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Hannover Hannover: Hunderte radeln für den Klimaschutz durch die City
Nachrichten Hannover Hannover: Hunderte radeln für den Klimaschutz durch die City
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19:02 14.06.2019
Hunderte Radfahrer beteiligten sich an der "Fridays for Future"-Demo durch die Innenstadt. Quelle: Saskia Döhner
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Hannover

Fridays-for-Future-Aktivisten haben am Freitagnachmittag mit einer Fahrraddemonstration in Hannover mehr Engagement für den Klimaschutz eingefordert. Weil zur gleichen Zeit die Fans zum Phil-Collins-Konzert im hannoverschen Stadion anreisten, empfahl die Polizei den Besuchern, nicht mit dem Auto anzureisen. Veranstalter und Polizei zogen am frühen Abend eine positive Bilanz: Alles sei friedlich geblieben, die Behinderungen hätten sich für einen Freitagnachmittag im üblichen Rahmen gehalten. Die Polizei sprach von 800 Teilnehmern, die Veranstalter hingegen von 2000.

Die jungen Klimaschützer trafen sich um 16.30 Uhr am Opernplatz. Das Areal war gefüllt mit mehreren Hundert Fahrrädern. Annette Zenk (41) ist mit ihren Töchtern bei der Demo dabei. Das war sie auch schon bei Raddemo im April. Die zweijährige Tochter sitzt im Anhänger, die fünfjährige Charlotte erstmals auf dem eigenen Rad. „Ich habe lange gewartet, bis es eine Jugendbewegung gibt“, sagt Zenk. „Wenn mich meine Kinder mal fragen, was hast Du gemacht, kann ich sagen, ich habe es wenigstens versucht.“

Familie Heinze aus Wettbergen ist geschlossen gekommen, Vater Volker (37), Mutter Romy (36) und die beiden Töchter Emma (9) und Marie (6). Sie sind zum ersten Mal dabei. Das Video von Rezo habe sie wachgerüttelt, sagt Mutter Romy. Es gehe schließlich auch um ihre Kinder. Die Volksparteien seien noch viel zu sehr in Personaldebatten verstrickt, sagt Vater Volker. Doch darum gehe es nicht. Die Klimakrise sei längst ein Notstand, sagte ein Vertreter von Students for Future.

Raddemo bricht um 17 Uhr auf

Gegen 17 Uhr starteten die Aktivisten mit den Rädern vom Opernplatz. Ihre Route führte über das Steintor und die Hamburger Allee zum Aegi und zur Hildesheimer Straße mit einer Schleife durch die Südstadt (Altenbekener Damm und Sallstraße). Zurück ging es über Friedrichswall, Leibnizufer und Königsworther Platz. Wegen der Demonstration rollte der Verkehr am Aegi zeitweise zähflüssig, ein großer Stau blieb jedoch aus. Allerdings berichtete einer der Organisatoren von unschönen Szenen: Autofahrer hätten an Ampeln angetäuscht, in die Menge zu fahren. Gegen 18.30 Uhr endete der Protest im Georgengarten.

Morgen findet unsere nächste Fahrraddemo statt. Hier die Route dazu. :)

Gepostet von Fridays for Future Hannover am Donnerstag, 13. Juni 2019

Bei der vergangenen Radtour im April mit einem ähnlichen Streckenverlauf hatten rund 600 Teilnehmer mitgemacht – damals war es allerdings drei Grad kalt, und es gab Graupelschauer. Außerdem lag der Termin mitten in den Osterferien.

Demonstration außerhalb der Schulzeit

Die Schulen dürften aufatmen, dass die heutige Aktion deutlich außerhalb der Schulzeit liegt. Vor allem Lehrer, die in der bisherigen Kern-Demonstrationszeit, freitags in der fünften und sechsten Stunde, unterrichten, haben jetzt wieder gefülltere Klassenräume. „Die Schüler, die in der Unterrichtszeit demonstriert haben, haben vermutlich einige persönliche Nachteile, weil sie Stoff versäumt haben“, sagt Oliver Wolfskehl, Oberstufenleiter der Integrierten Gesamtschule Linden. „Sie haben sich aber auch für unsere Gesellschaft engagiert.“

Wer in der Schulzeit demonstriert hat, habe natürlich unentschuldigt gefehlt und musste das Verpasste nachholen. Das hätten die Jugendlichen auch selbstständig getan. Wolfskehl sagt, die Abiturienten hätten sich am Ende natürlich auf ihre Prüfungen konzentriert, und ihm sei auch kein Fall bekannt, dass ein jüngerer Schüler durch zu häufige Demo-Teilnahme sitzen geblieben sei.

Von Saskia Döhner

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