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Nachrichten Hannover Das ist die Familie hinter McDonalds in Hannover
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00:21 30.03.2019
Der Chef und sein väterlicher Berater: David und Günter Ehmann Quelle: Heidrich
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Hannover

Das Treffen? Natürlich im Laden. Statt eines Konferenzraums mit schicken Ledersesseln und edlem Holztisch bitten Günter und David Ehmann auf bunte Stühle an einem Funktions-Esstisch im ersten Stock. Draußen rauscht der Verkehr der B6 vorbei, nebenan rauschen immer wieder mal Küchen- oder Kehrmaschinen. Es gibt Wasser und Kaffee, nein, es gibt McCafé. Steht auch auf den Tassen.

Die an diesem Vormittag noch übersichtlich besetzte McDonalds-Filiale Garbsen ist für Vater und Sohn ein bisschen Zuhause, eines von zehn beruflichen Zuhauses im Raum Hannover. Das Familienunternehmen ist größter Franchisenehmer der US-Burgerkette in der Gegend, mit am Tisch sitzt auch Matthias Biebl, der mit David Ehmanns Schwester verheiratet ist, das Ehepaar kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit.

„Es ging um die eigene Handschrift“

Vieles bleibt also in der Familie. Vor kurzem hat Günter Ehmann das Zepter an seinen Sohn übergeben. Nun ist der 72-Jährige Berater, was ein unauffälliges Wort ist für eine besondere Phase eines solchen Übergangs. Wie ungewohnt diese neue Rolle nach mehr als zwei Jahrzehnten in der Verantwortung noch ist, merkt man, wenn es um die Zukunft geht. Werden weitere Filialen dazukommen? „Wir haben keinen Druck, aber wir gucken ...“ Pause. „… das heißt: David guckt, ob was Interessantes da ist.“ David muss lachen, Günter dann auch. Das ist jetzt anders, nach vielen Jahren klarer Rollenverteilung.

Günter Ehmann, gebürtiger Wilhelmshavener, hat jahrelang für IBM gearbeitet, auch in den Vereinigten Staaten. In den Neunzigern dann der Schnitt und der Schritt ins Burger-Business - mit einer McDonalds-Filiale in Hameln. Irgendwann siedelte er nach Hannover über und begann nach und nach, sein Franchisenetz in und außerhalb der Stadt auszubauen. Seine Frau Helena war dabei, und auch Sohn David – englisch ausgesprochen – stieg irgendwann ein. Genau genommen begann Davids McDonalds-Karriere in einer großen Dose („… es war eine Cola-Dose“), in der er während eines kleinen Countryfestivals von McDonalds in Rehren Getränke verkaufte. Dann besserte er regelmäßig sein Taschengeld als Aushilfe auf – unter den wohlwollenden Blicken des Vaters. „Wir haben unsere Kinder so erzogen, dass sie auch andere Wege gehen konnten. Egal, ob Bäcker oder Professor, sie hätten unseren Segen gehabt. Aber natürlich war die Freude groß darüber, wie es letztlich gekommen ist.“

Beruflich und privat ist nicht zu trennen

Ganz gradlinig war der Weg trotzdem nicht. David kam über ein BWL-Studium und einen Job im Vertriebsmarketing bei Sixt in München zurück nach Hannover – und entschied sich dann, Vaters Firma zu einem Familienunternehmen zu machen, eine zweite Generation zu begründen, unter anderem, weil ihm bei einem reinen Bürojob „die Action des Restaurantbetriebs“ fehlte. Restaurantleiter, Bereichsleiter, Geschäftsführer, seit 2014 Franchisenehmer, seit Anfang des Jahres für alle zehn Standorte. Das ist schwieriger, als es so eine biografische Auflistung hergibt – gerade in der eigenen Familie, in der die Arbeit vom Privaten kaum zu trennen ist. Auch das wissen beide heute. „So eine Übergabe hört sich immer ganz einfach an. Aber der andere muss es ja auch können“, sagt der Vater, „und es reicht nicht, dass er nur meint, dass er es kann. Im Zweifel würde man ein Kind damit unglücklich machen. Aber das war nicht der Fall.“

David konnte es. Und entwickelte schnell seine eigenen Vorstellungen. Es ging auch um sein Profil, „Ich habe Dinge geändert, die ich nicht hätte ändern müssen, ich habe Diskussionen geführt, die ich nicht hätte führen müssen. Aber es ging um die eigene Handschrift und darum, sich durchzusetzen.“ Das war eine neue Situation für den Vater, denn „ich bin vom Typ her schon einer, der alles besser weiß“. Als Schlüsselerlebnis beschreibt er ein Meeting, in dem er seinem Sohn ins Wort gefallen sei und der ihn anschließend beiseite genommen habe. „Er sagte, dass ich ihn blockiere, und dass ich seine Autorität untergrabe, wenn ich am Ende immer sage, wie wir es machen.“

„Ich habe erkannt: Ich muss loslassen“

Daran habe er lange zu knabbern gehabt, sagt Günter Ehmann, sei aber irgendwann zu der Erkenntnis gekommen, dass sein Sohn recht habe. „Das war das erste Mal, dass ich erkannt habe: Ich muss loslassen.“ Sein Sohn hört bei diesen Sätzen sehr genau zu, sie scheinen den 37-Jährigen zu bewegen – zumal dieser Prozess des beruflichen Freischwimmens auch für ihn eine Weile den Blick verstellt hat: „Es hat für mich Jahre gedauert, bis ich mich in die Situation meines Vaters versetzen konnte und verstanden habe, warum er bestimmte Dinge nicht wollte oder anders wollte. Ich sehe jetzt erst, wo ich alles von ihm profitiert habe.“

Mittlerweile sind die Arbeitsverantwortlichkeiten klar strukturiert, die beiden treffen sich mindestens einmal die Woche zum Gedankenaustausch. Die Expertise des Vaters ist dem neuen Franchise-Chef weiterhin wichtig: „Wir haben das natürlich alles vertraglich festgelegt. Ich würde seine Hilfe aber sowieso in Anspruch nehmen, egal, ob wir das jetzt auf dem Papier vereinbart haben oder nicht. Es wäre fahrlässig, wenn ich es nicht machen würde.“

Und was sagt der Vater heute? Zweierlei. Zum Einen: „Es ist mit der Verantwortung auch Last abgefallen von mir.“ Und dann, mit Blick auf seinen Sohn auf der anderen Seite des Funktionstisches: „David hat eine tolle Entwickung genommen. So wie ich mir das gewünscht habe. Er wird irgendwann besser als ich sein.“

Zehn Filialen – und Herri-Bier im Menü

Die Ehmanns feierten 2017 ihr 25-jähriges Firmenjubiläum. Sie betreiben heute als Franchisenehmer die McDonalds-Restaurants in Langenhagen, Garbsen, Großburgwedel, Wunstorf, Lahe, am Flughafen, an der Schulenburger Landstraße, an der Georgstraße, am Kröpcke und an der Andreaestraße, etwa die Hälfte aller Filialen in der Region. Sieben davon sind nach und nach zum „Restaurant der Zukunft“ umgerüstet worden, das heißt: Zubereitung erst nach Bestellung, keine Warmhaltetheke mehr.

Rund 90 Prozent der etwa anderthalbtausend McDonalds-Restaurants in Deutschland wird von Mittelständlern auf eigene Rechnung betrieben, durchschnittlich fünf pro Franchisenehmer. Auch Konkurrent Burger King arbeitet nach dem Franchise-Prinzip, die hannoversche Baum-Unternehmensgruppe betreibt über die Burger-King-Deutschland-GmbH 80 Filialen in neun Bundesländern.

Für die Gestaltung der Mc-Donalds-Läden steht – anders als früher - eine Reihe von vorgegebenen Designs zur Auswahl, in den Außenbereichen haben Franchisenehmer mehr Freiheit. Individuelle Akzente? Fußballfan Ehmann zeigt sky-Übertragungen – und er bietet Herrenhäuser Bier an. Der Grund ist einfach:. „Ich bin Hannoveraner.“ Und Herri das einzige lokale Bier weltweit, das ein eigenes McMenü bei McDonalds bekommen hat.

Für Ehmann ist neben Ausbildungsentwicklung in der Belegschaft Aufklärung eines der großen Themen: „Es ist in Sachen Arbeitsbedingungen oder Produktqualität in den vergangenen Jahren schon vieles in der Öffentlichkeit angekommen, trotzdem gibt es weiterhin Erklärungsbedarf, zum Beispiel bei Themen wie Müll oder Massentierhaltung. Transparenz ist da für uns sehr wichtig.“

Von Uwe Janssen

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