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Hannover Rat trauert um CDU-Mann Dieter Küßner
Nachrichten Hannover Rat trauert um CDU-Mann Dieter Küßner
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00:21 31.03.2019
Der Rat hält eine Schweigeminute für den verstorbenen CDU-Ratsherrn Dieter Küßner ab. Quelle: Moritz Frankenberg
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Hannover

Abschied vom „Kümmerer“ – der Rat der Stadt hat am Donnerstag dem kürzlich verstorbenen CDU-Ratsherrn Dieter Küßner mit einer Schweigeminute gedacht. Der Ratsvorsitzende Thomas Hermann (SPD), zugleich langjähriger Kontrahent Küßners im Bezirksrat Südstadt-Bult und im Bauausschuss, würdigte das Engagement des CDU-Mannes. „Er hat sich mit Nachdruck für die Belange der Bürger eingesetzt und den Beinamen ,Kümmerer’ bekommen“, sagte Hermann. Man habe sich in Sitzungen gefetzt, konnte sich danach aber wieder in die Augen schauen und ein Bier trinken gehen. CDU-Fraktionschef Jens Seidel stellte in einer emotionalen Rede heraus, dass Küßner ein Mann mit Ecken und Kanten gewesen sei. „Die Stadt verliert einen Politiker vom alten Schlag“, sagte Seidel.

Jesse Jeng rückt für Küßner in den Rat

Küßner verstarb vor einigen Tagen überraschend. Er wurde 75 Jahre alt. Die Trauerfeier hat am Freitag, 29. März, um 12 Uhr in der Kapelle des Seelhorster Friedhofs stattgefunden. Vertreter aller Fraktionen im Rat erwiesen Küßner die letzte Ehre, Oberbürgermeister Stefan Schostok hielt eine Ansprache. Küßner gehörte dem Rat seit November 1991 an, zuletzt war er Vorsitzender des Bauausschusses. Mitglied im Bezirksrat Südstadt-Bult war der gelernte Betriebswirt seit 35 Jahren. Küßners Platz im Rat nimmt der Südstädter CDU-Chef Jesse Jeng ein.

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Langensiepen legt Mandat nieder

Ein neues Gesicht gibt es auch in den Reihen der Grünen. Ratsfrau Katrin Langensiepen hat am Donnerstag ihr Mandat niedergelegt. Für sie rückt Barbara David in den Rat. Die 57-Jährige leitet die Beratungsstelle für sexuell missbrauchte Mädchen und junge Frauen „Violetta“.

Interessenkonflikt bei neuem Ratsmitglied?

Innerhalb des Mehrheitsbündnisses (SPD, Grüne, FDP) wird der Einzug Davids in den Rat zum Teil mit Skepsis betrachtet. Nicht weil man an der Kompetenz der Sozialpädagogin zweifelt, sondern weil einige Ratsleute Interessenkollisionen befürchten. „Violetta“ bekommt Zuschüsse aus der Stadtkasse. Bei Abstimmungen über die Höhe städtischer Fördermittel müsste sich David enthalten. „Das haben wir schon bedacht“, sagt Grünen-Fraktionschefin Freya Markowis. David wird nicht an Ausschüssen teilnehmen, in denen über Zuwendungen an „Violetta“ entschieden wird.

Davids Vorgängerin Langensiepen kandidiert auf einem aussichtsreichen Listenplatz für einen Sitz im Europaparlament. „Ich bin nicht weg, ich bin nur woanders“, sagt sie am Donnerstag zum Abschied. Langensiepen will ihren Wohnsitz in Linden behalten.

Von Andreas Schinkel