemsmann (v.l.) suchen händeringend Ersatz. Quelle: Frank Wilde
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Hannover

Im Dezember soll es eigentlich wieder losgehen, aber noch fehlen Räume für die ökumenische Essenausgabe von Diakonie, Caritas und der Reformierten Kirchengemeinde Hannovers. „In den vergangenen Jahren sind wir bei der Heilsarmee untergekommen, aber da wir jedes Jahr mehr Wohnungslose und auch von Armut Betroffene versorgen, hat der Platz einfach nicht mehr gereicht“, sagt Diakoniepastor Rainer Müller-Brandes. Die Essenausgabe sei nun gewissermaßen obdachlos.

Die Mitarbeiter des Projektes haben bislang vergebens Ausschau nach geeigneten Räumen gehalten. „Unsere eigenen sind zu klein, leer stehende Läden sind entweder bereits zwischen vermietet oder die Besitzer wollen dieses Projekt schlicht nicht in ihrem Haus haben.“ Gesucht werden Räume ab 150 Quadratmeter, Sanitäranlagen sollten zur Verfügung stehen, „den Rest bringen wir mit“.

Zahl der Bedürftigen verdoppelt

In den vergangenen Jahren hat sich der Andrang für das kostenlose Mahl auf durchschnittlich 200 Essen täglich verdoppelt, Tendenz steigend. An vielen Tagen kommen zwischen Dezember und Mitte März bis zu 300 Bedürftige zur Essenausgabe, die von montags bis sonnabends geöffnet ist. „Viele suchen neben einer warmen Mahlzeit auch Kontakte,“ so Stefanie Ganser von der Katholischen Kirche. Das Projekt mangels Räumlichkeiten für dieses Jahr auszusetzen, kommt für die Organisatoren und rund 30 Ehrenamtliche allerdings nicht infrage. „Es gibt nur zwei Optionen – entweder wir finden rechtzeitig ein Dach über dem Kopf oder wir weichen auf den Schützenplatz aus“, betont Müller-Brandes. Die Stadt wolle eine Fläche zur Verfügung stellen, „allerdings ist die Logistik dort ungemein kostspielig“, sagt der Diakoniepastor. Allein ein Zelt würde rund 2000 Euro an Miete pro Woche kosten, dazu kommen Fußboden, Heizung, Strom, Möblierung sowie die Kosten von 2,50 Euro pro Essen. „Da reichen unsere rund 35.000 Euro an jährlichen Spenden für das Projekt bei Weitem nicht aus.“ Sollte es zur Zeltlösung kommen, werde die Essenausgabe daher in diesem Winter nur zwei statt dreieinhalb Monate lang öffnen können.

Die Enge der vergangenen Jahre hat auch dazu geführt, dass die Atmosphäre bei der Ausgabe zunehmend angespannter geworden ist. „Wenn so viele Leute eng aufeinander sitzen, kommt es schneller zu Aggressionen und Auseinandersetzungen“, weiß Christine Tursi, Leiterin der Heilsarmee. Vor allem Frauen und ältere Menschen hätten sich nicht mehr wohl gefühlt in den beengten Räumen. Ein Grund, weshalb bei der diesjährigen Ausgabe ein Sicherheitsdienst engagiert werden soll. „Wir wollen, dass die Menschen bei uns in Ruhe ihre warme Mahlzeit verspeisen können“, so Stefanie Ganser. Es werde zudem erwogen, künftig Raum oder Zelt für eine gewisser Dauer zu schließen, sollten die Kapazitäten ausgeschöpft sein.

Obdachlose aus Osteuropa

Müller-Brandes geht davon aus, dass rund 3000 Wohnungslose in der Stadt unterwegs sind, „Tendenz steigend.“ Rund 300 davon würden dauerhaft auf der Straße leben. Vor allem die Zahl der Obdachlosen aus Osteuropa habe im vergangenen Jahrzehnt stark zugenommen, ein Fakt, der die Anforderungen an räumliche Kapazitäten und Sprachkenntnissen stark steigen lasse. „Starken Zuspruch aus der Armutsbevölkerung indes hatten wir immer schon“, sagt der Diakoniepastor. Die Organisatoren der Essenausgabe hoffen daher, dass sich nicht nur zahlreiche Spender für ihr Projekt finden, sondern vor allem willige Vermieter, die die unwürdigere Zeltlösung überflüssig machen. „Wir können über Zwischennutzung und über Miete reden, allerdings muss schnell etwas passieren“, betont Müller-Brandes. Unterstützer können sich unter Telefon 0511-36 87 287 oder per Mail unter essenausgabe@zbs-hannover.de an das ökumenische Organisationsteam wenden.

Von Susanna Bauch

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