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Hannover Gilde-Brauerei: Mitarbeiter im Streik, Unternehmen mit roten Zahlen
Nachrichten Hannover Gilde-Brauerei: Mitarbeiter im Streik, Unternehmen mit roten Zahlen
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06:30 20.11.2019
Der kommende Warnstreik bei der Gilde ist bereits der sechste seit September. Quelle: privat
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Hannover

Im Tarifstreit bei der Gilde-Brauerei in der Südstadt steht eine Verschärfung an. Für Montag ruft die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) zur Urabstimmung auf. Sollten 75 Prozent der 136 Beschäftigten zustimmen, wären danach unbefristete Streiks möglich. „Wir erwarten ein klares Votum unserer Mitglieder“, sagt NGG-Sekretärin Lena Melcher.

Zankapfel sind Lohnunterschiede

In der Auseinandersetzung geht es um Lohnunterschiede, die nach der Übernahme der Gilde-Brauerei vom Inbev-Konzern durch die Gruppe TCB Beverages aus Frankfurt/Oder im Jahr 2016 entstanden sind. Laut Berechnungen der NGG verdienen Altbeschäftigte bei gleicher Tätigkeit 15.000 Euro brutto mehr im Jahr als diejenigen, die erst nach dem Eigentümerwechsel ins Unternehmen gekommen sind. Die Gewerkschaft kämpft deshalb für einen einheitlichen Haustarifvertrag. Sie wirft der Geschäftsführung Blockadehaltung vor. „Ende Oktober wurde uns mitgeteilt, dass man weder zu Verhandlungen noch Sondierungen bereit ist“, erklärt Melcher.

Brauerei schreibt Verluste

TCB-Geschäftsführer Mike Gärtner sieht derzeit keinen Spielraum, um die Forderungen der Gewerkschaft zu erfüllen: „Wir haben seit der Übernahme bis Ende 2018 rund 15 Millionen Euro Verluste verbucht und werden auch in diesem Jahr keine schwarzen Zahlen schreiben.“ Die hohen Altgehälter seien nicht mehr marktkonform. „Wenn wir angleichen, entstehen mehr als 1,5 Millionen Euro zusätzliche Belastungen im Jahr“, erklärt Gärtner. All dies habe man den Arbeitnehmervertretern durch Einblick in die Bücher und Prüftestate vorgerechnet.

Bierausstoß soll sich steigern

Den derzeitigen Ausstoß beziffert Gärtner auf 850.000 Hektoliter Bier im Jahr. Davon entfielen knapp 200.000 auf die Gilde-Marken, der Rest auf Lohnbrauaufträge. Um profitabel zu werden, müsse man die Marke von einer Million Hektoliter übertreffen. „Wir sind optimistisch, dass wir das schaffen, brauchen aber Zeit für eine Restrukturierung“, sagt der Geschäftsführer. Ein Arbeitsplatzabbau sei nicht vorgesehen, am Standort wolle man festhalten.

Bereits sechs Warnstreiks

In den vergangenen Wochen sind die Beschäftigten bereits sechs Mal in den Warnstreik getreten. Ein aktueller begann am späten Dienstagabend um 22 Uhr und soll 24 Stunden dauern. Am Mittwoch von 13 Uhr bis 15.30 Uhr wollen sich die Streikenden zu einer Kundgebung am Landtag versammeln. Zu Engpässen bei der Bierversorgung ist es laut Gärtner während der Warnstreiks nicht gekommen. Auch bei einem unbefristeten Ausstand wolle man diese sicherstellen.

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