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Hannover Streit um Leitstelle: Stadt soll knapp 18 Millionen Euro zahlen
Nachrichten Hannover Streit um Leitstelle: Stadt soll knapp 18 Millionen Euro zahlen
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10:00 30.03.2019
Endlose Baustelle: Die Feuerwehrleitstelle am Weidendamm/Ecke Kopernikusstraße. Quelle: Foto: Katrin Kutter
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Hannover

Um eineinhalb Jahre hat sich der Bau der neuen Feuerwehrleitstelle in der Nordstadt bereits verzögert – und noch immer ist kein Ende abzusehen. Immerhin bewegen sich Stadtverwaltung und Baufirma Züblin nach erbittertem Streit und gescheiterter Mediation wieder aufeinander zu. Doch die Lösung des Konflikts könnte die Stadt teuer zu stehen kommen. Im Gespräch sind nach Informationen der HAZ knapp 18 Millionen Euro, die die Stadt an Züblin zusätzlich zahlen soll. Die Baufirma, zugleich Generalunternehmer für das Bauvorhaben, hat der Stadt einen Vergleich angeboten, wie Wirtschaftsdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette (Grüne) kürzlich im vertraulich tagenden Verwaltungsausschuss bekanntgab.

Die Stadt will sich dieser Lösung nicht grundsätzlich verschließen, bleibt aber zurückhaltend. Das liegt daran, dass Züblin nach Ansicht der Verwaltung bisher nur unzureichende Pläne über den Zustand der Leitstelle vorgelegt hat. Daran lasse sich nicht erkennen, ob am Ende tatsächlich eine Leitstelle herauskommt, die allen Anforderungen gerecht wird, heißt es aus Rathauskreisen. In den vergangenen Monaten hatte Züblin städtischen Mitarbeitern den Zutritt zur Baustelle verweigert. Nur nach Voranmeldung und in Begleitung von Züblin-Mitarbeitern durften sich städtische Experten ein Bild von den Bauarbeiten machen.

Züblin forderte ursprünglich 30 Millionen Euro

Nach Informationen der HAZ hat Züblin von der Stadt ursprünglich eine Summe von 30 Millionen Euro gefordert, angeblich für etliche Planänderungen und den damit verbundenen Mehrkosten. Doch die Verwaltung hielt dagegen und ist jetzt allenfalls bereit, knapp 18 Millionen Euro zu zahlen. In der Ratsopposition wird das kritisch gesehen. „Ein zweistelliger Millionenbetrag kommt für uns nicht infrage“, heißt es aus der Opposition. Mitglieder der Mehrheitsfraktionen hoffen auf eine schnelle Lösung im Dauerstreit um die Leitstelle. „Züblin hat einen Ruf zu verlieren“, heißt es.

Währenddessen laufen die Bauarbeiten am Weidendamm auf Sparflamme weiter. Wann das Gebäude fertig ist und wann die Feuerwehr Hannover ihre neue Leitstelle endlich beziehen kann, bleibt unklar. „Im Grunde weiß in der Stadtverwaltung niemand ganz genau, was in dem Gebäude am Weidendamm gerade passiert“, sagt ein Rathauskenner. Ein Bauarbeiter meint, dass er zum ersten Mal eine Baustelle erlebe, bei der das Außengelände früher fertig werde als das Gebäude selbst.

Verzögerungen gleich zu Beginn

Eigentlich sollte die neue Leitstelle bereits im Oktober 2017 in Betrieb gehen. Alle 112-Notrufe aus Hannover und dem Umland, ein Gebiet mit insgesamt 1,2 Millionen Einwohner, sollten in der neuen Zentrale eingehen und von dort aus koordiniert werden. Doch die Bauarbeiten verzögerten sich immer wieder. Kurz nach dem Start 2016 zeigte sich bereits, dass das von Züblin beauftragte Ingenieurbüro überfordert war. Planungsleistungen seien „nur unzureichend bis mangelhaft erarbeitet worden“, heißt es in einem internen Verwaltungspapier, das der HAZ vorliegt.

Die Bauarbeiten gingen schleppend voran. Die Stadt warf Züblin vor, pauschal und ohne Belege Mehrkosten anzumelden. Züblin wiederum beschwerte sich, dass die Stadt ständig ihre Raumwünsche ändere und neue Pläne einreiche, ohne Mehrkosten übernehmen zu wollen. Eine Mediation scheiterte. Die Stadt war gezwungen, die alte Feuerwehrleitstelle in der Calenberger Neustadt für 4,8 Millionen Euro technisch aufzurüsten. Das Geld wollte die Stadt Züblin in Rechnung stellen.

Von Andreas Schinkel

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