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Hannover Schwimmhalle und Freibad kommen wohl gleichzeitig – aber später
Nachrichten Hannover Schwimmhalle und Freibad kommen wohl gleichzeitig – aber später
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19:20 07.08.2019
Das Fössebad soll nun doch ein Freibad bekommen, voraussichtlich zeitgleich mit dem Bau der neuen Schwimmhalle. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Das Fössebad in Limmer bekommt aller Voraussicht nach nun doch ein Außenbecken – und zwar zeitgleich mit dem Bau einer neuen Schwimmhalle. Die Stadtverwaltung prüft derzeit, ob es wirtschaftlich ist, Frei- und Hallenbad gleichzeitig zu bauen.

„In diesem Fall muss sich die Verwaltung aber erneut an die Politik wenden“, sagt Stadtsprecher Udo Möller auf Nachfrage der HAZ. Das bedeutet: Der Rat muss über den Neubau des Fössebads noch einmal abstimmen – dieses Mal über ein Hallenbad mit Außenbecken. Ursprünglich wurde nur der Bau des Hallenbads beschlossen.

Freibad verursacht Mehrkosten von mindestens 2 Millionen Euro

Die zusätzlichen Kosten für ein Freibad belaufen sich nach einer Prognose der Stadt von vor zwei Jahren auf etwa 2 Millionen Euro, Steigerungen nicht ausgeschlossen. Die Baukosten für die Schwimmhalle schlagen nach bisheriger Rechnung mit 20 Millionen Euro zu Buche. Ratspolitiker gehen davon aus, dass der Bau von Hallen- und Freibad insgesamt mindestens 25 Millionen Euro kosten wird.

Grüne verbuchen politischen Erfolg

Damit deutet sich das Ende eines langen Streits an. Vor zwei Jahren stellte die Stadt die Neubaupläne zum ersten Mal vor. Das Fössebad sollte statt des kleinen 25-Meter-Beckens eine wettkampftaugliche 50-Meter-Bahn bekommen, doch auf eine Erneuerung des maroden Freibads verzichtete die Stadt. Das löste einen Sturm der Entrüstung aus. Im Bezirksrat Linden-Limmer befürchteten Politiker, dass das neue Fössebad nur noch für Sportvereine und nicht mehr für Familien attraktiv sein würde. Auch unter Stadtteilbewohnern erhob sich Protest.

Die Grünen stellte der Streit vor eine Zerreißprobe. Im Bezirksrat schlugen sie sich auf die Seite der Kritiker, im Rat stimmten sie zusammen mit ihren Bündnispartnern SPD und FDP für die Verwaltungspläne. Ein paar Änderungswünsche gab das Ratsbündnis der Stadt auf den Weg, etwa bei der Planung des Fössebads die „Option“ auf ein Außenbecken zu erhalten.

Der Durchbruch gelang den Grünen bei den politischen Beratungen zum Doppelhaushalt 2019/20. Sie setzten gegenüber SPD und FDP durch, dass 90.000 Euro Planungskosten für das Freibad im Haushalt veranschlagt werden. Damit erhielt die Stadt den Auftrag, das Bauvorhaben neu zu durchdenken.

SPD nicht amüsiert

Bei der SPD ist man nicht amüsiert. Wenn das Freibad nun doch gebaut wird, womit die Genossen rechnen, komme das einer politischen Niederlage gleich, heißt es. „Wofür haben wir eigentlich den Kopf hingehalten?“, fragt sich einer. In Linden-Limmer hatten die Sozialdemokraten viel Kritik einstecken müssen, weil sie die ursprünglichen Entwürfe für einen Neubau ohne Freibad verteidigten.

SPD-Sportpolitiker Angelo Alter will sich neuen Plänen nicht verschließen. „Wenn es wirtschaftlich sein sollte, Freibad und Schwimmhalle gleichzeitig zu bauen, stimme ich dem zu“, sagt er. Aber die Sanierung anderer Bäder, etwa des Stöckener Bads, dürfe nicht darunter leiden.

Die Grünen verbuchen den voraussichtlichen Bau des Freibads zwar als Erfolg, geben sich aber bescheiden. „Es ist ein Erfolg für das Gemeinwohl der Stadt“, sagt Grünen-Fraktionsvize Daniel Gardemin. Auch die FDP zieht mit. „Der Bedarf ist da, das hat uns der Bürgerwille gezeigt“, sagt FDP-Sportpolitiker Andreas Bingemer. Eine solide Finanzierung vorausgesetzt, werde man den Bauplänen zustimmen.

Baubeginn dürfte sich verzögern

Die CDU sieht sich in ihrer Forderung nach einem Freibad bestätigt. „Für die Menschen im Stadtbezirk ist das eine tolle Nachricht“, sagt CDU-Sportpolitiker Thomas Klapproth. Zusätzlich wünscht er sich eine Hallenbad-Tribüne mit 500 Sitzplätzen. Das sind doppelt so viele, wie die Stadt vorgesehen hat.

Mit der Überarbeitung der Entwürfe dürfte sich der Baubeginn verzögern. Ursprünglich wollte die Stadt das Fössebad 2022 fertigstellen, der erste Spatenstich sollte 2020 erfolgen. Ratspolitiker rechnen damit, dass sich das Vorhaben um mindestens ein Jahr verschiebt.

Von Andreas Schinkel

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