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Hannover Für Versicherung stürmt es erst ab Windstärke 8
Nachrichten Hannover Für Versicherung stürmt es erst ab Windstärke 8
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14:22 21.01.2016
Von Michael Zgoll
Der 47-jährige Audifahrer griff in Limmer gleich nach dem Astbruch zur Kamera. Quelle: privat
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Hannover

Reichlich Schriftverkehr, zwei Klagen und ein Sachverständigenverfahren waren notwendig, bis die Delle im Rechtsempfinden des 47-Jährigen ausgebeult war.

Das Holz krachte in der Holzrehre auf das Dach des silberfarbenen Avant, an einem Nachmittag im Juni 2014 vor dem Vereinsheim des TSV Limmer. Der in Letter wohnende Besitzer meldete den Schaden seiner Versicherung, wollte die Reparaturkosten via Teilkasko begleichen. Was folgte, war ernüchternd: Die Firma verweigerte die Zahlung. Zwar sagen die Versicherungsbedingungen, dass ein Auto gegen Schäden durch Sturm, Hagel, Blitzschlag oder Lawine versichert ist. Doch: „Als Sturm gilt eine wetterbedingte Luftbewegung von mindestens Windstärke 8.“ Am Tag des Astbruchs schafften es die heftigsten Böen laut Wetterdienst aber nur bis zur Stärke 7.

Daraufhin brachte Rechtsanwalt Jens Klinkert die Vollkaskoversicherung seines Mandanten ins Spiel. Schließlich sei ein herabfallender Ast auch ein Unfall im Sinne des Kleingedruckten: „Als Unfall gilt ein unmittelbar von außen plötzlich mit mechanischer Gewalt auf das Fahrzeug einwirkendes Ereignis.“ Und tatsächlich: Die Assekuranz sicherte die Regulierung des Schadens zu. Allerdings ermittelte ein von ihr beauftragter Dekra-Gutachter lediglich Reparaturkosten von 1750 Euro - ein krasser Gegensatz zu den 5100 Euro, die ein Ahlemer Autohaus veranschlagt hatte. Weil der Versicherer nicht mehr herausrücken wollte, reichte Klinkert Ende 2014 Klage ein. Ausschlaggebend aber war schlussendlich ein mit mehreren Gutachtern besetzter Sachverständigenausschuss, der den Beulenschaden sechs Monate später auf 3840 Euro taxierte. Die Versicherung gab nach - und zahlte.

Nun aber gab es einen neuen Stachel im Fleisch des Autofahrers, der ihn schmerzte. Neben den Selbstbeteiligungskosten für Vollkasko- und Rechtsschutzversicherung sollte er anteilig Gutachtergebühren zahlen, immerhin 940 Euro. Doch auch hier fand sein Anwalt einen Weg: Er verklagte die Dekra wegen der „schlechten Leistung“ ihres Sachverständigen auf Schadensersatz. Vor wenigen Tagen gab ihm das Amtsgericht recht - die Dekra muss die 940 Euro des Audi-Fahrers übernehmen.

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