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Hannover Waldarbeiter sägen um die Wette
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00:17 31.05.2019
Disziplin Baumfällung: Die deutschen Waldarbeitsmeisterschaften finden am Rande der Ligna auf dem Messegelände statt. Quelle: Moritz Frankenberg
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Hannover

Die vier Bäume sind jeweils 20 Meter hoch. Sie stehen in einer Reihe auf dem Messegelände in Hannover – und harren ihrer Bearbeitung. Schon machen sich vier Waldarbeiter bereit und starten ihre Motorsägen. Nacheinander setzen sie ihre Sägen an die Bäume, die im Fallen einen 15 Meter entfernten roten Stock treffen müssen.

Das Ganze nennt sich Zielfällung und ist Teil der 14. deutschen Waldarbeitsmeisterschaft. Sie findet derzeit auf der Ligna statt, der Holzmesse in Hannover.

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Es gibt fünf Disziplinen bei Holzarbeitern

Noch bis Donnerstag messen sich 85 Teilnehmer in fünf Disziplinen: Kettenwechsel, Kombinationsschnitt, Präzisionsschnitt, Entastung – und der Königsdisziplin: der Zielfällung. „Wir haben zwei Jahre lang daran gearbeitet, dass die Meisterschaft mit der Zielfällung hier in Hannover stattfinden kann“, sagt Andreas Gruchow, Vorstand der Deutschen Messe AG Hannover.

Bereits zum zweiten Mal wird die Waldarbeitsmeisterschaft in Hannover veranstaltet. 1999 fand sie zum ersten Mal statt, allerdings ohne die aufwendige Zielfällung, die der unbestrittene Publikumsmagnet ist. Für sie müssen die Waldarbeiter den genauen Fallwinkel ausmessen.

„Wenn eine Motorsäge angeht, kommen die Leute von selbst“

Nach dem Aufprall wird gemessen, wie dicht der gefällte Baum am roten Zielstock liegt, und eine Punktzahl errechnet: 660 Punkte können maximal erreicht werden. „Wir möchten den Leuten die tägliche Arbeit eines Waldarbeiters näher bringen“, sagt Wolfgang Junglas, Präsident des Bundesverbandes Waldarbeitsmeisterschaften Deutschland. Deshalb sei ein Wettbewerb entwickelt worden, der zeige, wie die Arbeit im Wald funktioniere.

Damit stoßen die Veranstalter auf großes Interesse, allein bei der ersten Zielfällung seien etwa 2000 Zuschauer vor Ort gewesen. Auf den Tag verteilt seien es knapp 15.000 Zuschauer, die sich die insgesamt 30 Fällungen am Tag anschauen. „Wenn eine Motorsäge angeht, kommen die Leute von selbst – das ist wie ein Magnet“, sagt Junglas.

Auch die Messeveranstalter sind vom Wettbewerb begeistert. „Das war wirklich beeindruckend, was ich gerade gesehen habe, das ist sogar spannender als Formel 1“, sagt Gruchow. Durch die Bäume auf dem Freigelände des Messegeländes wurde eine Art künstlicher Wald erzeugt. Die Bäume werden aus Seesen von den Niedersächsischen Landesforsten geliefert, nach dem Wettbewerb werden sie verkaufsbereit aufbereitet.

Am Donnerstag wird der neue deutsche Meister gekürt, neben dem Titel gibt es einen von den Sponsoren finanzierten Sachpreis.

Das ist die Ligna

Werkzeuge, Maschinen und Anlagen zur Holzverarbeitung: Rund 1500 Aussteller aus 50 Ländern sind auf der Holzmesse Ligna vertreten. Noch bis zum 31. Mai können Interessierte täglich von 9 bis 18 Uhr die Messe in Hannover in insgesamt zehn Hallen und dem Freigelände besuchen.

Am Donnerstag finden die Forwarder-Meisterschaften und zum zweiten Mal der Forwarder-Frauen-Cup statt. Dabei fahren zwei Fahrer auf großen Fahrzeugen – gewissermaßen Holzbaggern – durch einen Parcours und müssen ihre Maschinen an verschiedenen Stationen mit Holz beladen.

In den Hallen 11 bis 15 und der Halle 27 finden Tischler, Schreiner und Zimmerer Tipps, um den Weg in die digitale Welt zu finden. Im Livebetrieb in den Hallen 16 und 17 kann zugeschaut werden, wie Möbel eine strukturierte Oberfläche bekommen.

Tickets kosten 33 Euro, ermäßigt 13 Euro.

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