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Hannover Hannover: Großbrand in Misburg beschäftigt Feuerwehr über Stunden
Nachrichten Hannover

Feuer: Großbrand auf Recyclinghof in Hannover

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17:55 14.08.2020
Auf dem Gelände der Recyclingfirma Noris brannte am Donnerstag Plastikmüll. Die Löscharbeiten zogen sich über Stunden hin. Quelle: Christian Elsner
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Hannover

Fast 100 Einsatzkräfte der Feuerwehr Hannover haben am Donnerstag bis in die Nacht einen Großbrand in Misburg-Süd bekämpft. In einer Halle des Recyclingunternehmens Noris hatte sich Plastikmüll entzündet, es kam zu massiven Rauchentwicklungen. Der Einsatz dauerte bis in die Nacht und war enorm kräftezehrend: Wegen der drückenden Sommerhitze kamen die Helfer an ihre Belastungsgrenze und mussten häufig durchtauschen.

Sowohl die automatische Brandmeldeanlage als auch Mitarbeiter des Unternehmens schlugen nahezu zeitgleich gegen 14 Uhr Alarm. Der Feuerwehr wurde berichtet, etwa 80 Kubikmeter Plastikmüll würden am Lohweg brennen und starker Rauch entstehen. Es rückten umgehend zwei Löschzüge der Berufsfeuerwehr und Freiwilligen Feuerwehr Anderten aus. „Beim Eintreffen stellten die Einsatzkräfte fest, dass der Brand im Inneren eines großen Plastikmüllbergs ausgebrochen war“, sagt Feuerwehrsprecher Benjamin Pawlak.

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Feuerwehr entfernt Außenfassade

Glücklicherweise hatten die Flammen aber noch nicht auf die Halle übergegriffen. Atemschutztrupps rückten mit Löschschläuchen vor und bekämpften die weitere Ausbreitung des Feuers. Parallel dazu wurde der Plastikberg mit Arbeitsmaschinen der Firma auseinandergezogen. Damit zudem der Rauch aus der Halle entweichen konnte, schraubte die Feuerwehr Teile der Außenfassade ab und öffnete Luken im Dach. Bei der Gelegenheit konnte auch gleich über mehrere Seiten gelöscht werden.

„Die Maßnahmen waren sehr langwierig und anstrengend, da das Abtragen des Brandguts nur langsam von statten gehen konnte“, sagt Pawlak. Im Verlauf des Einsatzes wurde die Feuerwehr Misburg nachalarmiert. Weitere Schwierigkeit: die Hitze. Wegen der sommerlichen Temperaturen waren die Atemschutzkräfte nur kurzzeitig in der Lage, in der Ausrüstung zu arbeiten. Pawlak: „Die Einsatzkräfte mussten häufig ausgetauscht werden.“ Verletzt wurde aber niemand, auch über Kreislaufprobleme wurde nicht geklagt.

Löschpanzer war auch im Einsatz

Neben dem personellen Aufgebot von 98 Helfern kamen unter anderem auch zwei Großtanklöschfahrzeuge mit Zehntausenden Litern Wasser und der Löschpanzer zum Einsatz. Das Gefährt mit Kettenantrieb wird unter anderem bei der Brandbekämpfung und Entrauchung bei schwierigen Lagen eingesetzt. Außerdem rückten Helfer der Messtechnik und ABC-Gefahrenabwehr an, „um eine Gefährdung von Anwohnern und Einsatzkräften auszuschließen“, sagt Pawlak. Abgesehen von unangenehmen Gerüchen sei aber nichts Giftiges freigesetzt worden.

Erst nach neun Stunden war der Brand gelöscht, gegen 23 Uhr konnte die Feuerwehr wieder abrücken. Die Ursache für das Feuer ist allerdings noch unklar. Die Einsatzstelle wurde der Polizei übergeben, diese hat nun die weiteren Ermittlungen übernommen.

Weitere aktuelle Polizeimeldungen aus Hannover finden Sie in unserem Ticker.

Von Peer Hellerling