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Hannover Feierlicher Festschmaus an der Marktkirche
Nachrichten Hannover Feierlicher Festschmaus an der Marktkirche
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00:15 22.06.2016
Von Felix Harbart
Beim Bürgerbrunch an der Marktkirche gab es auch traditionelle Trachten zu sehen. Quelle: Kutter
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Hannover

Eigentlich ist ja die Allwetterjacke das Kleidungsstück der Wahl an diesem unentschlossenen Sonntagvormittag rund um die Marktkirche. Viele der rund 3000 Hannoveraner, die zum 4. Bürger-Brunch gekommen sind, haben sie mitgebracht für all jene Momente, in denen sich die Sonne mal nicht gerade kurz blicken lässt. Nur für die Mitglieder des Vereins Kurfürstlich Venezianischer Karneval ist diese Art der neumodischen Bewamsung keine Option. Die Gruppe um den FDP-Ratsherren Wilfried Engelke ist wie stets in barocken Gewändern gekommen und ist nun fröhliche Gästeschar und beliebtes Fotomotiv zugleich. "An einem Tag wie diesem dürfen wir nicht fehlen", sagt Engelke und trifft damit genau den Geist der Veranstaltung, die alle zwei Jahre stattfindet.

Der Bürger-Brunch, organisiert von der Bürgerstiftung Hannover, ist von jeher keine Veranstaltung der Insider und Chefentscheider. Stattdessen ist er tatsächlich, was er im Namen zu sein verspricht: eine Veranstaltung für Bürger. Da sitzen an einem Tisch eben die barocken Karnevalisten und essen Oliven und Salami, an einem anderen die Kunden einer Bank und am dritten der Verein "Graue Haare, buntes Leben" aus Wennigsen. Die Frauen und Männer sind eine Bau- und Wohngemeinschaft, die nicht nur zusammen lebt, sondern das Zusammenleben in der Gemeinde auch auf vielfältige Weise bereichert, etwa durch die ehrenamtliche Arbeit mit jungen Leuten. Und nun speist man eben am gemeinsamen Tisch im Schatten der Marktkirche, die allerdings, wenn man ehrlich ist, an diesem Tag der Wolken wegen kaum mal einen Schatten wirft. Immerhin regnet es während des gesamten Vormittags aus diesen Wolken nicht heraus.

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Oberbürgermeister Stefan Schostok hat an diesem Sonntag auch alles richtig und den Bürger-Brunch zur Familienfeier gemacht. An einem Tisch sitzen seine Schwestern Christina und Jutta, Schwager Gerd und Mutter Vera zusammen. "Viele Leute wissen ja noch gar nicht, dass tatsächlich jeder hierher eingeladen ist und kommen kann", sagt Schostok. Nur früh genug anmelden muss man sich.

Die Veranstaltung läuft da schon fast zwei Stunden, und Schostok selbst hat noch nichts gegessen, sondern erstmal rund um die Marktkirche zahlreiche Hände geschüttelt. "Jetzt setze ich mich aber auch gleich dazu", sagt er, ehe der doch noch eine letzte, versprochen nur ganz kurze, Runde dreht.

Am HAZ-Tisch, wie immer von Schlossküchen-Chef Dietmar Althof aufs Königlichste bewirtet, sind derweil längst Bekanntschaften geschlossen worden. Gene Duque und Joy Olbrich-Zickenrott erzählen den Umsitzenden davon, wie sie bei der letzten Ausgabe vor zwei Jahren noch mit ihrer philippinischen Tanzgruppe auf der Hauptbühne aufgetreten sind. "Die machen da irre Sachen", konstatiert Inge Bonk aus Bothfeld hinterher und beschreibt mit ausladenden Gesten die akrobatischen Tänze. In diesem Jahr aber können die beiden Duque und Olbrich-Zickenrott es sich bei raffinierten Eiermuffins und Würstchen im Schlafrock gemütlich machen und dazu einen Weißwein trinken: "Heute sind wir einfach Gäste."