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Hannover GSG 9 stürmt Schleuser-Wohnung in Stöcken
Nachrichten Hannover GSG 9 stürmt Schleuser-Wohnung in Stöcken
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00:16 23.01.2015
Von Tobias Morchner
Die Polizisten stellen Beweismaterial bei einer Wohnungsdurchsuchung in Stöcken sicher. Quelle: Elsner
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Hannover

Beamte der Bundespolizei und Spezialisten der GSG 9 haben am Dienstagmorgen die Wohnung eines 24-jährigen Syrers in Stöcken durchsucht. Gegen 6 Uhr wurde der junge Mann unsanft aus dem Schlaf gerissen. Die Spezialkräfte der Bundespolizei verschafften sich gewaltsam Zutritt zu den Räumen in der Lüssenhopstraße. Die Staatsanwaltschaft verdächtigt den jungen Mann, der sich legal in Hannover aufhält, Landsleute nach Deutschland und Skandinavien geschleust zu haben.

Mehrere Stunden lang durchsuchten die Ermittler die Wohnung des Syrers in dem Mehrfamilienhaus. „Dabei haben wir umfangreiches Material wie Speichermedien und Computer beschlagnahmt“, sagt Frank Steigerwald von der Bundespolizei. Die sichergestellten Gegenstände sollen in den kommenden Tagen ausgewertet werden. Der Einsatz der GSG-9-Beamten in Stöcken war nach Angaben der Behörde notwendig, weil im Vorfeld eine Gefahrenanalyse ergeben hatte, dass von dem 24-Jährigen eine potentielle Gefahr ausgeht.

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Polizei rechnete mit gewaltsamen Widerstand

„Wir mussten damit rechnen, dass er Widerstand leisten, von einer Schusswaffe Gebrauch machen oder die Kollegen anderweitig in Gefahr bringen würde“, sagt Steigerwald. Tatsächlich entdeckten die Fahnder bei der Durchsuchung eine Pistole und ein Gewehr. Dabei handelt es sich zwar nur um Druckluftwaffen, möglicherweise aber um solche, für die eine Waffenbesitzkarte notwendig ist. Die Polizei soll nun prüfen, ob dies der Fall ist und ob der 24-Jährige im Besitz einer solchen Karte ist.

Einen Haftbefehl für den mutmaßlichen Schleuser hatten die Ermittler allerdings nicht im Gepäck – warum, ist unklar. Möglicherweise sah die Staatsanwaltschaft keine Haftgründe und noch nicht einmal Fluchtgefahr, da der 24-Jährige in Hannover einen festen Wohnsitz hat. Ebenfalls ist unbekannt, ob der 24-Jährige die angeblichen Schleusungen allein organisiert hat, oder ob ihm dabei Helfer zur Seite gestanden haben. Auch die Frage, wie viele Landsleute er illegal nach Europa gebracht hat ist unklar. Das sollen die weiteren Ermittlungen ergeben. „Wir gehen bislang davon aus, dass er sie in der Regel über den Landweg nach Deutschland und Skandinavien geschleust hat“, sagt Frank Steigerwald von der Bundespolizei.

Illegale Flüchtlinge reisen über Hannover

Im April hatte die Bundespolizei am Busbahnhof einen Reisebus mit illegal eingereisten Flüchtlingen aus Syrien und Eritrea aufgetan. Die 31 Männer, Frauen und Kinder, die alle keine Aufenthaltsgenehmigung für Deutschland hatten, wollten eigenen Angaben zufolge nach Oslo. Beamten der Bundespolizei war der Bus, der in Paris gestartet war, bereits auf der Autobahn in Nordrhein-Westfalen aufgefallen. Doch erst in Hannover gelang es den Einsatzkräften, die Weiterfahrt des Busses zu unterbinden.

Der Fahrer des Busses bestritt, über den Status seiner Fahrgäste informiert gewesen zu sein. Gegen die 31 Insassen wurde Strafanzeige wegen illegalen Aufenthalts erstattet. 2013 erwischte Hannovers Bundespolizei 160 illegal nach Deutschland eingereiste Flüchtlinge und 39 mutmaßliche Schleuser.

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