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Hannover Fridays for Future: Klimaschützer legen Verkehr in Hannovers City lahm
Nachrichten Hannover Fridays for Future: Klimaschützer legen Verkehr in Hannovers City lahm
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20:51 29.11.2019
Hunderte Demonstranten blockierten im Anschluss an die Kundgebung den Aegi. Quelle: Saskia Döhner
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Hannover

Rund 7000 Umweltaktivisten sind am Freitag nach Polizeiangaben erneut für eine andere Klimapolitik auf die Straße gegangen, die Organisatoren von Fridays for Future sprechen sogar von 45.ooo Teilnehmern. Im Anschluss an die Kundgebung blockierten mehrere Hundert Aktivisten spontan rund anderthalb Stunden lang den Aegidientorplatz. Waren es zunächst rund 800 Blockierer, bröckelte der Widerstand im Laufe der Zeit – vermutlich auch angesichts des ungemütlichen Wetters und der Hagelschauer. Am Ende waren es noch rund 350 Demonstranten, die am Aegi verharrten. Gegen 16 Uhr zogen sie friedlich ab, die Polizei nahm keine Personalien auf.

Autofahrer reagieren meist gelassen

Die meisten Autofahrer zeigten Verständnis dafür, dass der Verkehr auf dem Innenstadtring zeitweise komplett zum Erliegen kommt. Nur am Steintor hatten Autofahrer vereinzelt versucht, die Demonstration zu umfahren, waren von der Polizei aber umgehend zurückgepfiffen worden. Eine Mutter, die aus dem Parkhaus kam und mit ihrem Wagen auf die Kurt-Schuhmacher-Straße einbiegen wollte, war ratlos: „Ich will meine Töchter zum Tanztraining nach Garbsen bringen, aber alles ist dicht, das wird wohl nichts.“

„Wir wollen endlich mal ein echtes Zeichen setzen, nicht einfach nur durch die Stadt ziehen, und dann löst sich einfach alles wieder auf“, sagte einer der jungen Blockierer, ein Mittzwanziger mit Bierflasche in der Hand. Schließlich sei seit der letzten Fridays-for-Future-Großdemo Ende September so gut wie gar nichts politisch passiert. Das Klimapaket der Bundesregierung bringe überhaupt nicht die angestrebte Klimagerechtigkeit, sagte eine der Organisatorinnen, im Gegenteil, es zementiere soziale Ungerechtigkeit.

Andacht zum Auftakt

Gegen 12 Uhr hatte Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) in der Marktkirche mit einer Andacht die Besucher auf die Demonstration eingestimmt: ,,Es ist fünf vor, eigentlich fünf nach zwölf.“ Bei vielen Menschen sei das noch nicht angekommen. „Der Klimawandel lässt uns keine fünf Minuten mehr.“ Das könne Angst machen, aber Mut sei nötig. „Ich bin froh, dass wir immer immer mehr werden“, sagte Onay über die Fridays-for-Future-Bewegung. „Lasst uns gemeinsam aufbrechen – für das Klima und für uns selbst.“

Bilder vom Klimaprotest

Tausende Menschen sind am Freitag in Hannover für mehr Klimaschutz auf die Straße gegangen. Zeitweise brachten die Demonstranten von Fridays for Future auch den Verkehr in der City zum Erliegen.

Nadine (41) aus Uetze war mit ihren Kindern (acht und elf Jahre alt) schon zum zweiten Mal bei einer Fridays-for-Future-Aktion dabei. Sie lebe immer schon umweltbewusst, sagt die Mutter, die sich früher bei den Naturfreunden engagiert hat. Dass der Protest ausgerechnet mit dem Shoppingandrang am Black Friday zusammenfiel, kommentierte sie so: „Klimaschutz heißt auch weniger Konsum, wer nicht so viel Geld zur Verfügung hat, kauft bewusster ein.“

Weltweit sind an diesem globalen Klima-Aktionstag – dem vierten in diesem Jahr – Hunderttausende Aktivisten auf die Straße gegangen, allein in Hamburg waren es mehr als 30.000.

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Von Saskia Döhner

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