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Hannover Fridays for Future: Junge Demonstranten ziehen wieder durch die City
Nachrichten Hannover Fridays for Future: Junge Demonstranten ziehen wieder durch die City
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17:14 25.10.2019
Die Demonstranten beginnen ihren Marsch zum Trammplatz. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Die Aktivisten von Fridays for Future sind am Freitag wieder durch die Stadt gezogen: Um eine konsequente Klimapolitik zu fordern, haben sich am Freitagmittag nach Schätzung der Polizei etwa 950 Demonstranten versammelt – die Veranstalter gehen dagegen von knapp 3000 Teilnehmern aus. Vom Opernplatz aus liefen die Aktivisten zur Abschlusskundgebung auf dem Trammplatz am Neuen Rathaus und fanden mahnende Worte für einen zukünftigen Oberbürgermeister.

Konkrete Forderungen

Bereits im August hatten die Klimaaktivisten konkrete Forderungen an die Stadt formuliert. Jetzt nehmen sie auch den künftigen Oberbürgermeister in die Pflicht. Der Klimawandel sei „die größte Bedrohung unserer Zeit“. Daher brauche Hannover auch einen Oberbürgermeister, der die Klimakrise als solche anerkenne.

„Junge Leute mehr an der Politik beteiligen“: Die Demonstranten haben sich auf dem Opernplatz versammelt. Quelle: Tim Schaarschmidt

Dafür fordern die Aktivisten unter anderem ein Verbot privater Autos im Innenstadtring bis 2022. Der öffentliche Nahverkehr müsse kostenlos, der Schienenfernverkehr zügig ausgebaut werden. Hannover soll sich nach Vorstellung der Aktivisten zu einer attraktiven Fahrradstadt nach Kopenhagener Vorbild entwickeln.

Aktivisten fordern mehr Beteiligung der Jugend an der Politik

Was den Aktivisten sonst noch wichtig ist? Junge Leute müssten mehr an der Politik beteiligt werden, erklärte Organisatorin Lou Töllner. Manche seien noch unter 16 und könnten daher noch nicht wählen. „Das Wichtigste ist, dass das Klima nicht nur bei den Jugendlichen als Hauptthema bei der Wahl angesehen wird.“ Die Bewegung sei mittlerweile gewachsen. Auch Parents for Future und Aktivisten der Gruppe Ende Gelände seien dabei.

Dörke ist schon bei einigen Demonstrationen dabei gewesen. Er möchte sich vor allem für mehr Tierwohl einsetzen. Quelle: Alina Stillahn

Die 17-jährige Ella möchte, dass nicht nur leere Versprechen gemacht werden. „Ich möchte, dass unsere Zukunft garantiert wird“, erklärte sie. Dörke, der nur seinen Spitznamen nennen wollte, möchte so lange demonstrieren, bis Klimagerechtigkeit stattfindet. Der 21-Jährige wünscht sich persönlich, dass die Massentierhaltung abgeschafft wird.

„Lebensraum statt Parkraum“

Hiltraud Stenzel (v.l.) und Agnes Hasenjäger fordern ein gutes Fahrradwegenetz. Quelle: Alina Stillahn

Und dann ging es los: Die Demonstranten, denen sich auch der grüne Oberbürgermeisterkandidat Belit Onay angeschlossen hatte, hielten Schilder und Banner mit den Aufschriften „Lebensraum statt Parkraum“, „Zukunft wählen“ und „Wir fordern eine Zukunft für alle“ hoch.

Die Reihen der Demonstranten waren vom Alter her bunt durchmischt. Mit dabei waren auch Agnes Hasenjäger und Hiltraud Stenzel. Sie sei vom Friedensbüro, erzählt Hasenjäger. Seit 40 Jahren fahre sie Fahrrad und findet, dass Hannover ein vernünftiges Fahrradwegenetz braucht – und dass es mehr Grünflächen anstatt Parkplätze in Hannover geben müsse. Auch Stenzel unterstützt die Bewegung Fridays for Future. „Ich spreche eigentlich als Großmutter“, erklärte sie, sie wolle sich damit auch für die Zukunft ihrer Enkel einsetzen.

Karsten Sander läuft für Parents for Future mit. Er würde sich über eine autofreie Innenstadt freuen Quelle: Alina Stillahn

Karsten Sander war für Parents for Future dabei. Seit Jahrzehnten wünsche er sich eine andere Verkehrs- und Umweltpolitik. „Jetzt ist es Zeit, das heiße Eisen zu schmieden“, erklärte er. Daher sei er heute auch mit zur Demonstration gekommen. Auch er wünscht sich eine autofreie Innenstadt und glaubt, dass das die City sogar mehr beleben könne.

Lautstark: Die Fridays for Future-Demonstranten auf dem Weg zur Abschlusskundgebung am neuen Rathaus Quelle: Tim Schaarschmidt

Mahnende Worte für den zukünftigen Oberbürgermeister

Am Rathaus angekommen, forderten die Aktivisten nochmals, einen konsequenten Klimaschutz ins Rathaus zu bringen. Dem zukünftigen Oberbürgermeister gaben sie noch mahnende Worte mit auf den Weg: „Wir sehen es, wenn die Wahlversprechen wieder nur Versprechen bleiben.“

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Von Alina Stillahn

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