Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Hannover Groß und aktuell: Fotografen zeigen Abschlussarbeiten
Nachrichten Hannover Groß und aktuell: Fotografen zeigen Abschlussarbeiten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:35 28.06.2017
Ein Leben ohne Vater: Suhwa Lee präsentiert ihre Bilder. Quelle: Tim Schaarschmidt
Anzeige
Hannover

Suhwa Lee kann sich noch genau an den Moment erinnern, der ihr Leben verändert hat. Sie betrachtete im Jahr 2005 während einer Ausstellung in Südkorea ein Foto. Zu sehen war ein spindeldürres afrikanisches Kind mit tieftraurigen Augen. Sie musste weinen und entschied sich, ihr Hobby - die Fotografie - zum Beruf zu machen. Viele Jahre später hat sie es geschafft: Die Galerie für Fotografie stellt die Abschlussfotos ihres Bachelorstudiums in ihren Räumlichkeiten aus.

Info

Die Ausstellungseröffnung findet am Mittwoch, 28. Juni um 19 Uhr in der Galerie für Fotografie in der Südstadt statt. Die Fotos sind noch bis zum 9. Juli täglich von 12 bis 18 Uhr zu sehen.

Insgesamt zeigen acht junge Fotografen ihre Arbeiten, die während ihres Studiums des Fotojournalismus an der Hochschule Hannover (HsH) entstanden - darunter auch Philipp von Ditfurth, der seit Jahren auch für die HAZ arbeitet. Die zunehmende Gewalt gegen Frauen in der Türkei, die Folgen des Klimawandels im besonders stark betroffenen Alaska oder der Weg, den junge Balletttänzer in südafrikanischen Townships einschlagen - die Themenvielfalt der Ausstellung „Common Grounds“ ist groß, aktuell und international.

Anzeige

Suhwa Lee studierte zunächst in Südkorea Kunstfotografie. Doch sie stieß schnell an Grenzen, da es dort keine journalistischen Fotostudiengänge gibt. „Ich wollte nicht nur verlassene Orte fotografieren, sondern Menschen. Besonders die Schutzbedürftigen liegen mir am Herzen“, sagt die 35-jährige Lee. Es zog sie nach Deutschland, denn der Ruf deutscher Fotografen ist in Südkorea sehr gut. „Ich habe nicht lange gezögert und bin einfach losgeflogen“, sagt sie. In Deutschland angekommen lernte sie die Sprache und reiste viel: Sie besuchte Ausstellungen in Paris, London oder Wien. Letztlich verschlug es Lee nach Hannover.

Mutter und Tochter leben in unterschiedlichen Welten

Auf der Suche nach guten Geschichten stieß sie auf einen Artikel: Auf den Philippinen gebe es 30 000 Kinder, die in schwierigen Verhältnissen ohne ihren südkoreanischen Vater aufwachsen. Davon musste sie sich selbst ein Bild machen. Dreimal reiste sie seit vergangenem Jahr auf den Inselstaat, um die sogenannten Kopinos fotografisch festzuhalten. Insgesamt verbrachte sie dort mehr als vier Monate und gewann das Vertrauen ihrer Protagonisten. „Suhwa Lee ist sehr hartnäckig und hat viel Zeit investiert“, sagt Rolf Nobel, ehemaliger Professor und maßgeblicher Kopf hinter dem Fotostudiengang an der HsH. „Die Fotos zeigen Menschen in Bereichen, die normalerweise tabu sind.“

Die 22-jährige „Princess“ Era Mosquera ist eine der drei Hauptdarstellerinnen der Geschichte. Nachts arbeitet sie im Club Love City, um Geld für ihre halb-koreanische Tochter Sandara zu verdienen. Doch beide leben in unterschiedlichen Welten. Sandara wächst bei ihrer Großmutter auf - Treffen mit der Mutter sind selten. Auf einem farbenfrohen Foto fängt Lee einen solchen Moment ein. Die Distanz zwischen Mutter und Tochter ist fast schon spürbar.

Von Alexander Reupke

Hannover Ambulanter Seelsorgedienst im Henriettenstift - Nach Krankenhausaufenthalt: „Wie will ich weiterleben?“
Jutta Rinas 28.06.2017
28.06.2017
Hannover Vereinbarung von Innung und Hilfsorganisation - Bäcker bieten Ausbildungen für Flüchtlinge an
28.06.2017