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Hannover Exposeeum verliert seine Räume an der Expo-Plaza
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18:34 09.10.2019
Gil Koebberling vom Exposeeum sucht neue Räume für das Expo-Museum. Quelle: Conrad von Meding
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Hannover

Das Exposeeum verliert seine Räume an der Expo-Plaza im ehemaligen World-Trade-Center gegenüber dem Deutschen Pavillon. In dem kleinen Museum halten bisher Ehrenamtliche die Erinnerung an die Weltausstellung in Hannover im Jahr 2000 wach. Doch nun hat der neue Vermieter dem Verein kurzfristig zum 31. Oktober gekündigt. Die Expo-Fans suchen daher mit aller Kraft eine neue Bleibe für ihr Museum.

„Wir haben als Zwischennutzer keinen festen Mietvertrag, dafür eine günstigere Miete“, erklärt die Vereinsvorsitzende Gil Koebberling die aktuelle Konstellation. Das sei für beide Seiten von Vorteil gewesen. „Das Gelände entwickelt sich, es ist ja eine attraktive Lage. Wir sind aber enttäuscht, dass es jetzt so schnell gehen muss“, sagt Koebberling. Die Artis EXPO Plaza GmbH, die zur Getec-Immobiliengruppe gehört, übernimmt die Liegenschaft voraussichtlich Ende Oktober. Sie will die Räume im sogenannten World Trade Center Hannover für einen neuen Nutzer umbauen.

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Exposeeum erinnert seit 2002 an die Weltausstellung in Hannover

Der Verein betreibt sein kleines Expo-Museum bereits seit dem Jahr 2002 auf gut 500 Quadratmetern. „Wir suchen mit Hochdruck und auf allen Kanälen einen neuen Standort“, sagt Koebberling. Ein Makler hat bereits ein Bürogebäude in Laatzen angeboten, und Hannovers Wirtschaftsdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette hat den Kontakt zur Wirtschaftsförderung der Stadt vermittelt.

Einigen Ehrenamtlichen kommen jetzt allerdings Zweifel, ob ein Expo-Museum an einem anderen Ort jenseits des früheren Geländes der Weltausstellung noch sinnvoll ist. Koebberling wischt solche Bedenken beiseite: „Ich bin optimistisch. Hannover hat so von der Expo profitiert. Es würde der Stadt gut anstehen, diese Erinnerung zu bewahren.“ Der Vereinsvorsitzenden schwebt ein professionell betriebenes Museum vor, der Deutsche Pavillon wäre aus ihrer Sicht ein guter Standort.

Künstlerin nutzte Exponate für Ausstellung

Ein kleiner Tempel aus Thailand, Modelle der Nationenpavillons, das Maskottchen Twipsy und zahllose Fotos und Filme gehören zu den Objekten, die der Verein im Exposeeum zeigt. Kürzlich nutzte die Berliner Künstlerin Henrike Naumann einige der Gegenstände für ihre Ausstellung im Kunstverein. „Das sind tolle Sachen, die sich deutlich besser präsentieren ließen, als wir es mit unseren begrenzten Mitteln können“, meint Koebberling. Die Ehrenamtlichen öffnen sonntags von 11 bis 16 Uhr, außerdem informieren sie über aktuelle Weltausstellungen.

Finanzierung des Museums nicht gesichert

Allerdings ist selbst die Finanzierung des derzeit bestehenden Museums nicht dauerhaft gesichert. Die Region Hannover fördert das Exposeeum dieses und noch das nächste Jahr jeweils mit 4000 Euro, die Stadt zahlt einen kleineren Beitrag. Außerdem speist sich das Budget aus Spenden und den Beiträgen der rund 220 Vereinsmitglieder. Inklusive Nebenkosten zahlt der Verein aktuell rund 1500 Euro Miete im Monat. Mehr dürfte es auch in Zukunft nicht sein. Mehr dürfte es auch in Zukunft nicht sein.

Falls der Verein sich auflöst, wäre seine Sammlung aber nicht verloren, sondern ginge an das Historische Museum. „Das haben wir aber nicht vor. Und das Museum hat ja selbst Raumprobleme“, betont Koebberling.

Wir haben die bisherige Version dieses Textes um den Hinweis ergänzt, dass die Sammlung des Exposeums an das Historische Museum ginge, wenn der Verein nicht mehr bestehen sollte.

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