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Hannover Franken-Kredit: Hannover droht Millionenverlust
Nachrichten Hannover Franken-Kredit: Hannover droht Millionenverlust
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00:18 23.01.2015
Quelle: Montage
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Hannover

Der hannoversche Kämmerer Marc Hansmann (SPD) hat bereits ein Finanzpolster in Höhe von 5 Millionen Euro gebildet, um mögliche Verluste auszugleichen. „Da der Franken-Kredit noch läuft und bis auf Weiteres nicht abgelöst wird, ist derzeit kein Schaden entstanden“, betont Hansmann. Ob auch die Region Hannover einen Franken-Kredit aufgenommen hat, ist unklar. Am Mittwoch will die Verwaltung dazu Auskunft geben.

Im vergangenen Juli hat das niedersächsische Innenministerium in einem Erlass vor den besonderen Gefahren wegen nicht kalkulierbarer Wechselkursschwankungen bei Krediten in Fremdwährungen gewarnt. Die Stadt Hannover nahm jedoch noch vor der Finanzkrise im Jahr 2008 einen Kredit in Franken auf. Damals waren die Konditionen in der Schweiz deutlich günstiger. Über die Höhe des Kredits gibt die Kämmerei keine Auskunft, sie dürfte sich aber zwischen 20 und 25 Millionen Euro bewegen. Wie bei kommunalen Krediten üblich ist die Laufzeit nicht begrenzt. Hansmann kann also hoffen, dass sich die Wechselkurse in den kommenden Jahren so verändern, dass sich der drohende Verlust von 5 Millionen Euro aufhebt. Weitere Kredite in fremden Währungen hat die Stadt nicht aufgenommen.

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Stärker als Hannover hat Osnabrück mit dem Anstieg des Franken zu kämpfen. Insgesamt neun Kredite über eine Gesamtsumme von fast 50 Millionen Franken hat die Stadt seit dem Jahr 2000 aufgenommen. 1,9 Millionen Euro habe die Stadt über die Jahre an Zinsen gespart, sagte der Finanzvorstand der Stadt, Thomas Fillep. Doch durch den Wechselkurssprung sind die Kredite um 7,3 Millionen Euro teurer geworden. Ähnlich erging es dem Landkreis Osnabrück: Der hält noch sechs Franken-Kredite über einen Gesamtwert von 19,6 Millionen Euro und muss einen Wechselkursverlust von 9,8 Millionen Euro hinnehmen.

Kommentar

"Böses Erwachen": Einen Kommentar zum Thema lesen Sie hier. 

Göttingen und Oldenburg haben ihre Franken-Kredite rechtzeitig abgelöst. Für einige Kommunen in Nordrhein-Westfalen sind die Folgen des Kursanstiegs dagegen dramatisch: Ende 2013 hatten hier 25 Gemeinden Fremdwährungskredite mit einem Volumen von 1,9 Milliarden Euro in den Büchern, ein großer Teil in Schweizer Franken.

Zwar bestehen die Verluste derzeit nur auf dem Papier, dennoch ist man im hannoverschen Rathaus zerknirscht. Denn die Haushaltslage der Stadt ist alles andere als rosig: Für den Haushalt 2015 erwartet der Kämmerer ein Minus von 88 Millionen Euro, Tendenz steigend. Daher bereitet die Stadt ein Sparpaket über mehr als 50 Millionen Euro vor. Hannovers CDU-Chef Dirk Toepffer hält sich mit Kritik zurück. Dass eine Kommune versuche, kostensparend mit Geld umzugehen, sei legitim, sagt er. Auch sei in Hannover die Größe des Kreditgeschäfts im Rahmen geblieben.

Von Andreas Schinkel und Heiko Randermann

Mindestwechselkurs

Während der Euro-Krise hatte die Nationalbank vor fast dreieinhalb Jahren angesichts eines anhaltenden Höhenflugs des Franken die Notbremse gezogen und einen Mindestwechselkurs von 1,20 Franken für einen Euro festgelegt. Die hohe Nachfrage von Investoren nach der sicheren Währung war zu einer Belastung für die wichtige Schweizer Exportindustrie geworden.

Diese „außerordentliche und temporäre Maßnahme“ in einer Zeit „größter Verunsicherung an den Finanzmärkten“ habe die Schweizer Wirtschaft vor schwerem Schaden bewahrt, erklärte die Nationalbank Ende der vergangenen Woche. In der Zwischenzeit habe sich die Wirtschaft des Landes aber umgestellt, darum könne man den Mindestwechselkurs aufheben.

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