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Hannover Slow-Food-Restaurantführer erschienen
Nachrichten Hannover Slow-Food-Restaurantführer erschienen
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18:35 22.10.2018
Gemeinsamer Genuss: Christoph Elbert (von links), Friedrich Pfeffer, Eberhard Röhrig-van der Meer, Julia Faber-Oberpottkamp, Harald Hasse, Dietmar Althof, Klaus Schönemann. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Kartoffel-Gugelhupf mit Saibling, Dreierlei-Linsensuppe, Hirschfilet mit Kürbisketchup, Wasserbüffel auf Edelpilzen – mit viel Fantasie haben Könner aus der Küche kulinarische Kleinigkeiten angerichtet. In den Appetithäppchen stecken Zutaten ohne künstliche Zusätze, aus biologischem Anbau und regionaler Produktion. Weil dies alles bei den kreativen Köchen Konzept ist, sind sie auf besondere Weise dafür belohnt worden: Fünf hannoversche Restaurants und zwei weitere aus dem Großraum der Landeshauptstadt haben es in die aktuelle Ausgabe des bundesweiten Slow-Food-Genussführers geschafft, der in einer Auflage von 10 000 Exemplaren erschienen ist.

Das 752 Seiten dicke Werk versammelt 548 Lokale in ganz Deutschland, die das von der Slow-Food-Bewegung ausgerufene gesunde, nachhaltige und innovative Genießen auf sich vereinen. Das gilt in Hannover laut Restaurantführer für das 11 a am Lindener Küchengarten, die Schlossküche in Herrenhausen, Jochim Sterns Altes Jagdhaus, das Bio-Café-Restaurant Zurück zum Glück im Zooviertel und Schönemanns Restaurant in Misburg. Auch der Dorfkrug in Hildesheim und das Restaurant WildLand in Wietze-Hornbostel im Landkreis Celle sind in dem Gastroband zu finden.

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„Es geht nicht um die allerfeinste Haute Cuisine, sondern um regionale Küchenkultur“, erklärt Eberhard Röhrig-van der Meer von der hannoverschen Slow-Food-Gruppe. Er war mit seinen ebenfalls ehrenamtlich tätigen Kollegen Wolfgang Schatz und Dieter Kohs im Namen von Slow Food als Testesser in der hiesigen Gastroszene unterwegs, um die regionalen Kandidaten zu ermitteln – die Empfehlungen sind in den Genussführer eingeflossen. Bundesweit haben 69 vergleichbare Gruppen Lokale für die vierte Ausgabe des Werkes getestet und bewertet.

Der Name von Klaus Schönemann taucht zum ersten Mal auf. Erst vor zweieinhalb Jahren hat er sein Restaurant eröffnet, das über Jahrzehnte als gutbürgerliche Gaststätte Pitschemann bekannt war. „Es war Zufall, dass wir uns dort niedergelassen haben“, sagt Schönemann, der 14 Jahre als Koch durch Deutschland und Europa getourt ist. Die Slow-Food-Tester rühmen etwa die saisonale Spargelkarte und die Rinderbacken mit Hopfen und Malz, die in dem Lokal mit nur 26 Plätzen auf der Karte stehen.

Auch für die Betreiberinnen von Zurück zum Glück ist die Aufnahme in den Genussführer eine Premiere. „Wir servieren hier, was uns gefällt – und hoffen, dass das den Gästen ebenso geht“, sagt Julia Faber-Oberpottkamp, die mit ihrer Schwester Sonja Faber den Betrieb führt. „Gesunde Ernährung ist bei uns Leidenschaft, kein Dogma.“

Der Slow-Food-Genussführer ist im Oekom Verlag erschienen, er kostet 28 Euro.

Von Juliane Kaune